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Hannover Aus der Stadt Das ist Hannovers Terror-Netzwerk
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00:15 10.09.2016
Stehen im Verdacht, Terroranschläge verübt oder geplant zu haben: Saleh S., Safia S. und Ahmed A. (im Uhrzeigersinn).  Quelle: HAZ/M
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Hannover

Am Montag wurde bekannt, dass ein unter Terrorverdacht stehender Afghane mit Wohnsitz Ricklingen trotz Meldeauflagen seit zwei Monaten unauffindbar ist. Hinweise auf eine Radikalisierung der 15-jährigen Safia S. wurden zunächst ignoriert. Mittlerweile wird gegen sie ermittelt, weil sie möglicherweise im Auftrag der Terrororganisation IS einen Bundespolizisten mit einem Messer verletzt hat. Nur zwei Beispiele für bisherige Ermittlungspannen.

Safia S. soll den Auftrag zum Angriff auf den Bundespolizisten direkt von der Terrormiliz IS bekommen haben. Mehreren Freunden soll sie davon erzählt haben, unter anderem Mohamad Hasan K. Safia S. sitzt derzeit in Untersuchungshaft.   Quelle: HAZ/M

Fest steht: Es gibt derzeit mindestens eine Frau und vier Männer aus Hannover, die im Verdacht stehen, Terroranschläge verübt oder geplant zu haben: Safia S., ihren Bruder Saleh S., den Misburger Mohamad Hasan K., Ahmed A. und Faiz A. Mindestens vier der fünf Verdächtigen sind eng miteinander bekannt. Die Fäden laufen immer wieder an zwei Stellen zusammen: In der Moschee des Deutschsprachigen Islamkreises in der Kornstraße und an den Ständen des Salafisten-Vereins „Der Schlüssel zum Paradies“ in der City, an denen umsonst Ausgaben des Koran an Passanten verteilt wurden.

Deutschsprachiger Islamkreis: In dem Gebetshaus in der Kornstraße trafen fast alle der Verdächtigen immer wieder aufeinander. Die Moschee wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Im Mai trat dort der umstrittene Berliner Prediger Ahmad Abul Baraa auf. Quelle: HAZ/M

In dem Gebetshaus erhielten mindestens drei der Männer regelmäßig Islamunterricht. Zudem kam Safia S. dort bereits im Alter von acht Jahren in Kontakt mit dem deutschen Hassprediger Pierre Vogel. Mindestens drei der Verdächtigen sollen sich außerdem regelmäßig an den Verteilaktionen beteiligt haben. Saleh S., Mohamad Hasan K. und Ahmed A. sollen außerdem eine Weile gemeinsam Kampfsport betrieben haben.

Saleh S. wird derzeit verdächtigt, die Molotowcocktails vom Dach der Ernst-August-Galerie geworfen zu haben. Der 18-jährige Bruder von Safia S. ist zurzeit in der Psychiatrie.  Quelle: HZA/M

Auf den Misburger K. wurden die Behörden als Erstes aufmerksam. Drei Tage nach dem abgesagten Fußballländerspiel in der HDI-Arena im November 2015 durchsuchten Ermittler seine Wohnung. Grund: Er hatte ein Video im Internet hochgeladen, das einen bislang Unbekannten im geräumten Stadion zeigt, der die Worte „Pray for Rakka“ spricht. Rakka galt lange Zeit als die Hauptstadt der Terrororganisation IS in Syrien. Bei der Durchsicht seines Handys fiel den Fahndern die intensive Kommunikation des jungen Mannes mit Safia S. nicht auf.

Ahmed A.: Die Stadt entzog dem 22-jährigen Flüchtling vergangenes Jahr den Reisepass, weil er Anschläge in seiner Heimat Afghanistan geplant haben soll. Seit der Verlängerung der Maßnahme ist Ahmed A. verschwunden. Er soll Safia, Saleh und Mohamad Hasan aus dem Islamkreis und von Koranverteilaktionen kennen.  Quelle: HAZ/M

Ebenso nachlässig gingen die Ermittler bei der Auswertung der Handydaten von Safia S. vor. Drei Wochen vor dem Anschlag im Hauptbahnhof lagen der Behörde alle Chat-Protokolle vor – ausgewertet wurden jedoch zunächst nur die deutschsprachigen. Erst nach der Messerattacke wurden auch die englischen und arabischen Chats ausgewertet, in denen von einer geplanten „Märtyreroperation“ die Rede war. Empfänger der Botschaften: der Misburger Mohamad Hasan K.

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Eine 15-Jährige hat am Freitagnachmittag im Hauptbahnhof einen Beamten der Bundespolizei mit einem Messer attackiert und schwer verletzt.

Von Tobias Morchner und Isabel Christian

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