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Aus der Stadt Das ist Hannovers bester Abiturient
Hannover Aus der Stadt Das ist Hannovers bester Abiturient
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00:15 18.08.2016
Von Saskia Döhner
Roman Kyian von der Schillerschule Quelle: Eberstein
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Hannover

Besser geht es nicht: In allen fünf Abiturprüfungsfächern hat Roman Kiyan die Höchstpunktzahl 15 erreicht. In Musik hat es den 18-Jährigen nicht so sehr gewundert. Das ist seine große Stärke, er spielt Schlagzeug und Klavier, komponiert eigene Stücke, mag Schostakowitsch genauso wie Pink Floyd. Bei Mathematik war er schon eher überrascht. Schließlich war die diesjährige Klausur so kompliziert formuliert, dass Eltern, Lehrer und Schüler dagegen öffentlich Sturm liefen und das Kultusministerium schließlich den Bewertungsschlüssel um 12,5 Prozent anhob – eine Seltenheit in der Abiturgeschichte –, was im Schnitt eine Aufwertung um zwei Punkte ausmachte. Roman Kiyan hätte vermutlich also auch ohne die Aufwertung eine 1 gehabt.

Roman Kiyan war immer schon ein sehr guter Schüler. Ob russische Opern, physikalische Phänomene, Geschichte des 20. Jahrhunderts oder englische Filme – „ich interessiere mich für so ziemlich alles Mögliche“, sagt er. Und der Schüler hat offenbar die Gabe, sich auch für Themengebiete zu engagieren, denen er eigentlich nicht so viel abgewinnen kann. „Ich kann mich an etwas festbeißen, hat eine Lehrerin mal gesagt“, charakterisiert er sein Durchhaltevermögen.

Auch mit Niederlagen kann er gut umgehen. Als er von der Musikhochschule, wo er sich um ein Studium für Komposition beworben hatte, eine Absage bekam, entschied er sich eben um: Jetzt will er im Oktober an der Leibniz-Universität mit einem Elektrotechnikstudium beginnen. Lange schriftliche Arbeiten liegen dem 18-Jährigen nicht so sehr, sagt er, die 20-seitige Facharbeit in der Oberstufe hat er trotzdem mit Bravour abgeschlossen: „Eine gute Vorbereitung fürs Studium, da muss man ja auch längere Arbeiten verfassen.“

Und eine Sportart, die ihm gefällt, hat Roman inzwischen auch gefunden. „Ich jogge gern“, was ihm besonders gefällt: „Wenn man dranbleibt, hat man Erfolg, am Anfang war ich nach drei Kilometern ziemlich erschöpft, jetzt laufe ich sieben und bin hinterher total fit.“

Der Sohn zweier russischer Wissenschaftler – der Vater ist Physiker, die Mutter Biologin – fühlt sich selbst als Weltbürger: „Mit Nationalismus habe ich nichts am Hut.“ Er ist in Belgien geboren, aber im hannoverschen Heideviertel aufgewachsen und jetzt mit seinen Eltern in den Burgdorfer Ortsteil Ehlershausen gezogen. Er spricht Französisch, Russisch und Englisch. Nach dem Besuch der Grundschule Lüneburger Damm ist Roman auf die Schillerschule gewechselt, die Zeit in der Oberstufe sei das Beste an seiner Schulzeit gewesen, sagt er. Der Zusammenhalt im Jahrgang sei sehr gut gewesen. „Und in den Leistungskursen konnte man auf einem richtig hohen Niveau diskutieren.“

Auch Hauke Köhn von der Leibnizschule, Hannovers anderer Landesbester, wird nicht zum ersten Mal ausgezeichnet. Als 13-Jähriger schaffte er es ins Landesfinale von „Jugend debattiert“ und wurde Vierter.
Roman Kiyan drückt sich am liebsten musikalisch aus. In seiner Familie voller Wissenschaftler sei er damit der erste Vollblutmusiker gewesen, sagt er lächelnd. „Ich habe nie so viel gelernt, dass ich nicht noch Zeit gehabt hätte, eine Stunde am Tag Klavier zu spielen.“ Einen Jahrgang zu überspringen kam für den schlauen Schüler nie infrage. Wegen der sozialen Bindungen. „Ich wollte nicht in einem Jahrgang sein, in dem alle Mitschüler älter sind.“

Nach einer Rundreise mit ein paar Kumpels durch Tschechien, Österreich und die Schweiz bereitet sich Kiyan jetzt auf sein Studium vor – mit einem Mathematik-Vorkurs. Nötig hat er es sicher nicht.

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