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Aus der Stadt Das gibt es im Sprengel-Anbau zu sehen
Hannover Aus der Stadt Das gibt es im Sprengel-Anbau zu sehen
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15:53 17.09.2015
Von Conrad von Meding
Von Hellebardier bis Brikett: Die Plakate zu Sprengel-Ausstellungen. Quelle: Archiv
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Hannover

Im Inneren des Betons befindet sich noch Feuchtigkeit, das Haus ist noch nicht klimastabil, die wertvollen Klassiker der Moderne dürfen noch über Monate nicht aufgehängt werden. Um die zehn neuen Räume aber nicht ohne Kunst zu zeigen, überraschen zum Auftakt Installationen – verspielte und verfremdete. So kreisen in einem fast quadratischen Raum auf der Ostseite meterlange elektrische Zahnbürsten, die mit dem Bürstenkopf auf dem Boden rotieren, am anderen Ende aber mit einer Schnur zur Decke aufgehängt sind und so in Dauerbewegung sind – Schmirgelsound eingeschlossen (Christian Lohre).

Gleich nebenan irritiert Yoshihiro Suda die Besucher mit einer schlichten Rose, die zu Boden zu fallen scheint und bereits ein Blatt verliert (die Installation benötigt nichts außer zwei Bohrlöcher in der Wand – diese aber mussten in der Schlussphase der Arbeiten beschriftet werden: „Vorsicht Kunst“. Zu groß war die Gefahr, dass aufmerksame Arbeiter sie zuspachteln). Brachialer kommt die verfremdete Treppe aus Lautsprecherboxen („Scale“) daher, die Ceal Floyer auf der Gebäudeseite zum NDR hin installiert hat und die Trittstufengeräusche von sich gibt.

Geöffnet ist am Sonnabend (10 bis 24 Uhr) und Sonntag (10 bis 18 Uhr) das gesamte Museum – und man darf einfach das bezahlen, was einem das Museum wert ist. Wer Lust hat, kann dann auch den Blick auf eine Plakatausstellung werfen: Die Sprengel-Macher haben im Ursprungsgebäude mehr als 100 Plakate zu besonderen Ausstellungen drapiert: vom ersten Aushang für „Hannovers neues Museum am Maschsee“, das Calders Hellebardier zeigt, über die Werbung für die „März im Mai – Wiedereröffnung“ (1992) bis zum aktuellen Plakat. Es greift ein Bonmot von HAZ-Lesern auf und lädt ein ins neue „Brikett am See“. Selbstkritik können sie eben auch im Sprengel-Museum.

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