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Das war das 22. Drachenbootrennen am Maschsee

Zuschauerzahlen sacken ab Das war das 22. Drachenbootrennen am Maschsee

Zum 22. Mal fand am Pfingstwochenende das Drachenbootrennen des Hannoverschen Kanu-Club auf dem Maschsee statt. An sonnigen Pfingstwochenenden verfolgen eigentlich bis zu 100 000 Menschen die Rennen, dieses Mal waren es nur 25  000 Besucher.

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Zum 22. Mal messen sich am Pfingstwochenende Paddler beim Drachenbootfestival auf dem Maschsee.

Quelle: Peter Steffen

Hannover. Wind peitscht über den See, die schmalen Boote tanzen auf den Wellen. An der Startposition können die Drachenboote kaum noch auf einer Linie ausgerichtet werden, Unmut breitet sich unter den Paddlern aus. „Das ist der Moment, in dem wir uns entschieden haben, den Renntag am Sonnabend abzubrechen“, sagt Inga Gräber vom Hannoverschen Kanu-Club (HKC). Um 17 Uhr, eine Stunde vor dem offiziellen Ende des Wettkampftages, müssen die Mannschaften ihre Paddel einpacken. Am Westufer des Maschsees knacken Äste aus den Baumkronen und fallen ins Wasser. Die Mannschaften ziehen sich in ihre Zelte an der Seufzerallee zurück.

3500 Paddler liefern sich bis Pfingstmontag auf dem Maschsee packende Rennen. Hier gibt es die besten Bilder.

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Unterbrechungen wegen schwieriger Wind- und Wetterverhältnisse seien bei Drachenbootregatten manchmal unumgänglich, sagt Gräber. Ein Abbruch wie in diesen Tagen komme aber höchst selten vor. Die ausgefallenen Rennen vom Sonnabend werden am folgenden Tag nachgeholt.

Paddel-Regatta findet zum 22. Mal statt

Seit 22 Jahren richtet der HKC die Paddel-Regatta auf dem Maschsee aus, und meist strahlt die Sonne vom Himmel über Hannover. Das ist von Sonnabend bis Montag anders gewesen. Frostige Temperaturen, Regenschauer und vor allem Windböen machten den Sportlern zu schaffen. „Wir paddeln auch bei Schneefall, aber Wind und Wellen sind nicht gut“, sagt Gräber. Zum Glück sei kein Team gekentert.

Dennoch: Der Stimmung unter den rund 3500 Sportlern kann das miese Wetter kaum etwas anhaben. „Gegen die Kälte gibt es schließlich Rhythmus-Getränke“, sagt Andreas Muder vom Funsport-Team „Biergermeister“. Nur die Zuschauerzahlen sacken ab. An sonnigen Pfingstwochenenden verfolgen eigentlich bis zu 100 000 Menschen die Rennen, dieses Mal sind es nur 25  000 Besucher.

Mischung aus Sportlichem Wettkampf und Betriebsausflug

Man muss sich das Drachenbootfestival als Mischung aus sportlichem Wettkampf, Betriebsausflug und Grillparty vorstellen. 130 Mannschaften treten in unterschiedlichen Leistungskategorien gegeneinander an. „Für manche ist es eine Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft im Juni, andere wollen vor allem Party machen“, sagt Karl-Heinz Seemann, Vorsitzender des HKC. Diese Mischung mache den Charme der Veranstaltung aus. „Zudem ist es eine der wenigen Regatten, die mitten in einer Stadt ausgetragen wird“, sagt er.

Zu den Leistungsträgern gehört das „Allsports Team Hannover“, das schon etliche Weltmeisterschaften gewonnen hat. Auch die „Rhenania Drachen“ aus Koblenz sind nicht nur zum Spaß in Hannover. „Das Niveau in unserer Kategorie ist hoch“, sagt Frederik Anspach vom Koblenzer Team. Beim Drachenbootfestival lasse sich erkennen, in welcher Form die Gegner bei den anstehenden Meisterschaften seien. Neu in diesem Jahr auf dem Maschsee und ein scharfer Konkurrent für die übrigen Athleten ist die Mannschaft mit der längsten Anreise – das Team aus der chinesischen Metropole Changde. Am Ende erkämpfen sich die Chinesen sogar den ersten Platz im 500-Meter-Rennen.

„Wir wollen hier nicht untergehen“

In der mittleren Kategorie, der Funsport-Klasse, treten Mannschaften an, die zumindest regelmäßig trainieren. Häufig handelt es sich um Teams, die aus Kollegen eines Unternehmens bestehen. Abteilungsleiter und Azubis sitzen dann in einem Boot. Die Betriebssportgruppen packt ein gewisser Ehrgeiz. „Wir wollen hier nicht untergehen“, sagt Sebastian Schwarz von den „Dragon Seeds“, einer Mannschaft der Firma Kleinwanzlebener Saatzucht aus Einbeck. Das mit dem Untergehen meint er im doppelten Sinne: Das Boot dürfe angesichts von Wind und Wellen nicht kentern, und im Wettbewerb wolle man auch nicht Letzter werden.

Und dann ist da noch die Fun-Fun-Klasse. Hier tummeln sich Mannschaften, die nicht in erster Linie aus sportlichen Gründen am Festival teilnehmen. „Wir nehmen das alles nicht bierernst“, sagt Patrick Bartels von den „VHV Vikings“ grinsend. Seine Teamkollegen sitzen im Mannschaftszelt und verzehren gerade ihre Mittagsmahlzeit – Würstchen und Steaks, frisch vom Grill. „Ihr seid doch nur hier, um euch vollzumampfen“, entfährt es dem achtjährigen Sohn Konrad. Die Teamkollegen grinsen, der Vater beeilt sich hervorzuheben, dass er aus einer sportlichen Familie stamme. „Außerdem haben wir in den Vorläufen den ersten Platz gemacht, weiß auch nicht wieso“, sagt Bartels.

Campingurlaub am Maschsee

Drachenbootfestival in Hannover, das ist nicht nur paddeln, schwitzen, Würstchen drehen. Rund 50 Teams verzichten auf eine Hotelunterkunft und machen ein paar Tage Campingurlaub am Maschsee. Auf den Wiesen am Westufer rund um das Stadionbad stehen etliche Iglu-Zelte. Dort herrscht normalerweise ausgelassene Stimmung, jetzt wirken die Zelte verlassen. „Die Kälte macht uns schon zu schaffen“, sagt Esther Rahm. Gerade hat sie ihr erstes Rennen mit dem Team „Vollbrett“ hinter sich, fröstelnd steht sie vor dem Zelteingang. Eigentlich könnte die Hannoveranerin in ihrer warmen Wohnung nächtigen, doch dem Team zuliebe bleibt sie im Zelt. „Das ist bei uns wie ein Ehemaligentreffen“, sagt die 22-Jährige. In ihrer Jugend habe sie zusammen mit den Mannschaftskollegen Kanusport betrieben, nach der Schule seien alle auseinander gegangen und lebten nun in anderen Städten. „Beim Drachenbootfestival sind wir wieder ein Team“, sagt Rahm. Am Ende hat sich der Kampf gegen die Kälte gelohnt. „Vollbrett“ gewinnt, doch anstelle des Glaspokals nehmen die Sportler einen Haufen Scherben mit nach Hause. Beim Siegerfoto hat der Steuermann den Pokal fallen gelassen.

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