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Aus der Stadt Das neue Klangerlebnis
Hannover Aus der Stadt Das neue Klangerlebnis
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06:15 10.08.2012
Von Bernd Haase
Gernot von Schultzendorff hat sich mit 55 Jahren selbstständig gemacht. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Er hat deshalb im Kreativzentrum Halle 96 auf dem früheren Hanomag-Gelände mit Hilfe des Plug&Work-Programms von Hannoverimpuls das Unternehmen Saalakustik.de gegründet. „Wir können mittels elektronischer Beeinflussung die Akustik von Konzerträumen aufwerten“, sagt von Schultzendorff und nennt das von ihm entwickelte Verfahren „akustische Formung“.

Von Schultzendorff, den man trotz seines Alters von 55 Jahren als Jungunternehmer bezeichnen darf, ist vom Fach. Er hat Musik studiert und dann mehr als zwei Jahrzehnte lang bei der Deutschen Grammophon als Tonmeister und Aufnahmeleiter für klassische Musik gearbeitet. Das Label hat die Aufnahmestudios in Langenhagen aber im Jahr 2008 aufgelöst.

Dank seines früheren Berufes hat von Schultzendorff weltweit viele Konzertsäle von innen gesehen und deren Akustik getestet. Das Urteil fällt eher mau aus. „Es gibt weltweit nur zehn bis 15 Säle, die richtig gut sind“, sagt er. Der Wiener Musikvereinssaal zähle dazu oder das Concertgebouw in Amsterdam. Im näheren Einzugsbereich genüge die Glocke in Bremen höheren Ansprüchen. Über die hannoverschen Häuser äußert er sich nicht. Dass aber der Kuppelsaal mit seiner alles andere als optimalen Akustik höchste Anforderungen an die Orchester stellt, ist bekannt.

Gründe für die mangelnde Akustik gibt es laut von Schultzendorff einige. Manchmal stimmt die Architektur nicht - vor allem dann nicht, wenn nachträglich umgebaut wurde, um einen Konzertsaal auch für andere Veranstaltungen nutzbar zu machen. Zudem wandeln sich Ansprüche an die klassische Musik. „In den sechziger Jahren wollte man werktreue, eher nüchterne Interpretationen. Heute sollen sie sinnlicher sein“, sagt von Schultzendorff.

Der Chefdirigent des Göttinger Symphonie Orchesters, Christoph-Mathias Mueller, hat von Schultzendorff darauf gestoßen, dass hier ein künftiges berufliches Tätigkeitsfeld für ihn liegen könnte. Mueller bat den Hannoveraner mit dem feinen Gehör um Hilfe, weil er mit dem Klang in beiden Spielstätten der Universitätsstadt, der Stadthalle und dem Deutschen Theater, nicht zufrieden war. Umbauten waren in Göttingen nicht drin, sehr wohl aber akustische Formung.

Von Schultzendorff stellte zunächst einen akustischen Abdruck der Säle her - er hörte sich Konzerte an und nahm sie auf. „Raumklang setzt sich aus Reflexion und Nachhall zusammen“, sagt der Tonmeister. Beides könne angereichert und damit optimiert werden. Was sich einfach anhört, ist aber nicht leicht zu bewerkstelligen. An der Akustik für Göttingen hat von Schultzendorff mehrere Monate gefeilt, das Ergebnis lohnt sich nach Einschätzung der Beteiligten: „Schönheit und Schmelz des Klanges werden gesteigert. Die Musiker reagieren sofort auf die verbesserte Akustik, und die Zuhörer werden von einem natürlich wirkenden Raumklang umgeben“, sagt Chefdirigent Mueller. Auch der hannoversche Klavierprofessor Gerrit Zitterbart schwärmte kürzlich nach einem Auftritt als Solist in Göttingen vom Klangerlebnis.

Ein Aspekt an der Sache dürfte für die Kämmerer finanzbewusster Kommunen interessant sein: Nach all den Vorbereitungen ist für die eigentliche Umsetzung vergleichsweise wenig Aufwand erforderlich ist. „In den meisten Fällen genügen vier Mikrofone und vier bis sechs kleine Lautsprecher, um Schwächen in der Saalakustik auszugleichen“, erklärt von Schultzendorff.

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