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Aus der Stadt Datenschutz: Die besten Tipps bei der Cebit-d!lounge in Hannover
Hannover Aus der Stadt Datenschutz: Die besten Tipps bei der Cebit-d!lounge in Hannover
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00:47 15.06.2018
„Ich lasse ja auch nicht die Haustür offen und gebe allen Nachbarn Einblick in meine Wäsche –auch bei Facebook sollte sich jeder überlegen, wie viele Daten er freigibt“: Kathrin Körber von der Verbraucherzentrale bei der d!lounge am Kröpcke im Gespräch mit HAZ-Redakteur Jan Sedelies. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Die neue Innenstadt-Cebit ist in Hannover angekommen – am zweiten Tag der digitalen Kaffeepause ist es schon voller am Kröpcke. Mehr als 50 Gäste haben am Dienstag die Gelegenheit genutzt, mitten in der Stadt bei frischem Machwitz-Kaffee Experten zu lauschen zu Fragen rund um die schöne neue Welt des Internets. Diesmal hatte HAZ-Redakteur Jan Sedelies die Digitalisierungsreferintin Kathrin Körber von der Verbraucherzentrale zu Gast, die berichtete, dass immer mehr Menschen Fragen haben zu Datensicherheit. „Mit Computern können inzwischen fast alle umgehen, aber die Unsicherheit ist groß, was eigentlich sicher ist im Internet.“

Große Unsicherheit, sagt Körber, gebe es etwa bezüglich sogenannter Fishing-Mails, mit denen Betrüger versuchen, an Kreditkarten- oder Kontodaten zu kommen. „Woran erkennt man denn eigentlich Fishing-Mails“, fragt Moderator Sedelies. Körber gibt ganz praktische Tipps: „Banken und andere seriöse Anbieter fragen niemals über Mails sensible Daten ab. Deshalb sollte niemand jemals auf einen Link in einer Mail klicken und danach auf der Website persönliche Daten eingeben, sondern immer die Internetadresse direkt eingeben.“ So lasse es sich verhindern, dass man auf teure Betrugsversuche hereinfalle. Aber sie räumt auch ein: Die Methoden der Betrüger werden immer vielfältiger und perfider: „Für jede Masche gibt es irgendeinen Verbraucher, der darauf hereinfällt.“

„Oft reicht die Mailadresse –es muss nicht immer der Name sein“

Durch alle Altersgruppen hindurch etwa litten Internetnutzer inzwischen unter Datendiebstahl, weil Facebookprofile geknackt würden. „Jeder muss sich selbst überlegen, auf welchem Portal er wie viele Daten angeben will“, sagt Körber. Sie rate zur Datenminimierung: „Wenn Sie sich auf irgendwelchen Plattformen anmelden, reicht oft die Mailadresse – es muss gar nicht immer der Klarname sein.“

Die Cebit rechnet mit bis zu 3000 Ausstellern aus 70 Ländern. Das sind die wichtigsten Themen 2018.

Als Sedelies das Publikum fragt, wer schlichte Passwörter wie „Passwort 123“ ohne ähnliche Schlichtvarianten nutzt, verneinen alle. Es ist aber bekannt, dass die meisten Netznutzer viel zu einfache Codes nutzen oder sogar für alle Anbieter das gleiche Passwort. „Nutzen Sie Groß- und Kleinschreibung, überlegen Sie sich ein System der Passwörter –wenn Sie zum Beispiel den Vornamen der Tochter nehmen, können Sie auch gleich aufs Passwort verzichten.“ Auch bei Passwortmanagern sei Vorsicht geboten: Sie müssten praktikabel und einfach sein –und vor allem sicher. Testberichte etwa vom hannoverschen Heise-Verlag seien als Informationsquelle sehr nützlich vor einer Entscheidung über eine Passwortmanager.

Niedersachsen können Strafanzeige bei der Onlinewache der Polizei stellen

Wenn aber trotzdem jemand einem Abbuchungsschwindel aufgesessen ist, müsse auf jeden Fall Strafanzeige gestellt werden, rät Körber. Dafür brauche aber niemand zur Polizeidienststelle laufen: „In Niedersachsen gibt es den tollen Service, Strafanzeigen bei der Onlinewache der Polizei zu stellen.“ Die Aufklärungsquote allerdings sei eher gering, gesteht die Expertin auf Nachfrage von Sedelies zu. „Aber vor allem wenn es um Fragen des Identitätsdiebstahls geht, ist es wichtig, dass der Vorgang dokumentiert ist.“ Grundsätzlich gelte, dass Datensparsamkeit die sicherste Prävention gegen Betrug sei. „Ich lasse ja auch nicht die Haustür offen und gebe allen Nachbarn Einblick in meine Wäsche – auch bei Facebook sollte sich jeder überlegen, wie viele Daten er freigibt“, sagt Körber.

Barack Obama, Vladimir Putin, Angela Merkel: Die Hannover Messe hat schon so machen prominenten Besucher begrüßt –und dabei gab es mitunter denkwürdige Augenblicke. 

„Aber kann man denn heutzutage ernsthaft auf WhatsApp, Facebook oder Google verzichten ohne abgehängt zu sein?“, fragt Sedelies. Natürlich, sagt Körber: Es gebe viele Alternativen, bei den Suchmaschinen etwa Duckduckgo oder Metager: „Man muss sich nur kümmern, wenn man den Datengiganten seine Daten nicht preisgeben will.“

Die meisten Besucher lauschen interessiert, während sie ein Getränk nehmen oder Süßkartoffelpommes probieren. „Das ist wie Urlaub hier“, sagt Irene Jäkel aus Gehrden-Leveste, die von der Cebit-d!lounge in der HAZ gelesen hat und nun mit ihrem Mann Horst eine Kaffeepause in der Innenstadt macht. Kunstrasen, Burgerbräterstände und 120 Sofas auf Holzpaletten sind dort vor der Bühne während der Cebit aufgebaut – „es eine nette Atmosphäre“, findet sie.

Die Cebit 2018 in Hannover präsentiert sich mit einem neuen Konzept. Ein Rundgang über die Messe und ein Blick auf die Highlights der Aussteller.

Von Conrad von Meding

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