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Das müssen Sie zum Üstra-Alkoholverbot wissen

Fragen und Antworten Das müssen Sie zum Üstra-Alkoholverbot wissen

Die Üstra verbietet Alkohol in Bussen, Bahnen – weil es die Fahrgäste mehrheitlich so wollen, heißt es. Doch war die Umfrage überhaupt repräsentativ? Wer soll das Verbot durchsetzen? Und welche Strafen drohen? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Schluss mit Bier in der Bahn: Die Üstra will demnächst ein Alkoholverbot durchsetzen. 

Quelle: Archiv/Symbolbild

Kann das Verbot noch scheitern?

Nein. Nach Angaben von Regionspräsident Hauke Jagau ist kein politischer Beschluss notwendig. Es wäre auch eine Sensation, wenn die Politik mitten im Kommunalwahlkampf ein derart eindeutiges Bürgervotum vom Tisch wischen würde. Die Üstra wird das Verbot samt Modalitäten in ihren Beförderungsbestimmungen verankern. Dann wird es zum Jahreswechsel wirksam.

Ist die Umfrage repräsentativ?

Ja. Das hannoversche Meinungsforschungsunternehmen Aserto hat die 500 Teilnehmer nach anerkannten Regeln der Statistik zusammengestellt. Alle Bevölkerungsschichten sind vertreten. Bedingung war aber, dass es sich um regelmäßige Kunden der Üstra handelt, die mindestens einmal im Monat Busse oder Bahnen nutzen. Wer das verneinte, wurde aussortiert.

Wie wurde gefragt?

Per Telefon. Anschließend sind 16 Teilnehmer zu Gruppendiskussionen eingeladen worden, um „tiefergehende Erkenntnisse zur Einstellung, Gestaltung und Umsetzung eines Verbotes“ zu erörtern.

Was erhoffen sich die Befürworter?

Vor allem mehr Sicherheit und Sauberkeit in den Fahrzeugen. Die Betrachtungsweise war durchaus differenziert. „In den Gruppendiskussionen ist deutlich geworden, dass viele kein Problem mit Fahrgästen haben, die in der Bahn ihr Feierabendbier trinken. Es geht ihnen eher um Gruppen alkoholisierter Menschen, die im Fahrgastraum aus der Rolle fallen“, sagt Christa Ambrosius, Marketingleiterin der Üstra.

Wie kam es zu der Entscheidung?

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Treibende politische Kraft war die CDU, für die Axel Brockmann als Regionspräsidentenkandidat das Thema vor zwei Jahren zu einem Wahlkampfschlager gemacht hatte. Auch ins aktuelle Programm für die Kommunalwahlen im September haben die Christdemokraten die Forderung nach dem Alkoholverbot aufgenommen. Der Punkt hat sich nun erledigt. Die Üstra sowie SPD und Grüne dagegen zeigten sich in der Vergangenheit sperrig. Anfang des Jahres schließlich gab die Regionsversammlung die Meinungsumfrage in Auftrag. Mittlerweile haben alle Fraktionen angekündigt, das Ergebnis respektieren zu wollen. „Wenn die Fahrgäste das wollen, sollte man das machen“, hatte SPD-Verkehrsexperte Karl-Heinz Mönkeberg gesagt.

Was genau wird geregelt?

Das Trinken von alkoholischen Getränken aller Art ist vom 1. Januar 2017 in Bussen, Stadtbahnen und den Tunnelstationen nicht mehr erlaubt. Fahrgäste dürfen allerdings weiterhin nach Alkoholkonsum in eine Bahn steigen und mitfahren, wenn sie sich nicht daneben benehmen. Auch das Mitnehmen von eingekauften Alkoholika bleibt erlaubt. Nur müssen Flaschen und Dosen im Fahrzeug geschlossen bleiben.

Was meinen Sie?

Alkoholverbot bei der Üstra: In Bussen und Bahnen darf bald kein Alkohol mehr getrunken werden. Wie finden Sie das?

Wie wird auf das Verbot hingewiesen?

Wie bei anderen Verkehrsunternehmen auch: durch große Aufkleber, Broschüren und im Fahrgastfernsehen.

Wer kontrolliert die Einhaltung?

Vor allem der Sicherheitsdienst Protec, bedingt auch die Fahrer. Letztere allerdings sollen nicht eingreifen, wenn sie Vorfälle bemerken, sondern müssen Sicherheitspersonal rufen. „Außerdem hoffen wir, dass soziale Kontrolle funktioniert“, sagt Üstra-Chef André Neiß. Er rechnet mit jährlichen Kosten von 500 000 Euro. Möglicherweise wird die Protec personell verstärkt. Insgesamt hofft man, dass das Alkoholverbot auf längere Sicht auf ähnliche Akzeptanz stößt wie das seit Jahren gültige Rauchverbot.

Welche Strafen drohen?

Zunächst keine. Man will es mit Ermahnungen versuchen. Wenn Trinker wiederholt auffällig werden oder andere belästigen, kann sie das Sicherheitspersonal unter Verweis auf das Hausrecht aus dem Fahrzeug werfen. „Wir wollen das Verbot mit Augenmaß durchsetzen“, bezeichnet Neiß diese Strategie. Sollte es mit dem Augenmaß nicht klappen, kann die Üstra auch Geldbußen einführen.

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