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Wem gehört diese Sch.... ?

Debatte über Hundekot-Gentest Wem gehört diese Sch.... ?

Hundekot unter den Schuhen hat wohl jeden schon geärgert. Wennigsen will die verantwortlichen Hundehalter jetzt zur Kasse bitten und denkt über Gentests für Hundekot nach. Die Halter müssten dann Geldstrafen zahlen. Die Stadt Hannover winkt hingegen ab: "Wir halten das für völlig abwegig."

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Achtung, Hundehaufen!

Quelle: dpa

Hannover. Die ziemlich unendliche Geschichte des Ärgers über Hundehaufen wird mit einem bemerkenswerten Kapitel fortgeschrieben: Es könnte in Anlehnung an eine amerikanische Krimi-Serie die Überschrift „CSI Hundehaufen“ tragen. Und es handelt davon, dass herrenlose Hundehaufen durch eine DNA-Probe einem Hund und damit einem Halter zugeordnet werden können. Der müsste dann eine saftige Strafe zahlen. Zuletzt wurde die Idee jetzt im Wennigser Gemeinderat diskutiert, allerdings ohne Beschluss.

CSI, die Abkürzung steht im Englischen für Crime Scene Investigation, sinngemäß Tatortuntersuchung. In der Serie werden Fälle - natürlich! - durch heldenhafte Polizeiarbeit, aber auch von akribischen Laboranten im Grenzbereich zu molekularbiologischer Halbzauberei gelöst. So ähnlich würde auch „CSI Hundehaufen“ funktionieren. Ermittler würden Beweisstücke komplett oder zumindest Proben davon einsammeln und daraus den genetischen Fingerabdruck, oder besser: Pfotenabdruck, für den Vergleich mit den gespeicherten Daten sämtlicher Hunde am Ort erstellen, um die tierischen Täter zu ermitteln.

Abstrich per Wattebausch

Diese Datenbank ist zugleich der größte Haken an der Idee: Es müsste sie geben. Die Hunde müssen dafür zwar keine Kotprobe unter Aufsicht abgeben, sondern es reicht ein Abstrich per Wattenbausch aus der Schnauze der Tiere. Trotzdem wären Aufbau und Pflege der Datei kompliziert und teuer. „Wir halten das für völlig abwegig, dazu gab es bisher keinerlei Überlegungen. In der Praxis wäre das auch kaum durchführbar und würde bei zweifelhaftem Nutzen einen keineswegs zu vertretenden Kostenaufwand bedeuten“, sagte Hannovers Stadtsprecher Udo Möller auf Anfrage.

Ganz aus der Luft gegriffen ist die Idee aber dann auch wieder nicht. Städte wie London und Neapel haben entsprechende Pilotprojekte gestartet. In einigen US-Städten wird es bereits angewendet - das Analyselabor nennt sein Angebot „Poo-Prints“, frei übersetzt Mistbilder.

 

Auch mehrere deutsche Städte beschäftigen sich mit dem Thema und gucken dabei auf Vorreiter Malaga. Das dortige Umweltamt hat sämtliche Hundehalter aufgefordert, binnen sechs Monaten bei einem Tierarzt eine DNA-Probe ihres Hundes abzugeben. Das kostet 35 Euro. Pro Hundehaufen-Probe fallen 18 Euro an, die Strafen kosten je nach Fundort zwischen 200 Euro (in Parks) und 500 Euro (vor Schulen).

Der deutsche Anbieter Andreas Wende aus Burscheid verhandelt mit mehreren nordrhein-westfälischen Städten über ein Modell, bei dem Datenbankeintrag und spätere Haufenuntersuchung jeweils 70 bis 80 Euro kosten würden.

Fragt sich nur: Was, wenn ein nicht registrierter Hund auf der Durchreise in Hannover seine Spuren hinterlässt? Auf jeden Fall: ein Haufen Arbeit.

Von Kerstin Siegmund und Volker Wiedersheim

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