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Das können sogar Männer

Die Infa aus anderer Sicht Das können sogar Männer

Zwischen Dampfdüse und Absaugmobil: Die Infa hat auch Nischen für Männer - man muss sie nur finden. Ein – nicht ganz genderneutraler – Rundgang über die „Hausfrauenmesse“.

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Bunt und rund: Fröhlicher als bei Kochblume kann man seine Töpfe vorm Überlaufen nicht schützen.

Quelle: Uwe Janssen

Hannover. Die Infa hieß im Volksmund mal Hausfrauenmesse. Hausfrauenmesse klingt heutzutage für alle doof. Für Hausfrauen, die Messe und potenzielle Besucher, die keine Hausfrauen sind – oder sogar ein Mann. Was also tun? Rollen vertauschen? Warum nicht? In Halle 21 können Damen – nicht ganz genderneutral – einen Werkzeugführerschein machen und von einer – weiblichen – Fachkraft lernen, wie man mit schwerem Gerät umgeht. Schön. Und was machen Männer so auf der Infa?

Das, was das Kinderparadies im Möbelmarkt ist, ist die sogenannte Werkzeugwelt auf der Infa. Für Männer. Hier, zwischen den Gartenhäcksler Terracut 4000 und dem Absaugmobil CTL 36 E für die Staubklassen L, M und H kann man Männer bedenkenlos und ohne Zeitlimit parken, wenn man sich von anderen Männern becircen lassen will. Zum Beispiel von den Verkäufern der edlen Teile in Halle 19. Einen Tisch, der aus einer echten Flugzeugtragfläche gefertigt ist, hat ja auch nicht jeder.

Die Infa gilt seit jeher als Frauenmesse – dabei gibt es auch für Männer viel zu entdecken. Ein Bilderrundgang von Uwe Janssen.

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Ein Bügeleisen schon. Deshalb gibt es Adrian. Er steht in Halle 24 am Bügeltresen und macht Dampf – in jeder Hinsicht. Sechs Bar Druck ist das Pfund, mit dem der sympathische Turboplauderer wuchern kann. Und: Dauerdampf. Horizontales Bügeln, macht Adrian klar, ist ein bisschen von gestern, wenn die Dampfdüse so richtig Attacke macht. Adrian hält das Gerät in einen zerknitterten Hemdsärmel, drückt ab, es zischt – glatt. Adrian grinst. Seine Botschaft lautet: Total einfach. Seine unausgesprochene Botschaft lautet: Das können sogar Männer.

Herr Gaberle ist etwas schüchterner als Adrian, aber Herr Gaberle bringt jeden auf die Matte – und vorher in den Dreck. Denn Herr Gaberle aus dem fränkischen Örtchen Heilsbronn ist ein Zauberer. Er lässt Infa-Besucher durch einen schmierigen Schmutzfilm laufen und dann auf seine „S(Z)auberlaufmatten“ steigen. Stehen reicht. Weg ist der Dreck. Alles eine Frage der Bindung. „Ich bin auf Messen wie die Infa angewiesen“, sagt Herr Gaberle. Denn im Handel gibt es seine erstaunlichen Abtreter nicht.

Genau wie den Vorführeffekt an vielen Ständen. Das bindet auch. Laufkundschaft. Dabei gilt: Laut ist gut. Laut und lustig besser. Laut und lustig und farbig am besten. Deshalb sind quietschbunte Stände wie der von Kochblume ständig umlagert – in diesem Fall ausnahmslos von Frauen. Der Verkäufer steht wie ein DJ inmitten seiner Scheibenwelt. So wird auch ein Nischenprodukt wie ein Überkochschutz sexy. Oder auch bunte Klobürsten, nicht weit entfernt.

Halle 26 ist die Keimzelle dessen, was den Ruf der Hausfrauenmesse geprägt hat. Und hier ist richtig was los. Doch inmitten all der Haushaltshelfer, zwischen Magic Chips ohne Fett, Öko-Katzenstreu „Cats Best“ und der Bürste „Fusseltier“, hier steht er – majestätisch, unverrückbar, männlich: der Fennek, der „leichte Aufklärungs-Allrounder der Bundeswehr“, wie fluffig auf einer Infotafel zu erfahren ist. 240 PS, gut zehn Tonnen, ein Dreisitzer mit Maschinenbewaffnung bis 1000 Meter Reichweite. Das wäre wirklich mal ein außergewöhnliches Geschenk. Und während der Mann vorm Terracut 4000 steht, misst die Frau in Gedanken schon einmal die Hofeinfahrt für den Fennek aus. Wer sagt, die Infa halte keine Überraschungen bereit, wird spätestens hier eines Besseren belehrt. Am besten: ausprobieren.

Bis zum Sonntag auf dem Messegelände. Morgen ist „Freundinnen-Tag“ (zwei Damen zahlen jeweils nur den halben Preis). Am Sonnabend und Sonntag steigt das Infa-Kinderfest und die Babymesse „Infalino“. Alle Infos: www.meine-infa.de     

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