Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wem gehört diese Sch.... ?
Hannover Aus der Stadt Wem gehört diese Sch.... ?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 22.11.2015
Achtung, Hundehaufen! Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Die ziemlich unendliche Geschichte des Ärgers über Hundehaufen wird mit einem bemerkenswerten Kapitel fortgeschrieben: Es könnte in Anlehnung an eine amerikanische Krimi-Serie die Überschrift „CSI Hundehaufen“ tragen. Und es handelt davon, dass herrenlose Hundehaufen durch eine DNA-Probe einem Hund und damit einem Halter zugeordnet werden können. Der müsste dann eine saftige Strafe zahlen. Zuletzt wurde die Idee jetzt im Wennigser Gemeinderat diskutiert, allerdings ohne Beschluss.

CSI, die Abkürzung steht im Englischen für Crime Scene Investigation, sinngemäß Tatortuntersuchung. In der Serie werden Fälle - natürlich! - durch heldenhafte Polizeiarbeit, aber auch von akribischen Laboranten im Grenzbereich zu molekularbiologischer Halbzauberei gelöst. So ähnlich würde auch „CSI Hundehaufen“ funktionieren. Ermittler würden Beweisstücke komplett oder zumindest Proben davon einsammeln und daraus den genetischen Fingerabdruck, oder besser: Pfotenabdruck, für den Vergleich mit den gespeicherten Daten sämtlicher Hunde am Ort erstellen, um die tierischen Täter zu ermitteln.

Abstrich per Wattebausch

Diese Datenbank ist zugleich der größte Haken an der Idee: Es müsste sie geben. Die Hunde müssen dafür zwar keine Kotprobe unter Aufsicht abgeben, sondern es reicht ein Abstrich per Wattenbausch aus der Schnauze der Tiere. Trotzdem wären Aufbau und Pflege der Datei kompliziert und teuer. „Wir halten das für völlig abwegig, dazu gab es bisher keinerlei Überlegungen. In der Praxis wäre das auch kaum durchführbar und würde bei zweifelhaftem Nutzen einen keineswegs zu vertretenden Kostenaufwand bedeuten“, sagte Hannovers Stadtsprecher Udo Möller auf Anfrage.

Ganz aus der Luft gegriffen ist die Idee aber dann auch wieder nicht. Städte wie London und Neapel haben entsprechende Pilotprojekte gestartet. In einigen US-Städten wird es bereits angewendet - das Analyselabor nennt sein Angebot „Poo-Prints“, frei übersetzt Mistbilder.

Auch mehrere deutsche Städte beschäftigen sich mit dem Thema und gucken dabei auf Vorreiter Malaga. Das dortige Umweltamt hat sämtliche Hundehalter aufgefordert, binnen sechs Monaten bei einem Tierarzt eine DNA-Probe ihres Hundes abzugeben. Das kostet 35 Euro. Pro Hundehaufen-Probe fallen 18 Euro an, die Strafen kosten je nach Fundort zwischen 200 Euro (in Parks) und 500 Euro (vor Schulen).

Der deutsche Anbieter Andreas Wende aus Burscheid verhandelt mit mehreren nordrhein-westfälischen Städten über ein Modell, bei dem Datenbankeintrag und spätere Haufenuntersuchung jeweils 70 bis 80 Euro kosten würden.

Fragt sich nur: Was, wenn ein nicht registrierter Hund auf der Durchreise in Hannover seine Spuren hinterlässt? Auf jeden Fall: ein Haufen Arbeit.

Von Kerstin Siegmund und Volker Wiedersheim

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Neben seinem Studium hat der der Literatur- und Sozialwissenschaftsstudent Juan S. Guse seinen ersten Roman in Hannover geschrieben. „Lärm und Wälder“ ist im renommierten S. Fischer Verlag erschienen. Am Montag stellt der Autor seinen Debütroman im Literarischen Salon vor.

Martina Sulner 22.11.2015

Das Pilotprojekt WundA des Jugendhilfeträgers Pro Beruf hilft jungen Obdachlosen, wieder Tritt zu fassen, und will ihnen Lebensperspektiven aufzeigen.

Jutta Rinas 22.11.2015

Gute Nachricht für Autofahrer in Hannover: Sie können die Raschplatz-Hochstraße wieder in beide Richtungen zweispurig befahren. Nach mehr als eineinhalb Jahren sind die Sanierungsarbeiten jetzt beendet worden.

19.11.2015
Anzeige