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Aus der Stadt Das müssen Sie beim Umtausch beachten
Hannover Aus der Stadt Das müssen Sie beim Umtausch beachten
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00:20 30.12.2015
Von Susanna Bauch
„Ist die Ware unversehrt und der Kassenbon dabei, tauschen wir um.“ Quelle: dpa
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Hannover

Viele Händler in Hannover halten während der klassischen Umtauschtage die komplette Belegschaft vor: „Bei uns arbeitet an diesen Tagen jeder, der verfügbar ist“, betont Sebastian Rechenbach, Geschäftsführer bei I. G. von der Linde. „Sehr großzügig“ handhabe man in seinem Hause die Umtauschwünsche der Kunden. „Eigentlich ist bei uns alles möglich.“ Das Geschäft zahle bei Vorlage des Kassenbons auch das Geld zurück, „wobei wir natürlich glücklicher sind, wenn ein anderer Artikel gewählt wird.“ Rechenbach rechnet in diesem Jahr aber vor allem mit einer Flut von Gutscheinen, die zwischen den Jahren eingelöst werden. „Der Gutscheinverkauf ist sehr stark gestiegen.“ Außerdem wird auch bei I. G. von der Linde nach Weihnachten schon reduziert, was ebenfalls viele Kunden anlocken dürfte. Die Erfahrung zeigt zudem, dass viele durchaus mit ihrem Geschenk zufrieden sind - „allein die Größe stimmt nicht“. Daher sei man an der Karmarschstraße auch bei Wäscheartikeln äußerst kulant.

Bei Peek & Cloppenburg ist man in Sachen Umtausch auch nicht pingelig, wie Geschäftsleiter Jörg-Dieter Baldenhofer betont. Bis weit in den Januar darf alles zurückgebracht werden, was nicht passt oder gefällt, „nur Gutscheine zahlen wir in der Regel nicht aus“. Die volle Belegschaft tritt nach den Feiertagen auch bei Karstadt an der Georgstraße an. Hier rechnet Geschäftsführer Kai-Uwe Riedel mit großem Andrang beim Einlösen von Gutscheinen. „Ansonsten gilt: Ist die Ware unversehrt und der Kassenbon dabei, tauschen wir um - gegen Geld oder Gutschein.“ Erfahrungsgemäß gehören Textilien zu den meist getauschten Waren. „Aber auch Spielzeug, Uhren, Schmuck oder Kosmetikartikel werden zurückgebracht“, sagt Riedel.

Der Handelsverband Hannover (HVH) hat eine Liste mit Tipps herausgegeben, was Kunden beim Umtausch zu beachten haben:

Gewährleistung und Kulanz: Zu unterscheiden ist zwischen dem gesetzlichen Gewährleistungsrecht und einem Umtausch aus Kulanz. Tauscht der Handel „aus Kulanz“ um, heißt das, dass er bei einwandfreier Ware nicht dazu verpflichtet wäre. In den meisten Fällen aber kommen die Händler dem Kundenwunsch entgegen. „Gewährleistung“ ist ein gesetzliches Recht der Kunden, bei Mängeln der Ware eine Nachbesserung des Produktes zu verlangen. Meistens tauscht der Handel den Kunden den fehlerhaften Artikel gegen einen neuen, fehlerfreien um. Klappt eine Nachbesserung auch beim zweiten Versuch nicht, muss der Handel die Ware zurücknehmen.

Kassenbon mitbringen: Um das Kaufdatum zu belegen, ist der Kassenbon am besten geeignet. Denn innerhalb der ersten sechs Monate muss der Käufer nicht nachweisen, dass die Ware schon von Anfang an defekt war. Auch bei einem Umtausch aus Kulanz müssen die Beschenkten belegen, dass das Geschenk in dem Geschäft gekauft wurde, in dem jetzt umgetauscht werden soll. Bester Nachweis ist auch hier der Kassenbon oder ein ähnlicher Zahlungsbeleg. Ohne diesen kann der Händler den Umtausch verweigern.

Was nicht umgetauscht wird: Geschenke werden meistens ausgepackt. Deswegen sind die Händler oft bereit, auch in diesen Fällen umzutauschen - es kommt aber auf die Ware an. Bei entsiegelten CDs oder zerstörten Umkartons etwa von Lego-Packungen wird der Umtausch nicht vorgenommen. Vom Kulanzumtausch ausgeschlossen sind Dessous, Zahnbürsten, Bademoden oder Erotikartikel. Hier sprechen hygienische Gründe gegen eine Rückgabe. Auch Parfüms können nach dem ersten Benutzen nicht mehr zurückgenommen werden. Individuell angefertigte Produkte wie Fotobücher oder T-Shirts mit speziellem Aufdruck werden die Händler ebenso wenig zurücknehmen. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Kunden insgesamt mit den bestehenden Umtausch- und Rückgaberegelungen zufrieden sind und diese sehr genau kennen“, sagt HVH-Geschäftsführer Ullrich Thiemann. „Alle diese Regelungen gelten übrigens auch außerhalb der Weihnachtszeit.“

So handelt man richtig im Internet

Auch im Internet kann man unliebsame Geschenke wieder loswerden. Eine Möglichkeit sind Auktionen, aber auch bei Onlinetauschbörsen oder auf Marktplätzen für Kleinanzeigen lässt sich das Präsent weitergeben. Wer im Internet verkauft, sollte sich aber als privater Verkäufer anmelden. Dann muss kein Widerrufs- oder Rückgaberecht eingeräumt werden. Mit einem Hinweis kann auch die gesetzliche Gewährleistung ausgeschlossen werden. Der Satz „Die Ware wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft“ schafft Klarheit. 

Die Angaben über die im Internet angebotenen Artikel müssen korrekt sein. „Wer falsche oder unzureichende Beschreibungen angibt, führt den Käufer wissentlich hinters Licht“, mahnt der Hightech-Branchenverband Bitkom. Zudem riskiert derjenige schlechte Bewertungen, die künftige Verkäufe auf derselben Plattform erschweren. Der Verband warnt zudem davor, Fotos und Produktbeschreibungen von den Herstellerseiten zu kopieren. Diese sind in der Regel urheberrechtlich geschützt. Deshalb lieber eigene Fotos schießen und selbst Texte schreiben. Der Versand der Waren sollte nur versichert erfolgen.

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