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Aus der Stadt Das gibt es auf der Infa zu sehen
Hannover Aus der Stadt Das gibt es auf der Infa zu sehen
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00:16 17.10.2016
Von Uwe Janssen
Auf der Infa gibt es schon Weihnachtsdeko. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Persischer Mokka, das ist doch mal was. Der Händler in dem kissenbestückten Zelt unter gleißender Sonne trägt eine Pluderhose, ein weißes Hemd unter einer glitzernd beschlagenen Weste und einen ebenso verzierten Hut. Der Mann, der sich „The Mokkamaker“ nennt, nickt freundlich, als er die heiße Spezialität aus einer prächtigen Kanne einschenkt.

Fliegende Teppiche und flötenbeschworene Schlangen kommen in dieser Szene allerdings nicht vor. Das gleißende Licht scheint in Infa-Halle 25 auf dem Messegelände. Der Mann in der Pluderhose trägt den für echte Mokkamaker exotischen Namen Martin Rath und kommt aus Bramsche, rund 4950 Kilometer von Teheran entfernt. Aber: Der Mann weiß, was er tut. Er bietet Tee und Mokka, er bietet orientalische Backwaren und kandierte Früchte - und er steuert vor allem eines zur Infa bei: Atmo.

Auf der Infa, Deutschlands größter Einkaufsmesse, präsentieren 1.400 Aussteller aus 40 Nationen ihre Produkte. Von Haushaltsgeräten über Weihnachtsdeko bis zu Bastelmaterialien ist alles dabei.  

Es ist schwer genug, den Hallen für die riesige Einkaufsmesse eine kaufanregende Stimmung zu verpassen, aber Menschen wie Martin Rath sind dafür genau richtig. Auf dem „Basar der Nationen“ lockt er die Besucher mit seinem Tausendundeine-Nacht-Stand, außerdem ist er ein cooler Typ, der mit jedem sofort im Gespräch ist und bei seiner Arbeit sehr pragmatisch Tradition mit Moderne verbindet: Rath hat aus verschnörkeltem Geschirr einen Handwaschapparat gebastelt, der aber auf Infrarotsignal Wasser ausspuckt. „Die Lebensmittelkontrolle freut sich, jeder Orientale lacht sich kaputt“, sagt Rath. Aber das Geschäft floriert, auch bei Autor Rafik Schami hat er seine Märchenwelt aufgebaut, und „Wacken hat angefragt“.

Auf der Einkaufsmesse präsentieren rund 1400 Aussteller ihre Produkte. Bei der Eröffnungsfeier sang die Band Maybebob ihre Songs. 

Tannenbäume, Elche, Engel und ganz viel Rot

Verzaubern ist auch in Halle 22 das Stichwort. Dort fängt am Sonnabend offiziell Weihnachten an, allüberall blinkt und glitzert es, Tannenbäume, Elche, Engel und ganz viel Rot. Denn Weihnachten ist rot, und das mehr denn je, wie Geschenkeexperte Stefan Sudhölter von der Firma Frehe in Barsinghausen erklärt: „Die Menschen sehnen sich in unsicheren Zeiten nach Vertrautem.“ Und das sei ums Weihnachtsfest herum nun einmal auch die Farbe Rot. In Sachen Dekoration sind auch bei Jüngeren sparsam bemalte Designerfiguren aus Terrazzo beliebt, die kein Gesicht haben und trotzdem nicht gesichtslos wirken. „Süß“ würde sie wohl trotzdem niemand nennen, man könnte sie fast cool nennen.

Ein paar Tonnen Honig

Für „süß“ ist in Halle 22 sowieso ein anderer zuständig. Wenn Christoph Jung sich unter sein gewaltiges Honigsortiment mischt, fällt er kaum auf. „Ein paar Tonnen sind das schon“, sagt der Imker, der nicht nur zum Verkaufen gekommen ist, sondern auch für seinen Job werben will. Es gebe zwar immer mehr Hobbybienenhalter, aber als Beruf gehe die Imkerei stark zurück. „Die Bienenvölker sind immer gefährdeter durch hochgradige Giftstoffe“, sagt Jung, der seinen Betrieb im mecklenburgischen Warlitz führt und nur Honig aus eigener Ernte verkauft. „Wir lassen alles pur. Auch wenn Heidehonig 96 Prozent Heidehonig enthält, obwohl nur 50 erforderlich sind.“ Vielleicht ist es also mal Zeit für ein Glas Edelkastanienhonig aus Warlitz. Ein halbes Kilo kostet 10,98 Euro.

Eine Uhr für 40.000 Euro

Zeit für Zeit ist am Stand von Tribbensee in Halle 19. Dort ticken Uhren, Wand-, Stand- und Tischuhren, von 4000 Euro bis zu Lunaris, einer Sattler-Uhr im zwölffach lackierten Nußbaumgehäuse, für die man 40.000 Euro flüssig haben sollte. Dafür gibt’s aber Service satt, wie Mitarbeiterin Sylvia Tschackert erläutert: „Ohne Anzahlung, 15 Jahre Garantie, zum Wunschtermin frei Haus geliefert, aufgehängt oder aufgestellt. Wir binden zur Not auch ‘ne rote Schleife drum.“ Die Käufer solcher Uhren seien „zumeist selbstständig“, doch echte Promis seien selten darunter, denn „die tragen ihre Statussymbole lieber am Handgelenk“.

Königlicher Sektkühler

Mit einem Sektkühler geht das schon eher. Aber nicht mit dem, den Herr Schubert von Carus exklusiv im Angebot hat. Es ist eher eine Badewanne. 100 Flaschen Champagner passen rein, der Silberschmied von Königin Elisabeth II. hat ihn zu deren Krönung angefertigt. Herr Schubert hat ihn bei einer Auktion ergattert, bei der „mehrere Teile aus dem Nachlass von Lady Di versteigert wurden“. Wer 125 000 Euro mit zur Infa bringt, kann den Kühler sofort mitnehmen, „wir liefern, wohin Sie möchten“. Was es nicht gibt, ist ein Zertifikat aus dem Buckingham Palace, denn „dort sind alle sauer, dass das Stück das Haus verlassen hat“. Lady Di’s Bruder soll es rausgeräumt haben, ein Christie’s-Auktionator hat es dann versteigert. Und nun steht es auf der Infa. Und bald ist Weihnachten. Also: Nix wie hin!

Das sind die Infa-Highlights

Der Auftakt der Einkaufsmesse Infa hat es in sich, denn das Herbst-Highlight beginnt am Sonnabend mit den Sonderschauen „Infa kreativ“, „Strick! Hannover“ und „Cake World Germany“.

Ganz neu in diesem Jahr ist die „Infa-kreativ-Nacht“: Am Sonnabend von 18 bis 22 Uhr können Do-it-yourself-Fans in Halle 23 bei Musik shoppen, sich mit Gleichgesinnten austauschen und das große Foodtruck-Festival auf dem Freigelände besuchen.

Die „Infa kreativ“ mit der großen Dawanda-Area, 100 Designer-Shops und der Handarbeitsmesse „Strick! Hannover“ läuft als Extra-Schau von Freitag bis Sonntag – ebenso die Tortenmesse „Cake World“ in Halle 26. Hier ist an allen drei Tagen Youtube-Star Sally von „Sallys Tortenwelt“ zu Gast und verrät in ihren Backshows viele Tricks.

Süß wird es auch in der Lebensart-Halle 19: Am Sonnabend um 12, 14 und 15.30 Uhr backt hier TV-Moderatorin Enie van de Meiklokjes Rezepte aus ihrem neuen Backbuch.

Und natürlich bietet die Infa auch in diesem Jahr Produkte und Infos zu allen schönen Dingen des Lebens – unter anderem in den Messebereichen Christmas, Beauty und Style, Wohnen und Ambiente. Die Fernsehköchin Felicitas Then kocht am Sonntag, 16. Oktober, um 12 und 15.30 Uhr in der Ikea-Showküche.

Außerdem kommt die Journalistin, die 2013 die Casting-Sendung „The Taste“ gewonnen hat, mit einem eigenen Foodtruck. Im Angebot hat sie pinkfarbene Burger.

Bis Sonntag, 23. Oktober, ist die Verbrauchermesse täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 13,50 Euro, ermäßigt 12,50, das Junior-Ticket für ?13- bis 17-Jährige kostet 8,50 Euro. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt. Wer online bucht unter www.meine-infa.de, spart pro Ticket 2 Euro.

Auftakt für die Infa: In der Lebensart-Halle begrüßte Veranstalterin Carola Schwennsen am Freitagabend Aussteller und geladene Gäste bei Musik von Maybebob. Hier finden Sie die besten Bilder.

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