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Das ist der neue Müll-Plan in der Region

Fragen und Antworten Das ist der neue Müll-Plan in der Region

Soll das Mindestvolumen beim Restmüll verringert werden? Was würde die Abschaffung der Restmüllsäcke bedeuten? Reicht es aus, wenn die Sperrmüllabfuhr nur zweimal pro Jahr kostenlos ist? Diese Fragen beschäftigen gerade die Abfallexperten der Region, die sich Gedanken um ein neues Gebührensystem beim Müll machen. Nun beantwortet Aha einige der vielen Fragen zum Thema.

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Künftig maximal zwei jährliche Sperrmülltermine für jeden Haushalt? Aha hat kein Interesse, diesen Vorschlag aus dem Bürgergutachten umzusetzen.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Angeregt durch das Bürgergutachten zum Abfall hatte die Politik dem Abfallwirtschaftsbetrieb Aha einen umfangreichen Fragenkatalog vorgelegt. Die Antworten des Entsorgers liegen jetzt vor. Wir fassen sie auszugsweise zusammen:

Welche Auswirkungen hätte eine Verringerung des Mindestvolumens von derzeit zehn Litern Restabfall pro Person und Woche?

Dann würde der Müll für all diejenigen teurer, die kein geringeres Mindestvolumen wählen. Zudem befürchtet der Abfallwirtschaftsbetrieb, dass vermehrt „wilder Müll“ an Containerplätzen und in der Landschaft beseitigt werden müsste. Diejenigen, die das Mindestvolumen senken würden, könnten sparen: Aha hat errechnet, dass ein Vier-Personen-Haushalt, der bisher pro Jahr 180,48 Euro zahlen müsste, dann mit nur noch 130,17 Euro auskäme.

Die Bürgergutachter haben eine Beschränkung der Sperrmüllabfuhr auf zweimal pro Jahr vorgeschlagen. Welche Auswirkungen hätte das?

Nach Angaben von Aha gibt es in der Region pro Jahr rund 100.000 Sperrmülltermine. Umgerechnet auf die 550.000 Haushalte bedeutet das durchschnittlich für jeden Haushalt etwa alle fünf Jahre einen Termin. Bei einer Beschränkung auf zwei Termine pro Jahr müsste das auch kontrolliert werden. Dafür fielen nach einer Schätzung 60.000 Euro pro Jahr an. Eine Verringerung der Sperrmülltermine erwartet Aha nicht.

Welche Folgen hätte eine Ausweitung der Öffnungszeiten auf den Wertstoffhöfen?

Beispielsweise wäre auf den Wertstoffhöfen im Umland „die Einführung eines kostenintensiven Schichtsystems“ nötig. Außerdem hätte eine Neuregelung „gravierende Auswirkungen“ auf betriebliche Abläufe, meint Aha.

Kann der Verkauf von ungenutzten Restmüllsäcken verhindert werden?

Nein, sagt Aha, eine rechtliche Handhabe gebe es nicht. Auch die Bürger, die ihr Müllvolumen nicht ausnutzen, könnten Nachbarn anbieten, ihre Tonne aufzufüllen. Allerdings ist die Weitergabe des ungenutzten Müllvolumens bei Tonnen wesentlich schwerer als bei Säcken, heißt es in der Antwort. „Diese Ungerechtigkeit kann nur mit der Abschaffung des Sacksystems behoben werden“, schreibt Aha.

Die Bürgergutachter hatten die Abschaffung der Sackabfuhr vorgeschlagen. Welche Kosten würde das verursachen?

Aha berechnet für die Beschaffung und Verteilung der dann noch nötigen 35.000 Restmüllbehälter einmalige Kosten in Höhe von 975.000 Euro. Zudem rechnet der Abfallwirtschaftsbetrieb mit jährlichen Zusatzkosten für die Abfallsammlung in Höhe von 900.000 Euro.

Welche Einsparungen gibt es, wenn das Gutscheinsystem wegfällt?

Das derzeitige System mit dem Versand der Gutscheine verursacht pro Jahr Kosten von rund 2 Millionen Euro. Darunter sind 675.000 Euro für die sogenannte Verwaltung der Sackkonten und 310.000 Euro für Druck, Versand und Abrechnung der Gutscheine. Die Säcke selbst kosten 260.000 Euro.

Wie könnte bei der Abschaffung der Sackabfuhr eine von den Bürgergutachtern ins Gespräch gebrachte Härtefallregelung aussehen?

Laut Aha sei eine solche Regelung denkbar, wenn der von Aha bestimmte Abholplatz für den Müll so weit entfernt von der Wohnung liegt, dass der Transport einer Tonne dorthin im Vergleich zum Sack „eine unzumutbare Härte darstellen würde“. Weiter heißt es, dass es sich bei solchen Fällen um eine absolute Ausnahme handeln müsste. Aha geht in der Antwort auch auf die Situation in Hannover ein. Dort gebe es seit vielen Jahren die Tonnenabfuhr ohne Härtefallregelung, schreibt das Unternehmen. Es sei nicht ersichtlich, dass sich Bebauung und Infrastruktur zwischen Stadt und Umland so sehr unterschieden, dass die Abfalltonne nicht genutzt werden könne.

Wie würde sich die Einführung einer Biotonne im Umland auswirken?

Bei einer Einführung der Biotonne müsste diese verpflichtend für alle sein, heißt es bei Aha. Ausnahmen könnten nur dann gemacht werden, wenn ein Haushalt die eigene Kompostierung der Bioabfälle nachweise. Wenn es die Biotonne gäbe, dürfte auf den Wertststoffhöfen und Grüngutannahmestellen nur noch Bioabfall angenommen werden, der so groß ist, dass er nicht in die Tonne passt, wie zum Beispiel Baum- und Strauchschnitt. Andere Bioabfälle wie Rasenschnitt oder Unkraut könnten dann nur noch über die Biotonne entsorgt werden.

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