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Aus der Stadt Lohnt sich ein Besuch im Tower Event Center?
Hannover Aus der Stadt Lohnt sich ein Besuch im Tower Event Center?
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02:15 06.10.2017
Von Saskia Döhner
Event-Tower auf dem Oktoberfest. HAZ-Redakteurin Saskia Döhner und Kinder: Luc (16), Louisa (13) und Lia (6). Quelle: Franson
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Hannover

„Ich bin nicht verrückt, ich habe nur verrückte Gedanken“, sagt Salvador Dalí, der Maler mit dem überdimensionalen Schnurrbart, mit Schaudern erregender Stimme und lacht heiser. Wer einen Besuch im Tower Event Center, der neuesten Attraktion auf dem hannoverschen Oktoberfest, hinter sich hat, sieht das vermutlich ganz anders. Das mit 30 Metern höchste transportable Hochhaus ist ein Anschlag auf die Sinne. Was ist oben? Was ist unten? Drehe ich mich wirklich oder nur in meinem Kopf? Führen die Treppen herunter? Ist der Gang hier wirklich zu Ende oder ist das nur ein verzerrtes Spiegelbild?

In nur 30 Stunden kann der Tower nach Angaben seines Betreibers auf- und abgebaut werden. In weniger als 30 Minuten sehen wir unsere Wahrnehmungsfähigkeit durcheinandergewirbelt. Jugendliche scheinen dagegen weitgehend immun zu sein, oder sie geben es einfach nicht zu.

 Lohnt sich ein Besuch im Tower Event Center? Fotos von einem Familienausflug auf dem Oktoberfest. 

Zehn Themenräume bieten magische Schubladen, die sich öffnen und schließen, kippende Säulen und verzerrte Baumlandschaften. Uhren zerfließen, Geister singen und Waschbecken spritzen, ein Dali-Abbild pustet. Die Spektralbrillen machen den Eindruck so täuschend echt, dass die sechsjährige Lia sie lieber immer mal wieder absetzt. Die Rollbänder und Drehscheiben draußen erscheinen uns beinahe entspannend. Der Tower sei für Kinder ab fünf geeignet, hatte der Mann an der Kasse gesagt. Unsere Sechsjährige, sonst eher hartgesotten als ängstlich, hat die Plastikspinnen im Tunnel nach einem entschiedenen „Iih“ gut weggesteckt, auch die singende Rockoma beeindruckt sie nicht sonderlich. Doch die sprechenden Köpfe an der Wand und der laut ruckelnde Fußboden, der ein Erdbeben simulieren soll, bringen sie so aus der Fassung, dass sie sich auf meinen Arm flüchtet. Als sich ihr dann auch noch ein Totenkopf mit funkelnden Augen entgegenreckt, hat die Erstklässlerin erst mal genug.

Wann kann ich aufs Riesenrad?

Die Aussicht vom Skyline-Café aus lenkt dann ab. „Wann kann ich aufs Riesenrad?“, fragt Lia und zeigt in die Ferne. Bis 23 Uhr hat die Cocktailbar geöffnet. Abends, mit den Lichtern der Fahrgeschäfte dürfte das Ambiente auch noch schöner sein. Am Nachmittag sieht man vor allem parkende Autos - und eben das Riesenrad.

Gleich im Eingangsbereich gibt es übrigens einen Geldautomaten. Das ist wichtig, denn Geld kann man auf dem Oktoberfest schneller ausgeben, als man denkt. Für den Tower sind die Eintrittspreise mit 5 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Kinder (unter 1,50 Meter Größe) noch recht moderat. Eine Stunde vergeht schnell.

Das Fazit meiner Mittester? Der 13-Jährigen mit dem Sinn für Ästhetik hat das Labyrinth mit den LED-Stäben am besten gefallen. Die Sechsjährige ist auf den feuchten Stufen aus Lochstahl böse ausgerutscht, hingefallen und will nur noch nach Hause. Der 16-Jährige meint trocken: „Na ja, ganz nett.“

Halbwegs zufrieden

Durchwachsene Bilanz: Das Oktoberfest geht in den Endspurt. Zur Halbzeit waren 310.000 Besucher auf dem Schützenplatz, etwas weniger als 2016. Ziel bleibe es, bis zum nächsten Wochenende noch auf 800.000, vielleicht sogar eine Million Besucher zu kommen, sagt Harald Müller von der AG Volksfest. Patrick Bodem, der einen Schießstand auf dem Oktoberfest betreut, ist durchweg zufrieden mit der Besucherresonanz, die Stimmung sei gut: „Je besser das Wetter, desto besser das Geschäft.“ Heute ist Familientag auf dem Festplatz. Jedes Kind erhält eine Freifahrt in einem Karussell nach Wahl. Generell gibt es Rabatte bis zu 50 Prozent, das Festzelt Ahrend bietet außerdem von 16 Uhr an Kinderaktionen an.

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