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Das neue Siloah fährt Verluste ein

Geschäftsführung gibt Probleme zu Das neue Siloah fährt Verluste ein

Auch acht Monate nach der Eröffnung des neu gebauten Krankenhauses Siloah erfüllt die Klinik offenbar noch längst nicht die Erwartungen der Geschäftsführung des Klinikums Region Hannover (KRH). „Es läuft nach wie vor nicht rund“, sagte Finanzgeschäftsführerin Barbara Schulte.

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"Es läuft nach wie vor nicht rund": Das Klinikum Siloah, das eigentlich ein Gewinnbringer sein sollte, macht bisher offenbar ein Minus.

Quelle: Marta Krajinović

Hannover. Das liege zum einen an der veränderten Organisationsstruktur in dem neuen Gebäude. Außerdem brauche es Zeit, bis die Mitarbeiter aus den mit dem Neubau zusammengelegten Kliniken Siloah und Oststadt-Heidehaus zusammengefunden hätten. In der neuen Klinik sind derzeit noch eine Station und zwei Operationssäle geschlossen.

KRH-Medizingeschäftsführer Matthias Bracht sagt, die Geschäftsführung gehe davon aus, dass das neue Krankenhaus in diesem Jahr ein Defizit machen werde – ohne allerdings Zahlen zu nennen. Unter leitenden Ärzten im KRH ist derweil von einer „sehr schwierigen Lage“ für das Siloah die Rede. Die Mediziner befürchten auf das Jahr hochgerechnet für die Klinik einen Verlust von rund 6,3 Millionen Euro, sollte die Lage nicht noch verbessert werden können. Während die Geschäftsführung keine Zahlen zur Auslastung des Gebäudes mit 575 Betten nennt, vermuten die Ärzte, dass viele Patienten, die früher ins Oststadtkrankenhaus gegangen wären, das Siloah nicht annehmen. „Die gehen jetzt eher in die Medizinische Hochschule“, sagt einer von ihnen.

Die Motivation der Mitarbeiter im Siloah sei extrem hoch, sagt Bracht. Dass in einem neuen Krankenhaus Stationen zunächst unbesetzt blieben, sei normal. Zunächst müssten die neuen Arbeitsabläufe funktionieren. Die zwei Operationssäle (von insgesamt neun) sollen jetzt nach und nach in Betrieb gehen, kündigt die Geschäftsführung an. Bisher habe dafür geeignetes Fachpersonal gefehlt.

Kritik am Marketingkonzept

Kritik an der KRH-Geschäftsführung kam gestern vom Bielefelder Gesundheitsökonomen Prof. Wolfgang Greiner, der früher im KRH-Aufsichtsrat saß. Es reiche nicht, einfach ein Krankenhaus neu zu bauen – man brauche auch ein Marketingkonzept. Greiner meint, eine neue Klinik müsse so behandelt werden wie ein Flughafen. „Es ist nicht akzeptabel, dass einzelne Teile bei Betriebsbeginn nicht funktionieren“, sagt er. Die Arbeitsabläufe hätten zuvor besser eingeübt werden müssen. Das Klinikum der Region befinde sich nach wie vor in einer „angespannten finanziellen Situation“, sagt KRH-Chefin Schulte. Die Geschäftsführung schätze die Entwicklung jedoch so ein, dass man mit den Maßnahmen aus dem Medizinkonzept 2020 auf dem richtigen Weg sei.

Vermutungen unter Regionspolitikern, das KRH habe im ersten Quartal dieses Jahres ein schlechtes Ergebnis erzielt, wollte die Geschäftsführung gestern nicht kommentieren. Schulte begründete das damit, dass der Aufsichtsrat noch nicht informiert worden sei.

Das Klinikum plant für dieses Jahr mit einem Defizit von 10,5 Millionen Euro – das allerdings wäre schwierig zu halten, wenn das Siloah tatsächlich die vermuteten Verluste einfahren würde. Das vergangene Jahr hat der Klinikkonzern mit einem Minus von 19 Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen darf bis zum Jahr 2017 noch rote Zahlen schreiben, dann soll nach dem Beschluss der Regionsversammlung der Konsolidierungskurs abgeschlossen sein.

Von Mathias Klein

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