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Hannover Aus der Stadt Übersicht

Rechtsextremismus

Das Problem am rechten Rand

In Misburg herrscht Uneinigkeit darüber, wie man mit der dortigen Neonaziszene umgehen soll

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© ddp (Archiv)

Wenn Vanessa (Name geändert) darüber spricht, was ihr Neonazis im Stadtteil Misburg angetan haben, kämpft sie gegen die Tränen. All die Schläge, die Schmähungen und die all Bedrohungen der letzten Zeit haben bei der 19-Jährigen deutliche Spuren hinterlassen.

Auf Einladung der Stadtverbands der Grünen saß die Schülerin am Donnerstagabend im Bürgerhaus auf dem Podium. Die Infoveranstaltung trug den Untertitel: „Aktuelle Vorfälle in Misburg - was können die Bürger tun?“

An den Vorfällen sind in der Regel junge Männer beteiligt, die sich unter anderem auf Supermarktparkplätzen in der Hannoverschen Straße treffen, Bier trinken und dann, wenn der Pegel hoch genug ist, Passanten anpöbeln und ihnen Hitler-Gruß zeigen. „Es sind nur einige wenige Angehörige des rechten Umfeldes mit denen wir es zu tun haben ohne feste Strukturen“, sagte Detlef Lerbs, der Leiter des Polizeikommissariats Misburg. Vanessa und ihre Freunde haben andere Erfahrungen gemacht. „Die Szene wächst immer schneller“, erklärte die 19-Jährige.

Die Gäste, etwa 40 an der Zahl, die den Weg in den Clubraum zwei in der Seckbruchstraße gefunden haben, hörten der jungen Frau aufmerksam zu. Denn bereits die Ankündigung des Diskussionsabends hatte im Stadtbezirk, zum dem rund 31.000 Einwohner gehören, für Aufsehen gesorgt. Die Misburger sind in Sorge, eine öffentliche Aussprache über das Nazi-Problem, von dem alle gehört und mit dem einige bereits eigene Erfahrungen gemacht haben, könne den Stadtteil als Hochburg der rechten Szene brandmarken. Die SPD-Bezirksratsfraktion hatte sogar beschlossen, die Veranstaltung zu boykottieren. Selbst Bezirksbürgermeister Knut Fuljahn, ebenfalls Sozialdemokrat, war nicht gerade erfreut, als er von dem Abendtermin, zu dem er aus beruflichen Gründen nicht erscheinen konnte, erfuhr: „Die Veranstaltung passt nicht in unser Konzept. Das habe ich den Grünen auch klipp und klar gesagt.“

Das Konzept sah bislang vor, so wenig wie möglich über die Übergriffe der Neonazis öffentlich zu sprechen. Er habe sich bei der örtlichen Polizei informiert. Dann habe er den Fraktionsvorsitzenden aller im Bezirksrat befindlichen Parteien die Einschätzung der Beamten mitgeteilt. Anschließend habe man beschlossen, das Thema weder in die Bezirksratssitzung noch in anderen Gremien weiter zu verfolgen. „Wir wollen die Bürger nicht beunruhigen“, so Knut Fuljahn. Auch während der Diskussion wurden diese Befürchtungen immer wieder geäußert. „Wir schaden uns doch nur selbst, wenn wir in Misburg eine Hochburg der Rechten herbeireden“, erklärte Jürgen Quardt, der für die WfH, die Partei Wir für Hannover im Bezirksrat, sitzt. Helge Limburg, Landtagsabgeordneter der Grünen, der die Veranstaltung moderiert, vertrat eine andere Ansicht: „Wir wollen aufzeigen, dass etwas getan werden muss, bevor sich eine feste Neonaziszene in einem Stadtteil verfestigt hat.“ Dazu sei es wichtig, dass die Bürger aufmerksam auf das werden, was um sie herum geschehe. „Wenn plötzlich überall Aufkleber mit der Aufschrift: „Anderten ist nicht gleich Ankara, Misburg ist nicht gleich Moskau“ auftauchen, müssen bei allen die Alarmglocken läuten“, sagte Limburg.


[Tobias Morchner]

  • Zensur ich – 01.12.09
    Die wahrheit läßt sich nicht nicht streichen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Schubladen ich – 01.12.09
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  • So werden Nazis gemacht Gerhard – 30.11.09
    Der Neu-Misburger zeigt, wie man Nazis herbeiphantasiert. Jeder, der sich kritisch zu plumpem Aktionismus gegen eine vermeintliche Gefahr von "Rechts" äußert, wird kurzerhand zum Nazi erklärt. Man sieht also, daß es sich nicht um einen Kampf gegen Nazis handelt, sondern gegen alle Nichtlinken.

    Und, lieber Neu-Misburger, als Neubürger sollte man nicht sofort seine neue Heimat mit Dreck bewerfen. Lebe Dich erst einmal ein und dann wirst Du Dich vielleicht auch irgendwann wohlfühlen.
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  • Quod erat demonstrandum Neu-Misburger – 30.11.09
    Wenn ich mir die Kommentare im Forum hier so anschaue, komme ich zu dem Schluss, dass das Problem mit den Rechten größer ist als angenommen. Kaum spricht man das Problem an, kommen sie aus ihren Löchern gekrochen.

    Eure Wortwahl und eure Geisteshaltung verrät euch: Ausländerkriminalität, linke Gutmenschen, Verschwörung, Multikulti-Problem, nur eine Backpfeife. Habt ihr alle in Geschichte gefehlt?

    Aber das ist die Quittung für jahrelanges gezieltes Wegschauen. Lieber Genosse Fuljahn, Sie sind als Misburger Bürgermeister der Nachfolger von Gustav Bratke. Der dürfte sich im Grab umdrehen, wenn er sähe, wie Sie das Problem auszusitzen versuchen.

    Höchste Zeit, dem Treiben der Nazis etwas entgegen zu setzen, sonst sieht es hier bald aus wie in mancher ostdeutschen Kleinstadt, wo die Taktik des Nicht-zur-Kenntnis-nehmen-wollens auch kläglich gescheitert ist.
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  • Hat Misburg ein Multikulti-Problem? Dennis Körner/ JN Hannover – 30.11.09
    Hat man in Misburg keine anderen Sorgen?
    Warum verschweigt dieser Artikel die tägliche Gewalt von Ausländern in unserem Stadtteil? Warum wird nie darüber berichtet, dass an unseren Schulen, auch in Misburg, die Deutschen Kinder schon lange nichts mehr zu sagen haben? Warum wird hier aus einer "Backpfeife" gleich ein "Akt der Gewalt" hochsterilisiert?
    Hat Misburg wirklich ein Naziproblem? Jeden, der sich diese Frage stellt, rate ich, spätabends einen Spaziergang nach Meyers Garten zu machen, oder in den benachbarten Roderbruch. Dort wird dann jeder ein anderes Problem erkennen!
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  • Das Misburger Nazi-Phantom Gerhard – 30.11.09
    Ich habe viele Jahre in Misburg gewohnt, aber eine "Naziszene" ist mir nicht aufgefallen.

    Das Herbeireden solcher Strukturen hat ja meist nur den Zweck, weitere Gelder aus dem "Kampf gegen Rechts"-Topf einzukassieren. Kann es sein, daß Misburger Sozialarbeiter von der Arbeitslosigkeit bedroht sind und dringend auf weitere Finanzierungsmittel angewiesen sind?
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  • Wir können auch selbst reden Die Betroffenen – 29.11.09
    Es fällt schwer in einem Ort nicht hinter jeder Ecke die "rechte Verschwörung" zu vermuten, wenn man aus dem Hinterhalt angegriffen wird. Diesen Menschen ist es egal, was sie ihren Opfern antun im Gegenteil sie wollen diesen Angstzustand schaffen.

    Misburg verfügt über organisierte Neonazistrukturen, wer etwas anderes behauptet hat es gelernt wegzusehen.

    Doch das eigentliche Problem sind nicht die Neonazis, das Problem ist ihre gesellschaftliche Anerkennung. Meist greifen sie am Tag an in belebten Gegenden, trotzdem rufen Bürger nicht die Polizei. Es ist auffällig welche Beliebtheit organisierte Neonazis bei Jugendlichen genießen, dass ist es was uns zu denken geben sollte.
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  • Panikmache Hanno – 29.11.09
    Ach Lindener, Sie leiden wohl unter Paranoia.

    Noch einmal, schauen sie sich die öffentliche Kriminalstatistik an, sie werden feststellen, dass die rechte Gewalt einen kaum wahrnehmbaren Anteil hat.

    Vielleicht sollten sie lieber die Realität und die wirklich drängenden Probleme unserer Gesellschaft wie Überalterung, mangelnde Ausbildungsqualität, Jugendarmut, Integration von Ausländern etc. ansehen.

    Aber darüber kann man sich als weltfremder linker Gutmensch ja nicht so vortrefflich echauffieren und profilieren als wenn man den Ritter der Gerechtigkeit spielen möchte und hinter jeder Ecke die Rechte Verschwörung lauern sieht-lächerlich!
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  • Wegschauen und Wegducken! Lindener – 29.11.09
    Das ist mal wieder typisch! Bis es zu spät ist will niemand etwas gesehen oder gehört haben. Typisch für dieses Land! Die Bösen sind immer diejenigen, die auf Probleme aufmerksam machen. Fakt ist: Es gibt eine aktive rechtsradikale Szene in Misburg, dafür gibt es auch polizeiliche Beweise. Es gab im Jahr 2009 mindestens vier rechtsradikal motivierte Übergriffe in Misburg. Misburg ist der einzige Stadtteil neben Bemerode in Hannover in dem die NPD einen Infotisch in Wahlkampfzeiten durchführt.

    Es ist eine Schande, dass die SPD sich so über verhält, kein Wunder dass die Bürger sich von ihr abwenden. Nicht sozial und noch nicht einmal mehr antifaschistisch. Wenn das Willy Brandt wüsste...

    Es ist schon schlimm wie viele Rechtsradikale sich in den Kommentarspalten der HAZ rum treiben. Wie zwei der Vorkommentatoren, Wer im Zusammenhang mit Rechtsextremismus in Misburg auf so genannte "Ausländerkriminalität" aufmerksam machen will, vermischt verschiedene Themen! Was soll das? es geht ausnahmsweise mal nicht um kriminelle Ausländer, sondern um saufende Nazis in Misburg!
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  • Nazis Korrupt – 29.11.09
    Wow, das scheinen ja wild Nazihorden zu sein, die sich da in Misburg herumtreiben.

    Ziemlich gefährlich so ein Aufkleber mit dem Zitat: Anderten ist nicht gleich Ankara, Misburg ist nicht gleich Moskau“!
    Vom Sachlichen her ist diese Aussage ja schon einmal richtig. Gut das wir die Grünen haben, die uns auf diese gefährlichen Verbrecher aufmerksam machen und uns beschützen.
    Ein Blick in die Kriminalitätsstatistik von Hannover sagt zwar ziemlich deutlich, das es so gut wie gar keine rechtsradikalen Straftaten in der Stadt gibt, führend ist hier die Ausländerkriminalität und auch die von "Links" hat extrem zugelegt, einen "Runden Tisch" wird es da aber zu diesem Thema sicherlich nicht geben, oder liebe Grünen und Linken??
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  • Hat jemand die Nazis gesehen?? Marek – 28.11.09
    Entweder brauche ich eine Brille oder es gibt die ganzen Massennazis gar nicht. Ich habe jedenfalls noch nie einen gesehen...wo sind denn die ganzen Nazis?? Oder ist man jetzt schon Nazi wenn man die Linkspartei nicht wählt?? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • ein paar betrunkene? christina – 28.11.09
    ein paar betrunkene vor dem supermarkt?...die ganze gegend um den rewe markt und der Kanalbrücke an der Hannoverschen Str. ist voll von säufern..und das jeeeeden Tag. Es gibt keinen Tag, wo sie dort nicht stehen. man kann ja nicht mal dort mit dem rad langfahren, ohne sich einen platten zu holen, weil diese leute es nicht mal für nötig halten, ihre sch... Bierflaschen wegzuräumen wegzuräumen. echt ätzend!!
    ach ja und dass misburg eine rechte hochburg ist, ist doch schon länger bekannt und kommt jetzt nicht erst durch diese veranstaltung oder diesen Artikel ins gerede!!
    schlimm und echt traurig :-((
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  • hmm Hayri – 28.11.09
    ich habe hier noch nie nezonazis bemerkt bzw. gesehen..

    da wissen die medien wohl mehr als lebende bürger in misburg :D..

    wenn die was wollen. kein ding HAHA
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  • Rechte Szene nicht künstlich herbeireden 321meins – 28.11.09
    Es gibt nachweislich keine rechte Szene in Misburg.

    Ein paar betrunkene Jugendliche die Samstag abend öffentlich Bier trinken und rumlärmen gibt es in jedem Stadtteil- das ist nicht schön, muß kontrolliert werden, hat aber hat beim besten Willen nichts mit Politik oder Gesinnung zu tun!

    Hier wird lediglich von einigen Jugendlichen der linken Szene ein Schreckgespenst aufgebauscht weil man sich selber gerne Reden hört und in die Medien möchte...

    Nicht falsch verstehen-Rechtsradikalismus ist gefährlich und muß bekämpft werden. Aber nur da wo er auch vorliegt.

    Hier künstliche Hysterie zu erzeugen und dies auch noch öffentlich zu verbreiten ist garantiert kontraproduktiv und wertet alle Beteiligten nur weiter auf!
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