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Aus der Stadt Rucksäcke und Taschen sind im Stadion verboten
Hannover Aus der Stadt Rucksäcke und Taschen sind im Stadion verboten
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21:46 13.04.2017
Die Polizei will die Fangruppen wieder rigoros trennen – wie beim Derby 2013. Quelle: dpa
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Hannover

Die Polizei erhöht die Sicherheitsvorkehrungen beim anstehenden Fußballderby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig am Sonnabend (Anstoß: 13 Uhr). Weniger Fans dürfen ins Stadion, zwischen den Blöcken soll es Pufferzonen geben. Im Stadion entfällt wieder der Alkoholausschank - zusätzlich kündigen die Sicherheitskräfte Kontrollen an: Wer mehr als 1,6 Promille Alkohol aufweist, darf nicht ins Stadion. Auch vor der HDI-Arena zeigen die Beamten verstärkt Präsenz - auch wegen des Anschlags in Dortmund.

Zusätzlich gibt es eine gravierende Änderung: Stadionbesucher dürfen keine Rucksäcke oder größere Taschen mit in die HDI-Arena nehmen. „Erlaubt ist Handgepäck bis zu einer Größe von maximal DIN A4", teilte 96 mit. Am Stadion selbst gibt es keine Lagermöglichkeit für die Gegenstände. "Wer dergleichen mit sich führt, kann nicht auf das Stadiongelände gelassen werden", warnt die Polizei.

Hohe Gewaltbereitschaft

„Die Trennung beider Fanlager hat oberste Priorität“, sagt Polizeivizepräsident und Derby-Einsatzleiter Jörg Müller. Die Beamten rechnen mit bis zu 1500 Problemfans. Dazu kommen 41 polizeibekannte Krawallmacher aus Braunschweig und 98 aus Hannover – diese haben alle ab Freitagabend Innenstadtverbot. „Wir rechnen mit einer hohen Gewaltbereitschaft“, sagt Müller. Daher dürften nicht wie sonst 49 000 Menschen ins Stadion, sondern nur 42 700. Das Kartenkontingent von gut 4200 Tickets für die Gäste sei von Braunschweig komplett abgefordert worden. Das Sicherheitskonzept der Polizei sieht Pufferblöcke zwischen den Fanlagern vor.

Seit Dienstagabend ist zudem ein weiteres Sicherheitsrisiko hinzugekommen: der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund. „Die Vorfälle spielen eine Rolle“, sagt Einsatzleiter Müller. Als direkte Konsequenz werden die Einlasskontrollen verschärft. Nicht nur der Ordnungsdienst überprüft die Fans am Eingang, sondern auch die Polizei. Zugleich werden Sprengstoffspürhunde eingesetzt. Außerdem appellieren die Beamten dringend an die Fans, Pyrotechnik zu Hause zu lassen. „Ein Knall der Feuerwerkskörper könnte bei manchem Panik auslösen“, sagt Müller.

Zum Niedersachsen-Derby gibt es am Sonnabend ab 8 Uhr ein Bürgertelefon unter (08 00) 731 31 31. Dort soll es alle aktuellen Infos zu geplanten und kurzfristigen Sperrungen geben. „Nach gemeinsamer Abstimmung“ wurde zudem entschieden, das Frühlingsfest erst um 16 Uhr starten zu lassen.

Nach Angaben der Bundespolizei rollt der erste Zug mit Eintracht-Fans um 9.20 Uhr in Braunschweig los und ist knapp eine Stunde später in Hannover. Zusätzlich gibt es einen Entlastungszug mit 600 Unterstützern an Bord. Alle Bahnen halten am Lindener Bahnhof Fischerhof, von dort aus werden die Fans direkt zum Stadion geleitet. Gleichzeitig werden elf Busse aus Braunschweig erwartet. „Alle Fans werden direkt zum Südeingang gebracht“, sagt Polizeivize Müller.

2013 trafen die rivalisierenden Vereine erstmals seit 37 Jahren wieder aufeinander. Heftige Krawalle waren die Folge. Unter anderem wollten 96-Rowdys das Stadion stürmen, Eintracht-Randalierer zogen im Zug wiederholt die Notbremse. Die Polizei leitete damals insgesamt 272 Strafverfahren ein. Im Vorfeld des Hinspiels in dieser Saison wollten sich die verfeindeten Fans eine Schlägerei in Hildesheim liefern. Doch die Polizei konnte das verhindern und nahm rund 170 Chaoten in Gewahrsam.

„Eine Kraftaufgabe“

Angesichts von Ostern, Ferienzeit, Ostermarsch und weiteren Veranstaltungen in der Stadt sei das Derby „eine Kraftaufgabe“, sagt Müller. Die konkrete Zahl der Beamten nennt er nicht, aber Polizisten aus Bremen und Schleswig-Holstein unterstützen die Niedersachsen. „Wir können uns gleich am nächsten Tag dafür revanchieren“, sagt Müller. Am Sonntag steigt mit Werder Bremen gegen den HSV das nächste Risikospiel. Dort sind die hannoverschen Kollegen dann wieder im Einsatz.

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