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Das sind die spannendsten Kriminalfälle Hannovers

HAZ-Buch Das sind die spannendsten Kriminalfälle Hannovers

Der Schlächter von Hannover, der Fall Gaucke und jüngst der Säureanschlag auf Vanessa Münstermann: Die Geschichte der Kriminalfälle in Hannover ist lang. Im HAZ-Buch "Es geschah in Hannover" behandeln die Autoren Simon Benne und Heinrich Thies Fälle von der Barockzeit bis in die Gegenwart.

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Heinrich Thies und Simon Benne stellen ihr neues Buch vor.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Für Anwalt Matthias Waldraff war der Donnerstag ein langer Tag. Am Vormittag verfolgte er das Urteil zum Säureanschlag auf Vanessa Münstermann. Der Täter Daniel F. muss zwölf Jahre ins Gefängnis. Am Abend in der Schalterhalle des Anzeiger-Hochhaus sprach Waldraff anlässlich der Vorstellung des neuen HAZ-Buchs „Es geschah in Hannover“ über „ein beachtliches Urteil“. „Genau richtig“, sagte er. Die 70 Zuhörer lauschten seinen Ausführungen sowie Vorträgen von Elmar Brehm, dem ehemaligen Anwalt des Juweliers René Düe, gebannt. Denn selten sprechen Anwälte und Rechtsexperten so offen über ihre oft auch taktische Arbeit. Genauso spannend fanden die Zuschauer aber die Texte der Autoren Simon Benne und Heinrich Thies.

Waldraff berichtete sehr emotional von Mechthild Bach, die wegen vorsätzlicher Tötung von Patienten angeklagt wurde, ging kurz auf den Fall Marco W. ein, der 247 Tage im türkischen Gefängnis saß, weil ihm sexueller Missbrauch eines Kindes vorgeworfen wurde, und sprach vor allem über den Fall Gaucke. „Es gibt Fälle, die lassen dich nicht los.“ Vor zehn Jahren soll Michael P. seine Frau Karen Gaucke und seine Tochter Clara getötet haben. „Dieser Fall hat uns alle berührt, denn es hätte uns alle treffen können“, sagte Waldraff. Er sprach über die gewagte Zusammenarbeit mit den Medien, über seine Provokationen gegenüber Michael P. „Warum schweigt der?“, habe sich Waldraff immer wieder gefragt. Erst mit dem Urteil habe Michael P. vermutlich verstanden, dass man auch verurteilt werden kann, wenn zwei Leichen fehlen. „Er dachte wirklich, er wird freigesprochen.“ Dann wiederholte Waldraff im Anzeiger-Hochhaus die persönliche Einschätzung aus dem Juni, dass Gauckes Tochter noch lebt. Waldraff blieb dabei bewusst unklar. „Ich möchte nicht, dass die Ämter tätig werden.“ Das Kind solle die Chance haben, in Ruhe aufzuwachsen. „Den Rest müssten die Menschen klären, die es angeht.“ Und vielleicht müsse nicht immer alles aufgelöst werden - „wenn es dem Kind so besser geht“. Großer Applaus aus dem Publikum.

Es sind genau solche Entwicklungen von Kriminalfällen, die Autor Heinrich Thies interessieren. Als Herausgeber des neuen HAZ-Buchs hat er sich auch moralischen Fragen gestellt: „Ist es legitim, solche Fälle zu einem Buch zu verarbeiten?“, fragte er und antwortete selbst. „Man kann aus den Blicken in den Abgrund lernen. Haarmann zum Beispiel zeigt uns, zu welchen Grausamkeiten der Mensch fähig ist.“

Es geschah in Hannover

Das HAZ-Buch „Es geschah in Hannover“ behandelt Kriminalfälle von der Barockzeit bis in die Gegenwart, vom Raubmörder Hanebuth über die Königsmarck-Affäre im Welfenschloss bis zum Fall Mauss. Es ist in den HAZ-Geschäftsstellen erhältlich und kann über shop.haz.de im Internet bestellt werden. Es kostet 12,90 Euro und ist ab sofort auch im Buchhandel erhältlich.

Von Jan Sedelies

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