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Das zeigen die Peta-Aufnahmen aus dem Zoo Hannover

Elefanten-Gehege Das zeigen die Peta-Aufnahmen aus dem Zoo Hannover

In einem Fernsehbeitrag in der Sendung Report Mainz vom Dienstagabend wird mit heimlich gedrehtem Videomaterial der Tierschutzorganisation Peta der Einsatz sogenannter Elefantenhaken angeprangert. Die Geschäftsführung des Erlebniszoos weist die Anschuldigungen zurück. Viele Zuschauer reagieren entsetzt. 

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Quelle: Peta/Screenshot

Hannover. Geht der Zoo Hannover zu rabiat bei der Dressur von Elefanten um? In einem  Fernsehbeitrag in der Sendung Report Mainz, der am Dienstagabend in der ARD ausgestrahlt wurde, wird mit heimlich gedrehtem Videomaterial der Tierschutzorganisation Peta der Einsatz sogenannter Elefantenhaken angeprangert.

Aktivisten von Peta hatten vor knapp einem Jahr heimlich Filmaufnahmen im Zoo gedreht und das Material „Report Mainz“ angeboten. In dem Film des Magazins sind Szenen zu sehen, in denen Tierpfleger den Elefantenhaken vor allem im Umgang mit den Jungtieren der Herde benutzen. Die Behauptung, es würden Schläge erteilt, ist allerdings interpretationsfähig. Dass es Verwundungen gegeben haben soll, ist aus den Szenen nicht ersichtlich. Laut Zoo Hannover handelt es sich um "Führung", laut Tierschützern um Tierquälerei.

Der Zoo-Geschäftsführer Andreas Casdorff hatte die Beschuldigungen im Vorfeld der Sendung zurückgewiesen: „Wir müssen unsere Tiere erziehen, verletzen sie dabei aber weder körperlich noch seelisch.“  Am Mittwoch nach der Sendung erklärte er, dass man die von den Tierschützern heimlich gefilmten Aufnahmen genau analysieren werde. "Sollte irgendwo ein Fehlverhalten stattgefunden haben, werden wir konsequent handeln", sagte Andreas Casdorff der Deutschen Presse-Agentur.

"Free contact" oder "protected contact"

In Hannover wird der sogenannte „free contact“ praktiziert, bei dem sich die Pfleger innerhalb der Herde bewegen und den Haken, einen Stab mit Metallspitze, schon aus Selbstschutzgründen mit sich führen. Alternative ist der „protected contact“ mit einem Trenngitter zwischen Mensch und Tier. Diese Form, bei der kein Haken mehr notwendig ist, will der Zoo von 2018 an einführen. Dafür sind Umbauten notwendig.

Tierschützer werden Pflegern im Zoo Hannover vor, Baby-Elefanten zu misshandeln, um ihnen Kunststücke beizubringen. 

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Die inhaltliche Debatte, ob die "fee contact"-Haltung oder diejenige nach dem "protected-contact"-Prinzip die bessere sei, lässt der Beitrag bei "Report Mainz" außen vor. Die eingeholten Expertenmeinungen einer Tierschutzbeauftragten aus Hessen, die die hannoverschen Verhältnisse nur auf Grund der vorgelegten Filmaufnahmen kennt, und einer umstrittenen Tierrechtsaktivistin werden nicht hinterfragt.

Gegenläufige Ansichten berücksichtigt der Beitrag nicht. „Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, deshalb geben wir, wie auch der europäische Verband, keine Empfehlung in eine Richtung“, sagt etwa Volker Homes, Geschäftsführer des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ), dem im deutschsprachigen Raum 69 Tierparks angehören. „Protected contact“ sei die naturnähere Haltungsform; „free contact“ vereinfache beispielsweise notwendige medizinische Behandlungen und Pflege.

Shows sind verpönt

Verpönt sind laut Homes seit einiger Zeit Dressuren für Tiershows, wie sie der Zoo in Hannover mit seinen Elefanten bis vor drei Jahren praktiziert hat. „Das Aufgabenspektrum von Zoos umfasst Natur- und Artenschutz sowie Umweltbildung. Dazu passen Dressuren nicht“, erklärt der Geschäftsführer.

Von den 27 Zoos mit Elefantenhaltung praktizieren 14 den „free contact“. Einige andere, darunter Köln, Heidelberg, Münster und Osnabrück, haben zuletzt auf die andere Variante umgestellt.

Peta erstattet Anzeige

Die Tierschutzorganisation Peta hat derweil gegen den Zoo Hannover bei der Staatsanwaltschaft der Landeshauptstadt Strafanzeige wegen Tierquälerei erstattet. Nach Angaben von Casdorff wird die Elefantenhaltung im Zoo Hannover in regelmäßigen Abständen vom städtischen Veterinäramt kontrolliert. „Es gab nie Beanstandungen. Außerdem würden die Besucher Verletzungen oder Wunden bei den Tieren bemerken“, sagt er. Bezüglich einer Strafanzeige hatte er erklärt, er könne trotzdem ruhig weiter schlafen: „Ich stehe hinter unserem Team.“  

Nutzer bei Facebook und Twitter reagieren empört auf den Beitrag. "Ich bin entsetzt! Zootiere sind doch keine Zirkustiere", heißt es etwa in einem Tweet zur Sendung. Einige Nutzer riefen zum Boykott des Zoos auf. 

se/ewo

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