Er schlägt vor, den Genuss von Alkohol werktags zwischen 20 und 6 Uhr sowie an den Wochenenden zu verbieten. Ähnliche Forderungen waren bereits im Winter von verschiedenen Seiten ergangen – allein, die Umsetzung ist schwierig.
Wie bereits zuvor begrüßte die Polizei die Forderungen des Christdemokraten. Man sei in Gesprächen mit der Stadtverwaltung, sagte Behördensprecher Thorsten Schiewe am Sonntag. Auch Oberbürgermeister Stephan Weil hatte sich Alkoholverboten gegenüber zuletzt grundsätzlich aufgeschlossen gezeigt, allerdings auf die Probleme der Umsetzung hingewiesen. Um eine solche Maßnahme zu rechtfertigen, müsse zweifelsfrei eine Häufung von Straftaten festgestellt werden, die mit dem Alkoholgenuss in Bezug stünden.
Genau diesen Nachweis zu führen aber fällt in der Regel schwer. 2008 hatte die Stadt Freiburg ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen für einen Bereich beschlossen, der in der Breisgaustadt als „Bermudadreieck“ bekannt ist. Nach der Klage eines Jurastudenten kippte ein Gericht den Beschluss wieder.
Auf dem am Wochenende weitgehend ruhigen Raschplatz brachten die Betroffenen am späten Sonnabendabend wenig Verständnis für die Planspiele der Kommunalpolitiker auf: „Wenn wir hier nicht mehr trinken dürfen, werden wir das ein paar Hundert Meter weiter an anderer Stelle machen“, sagte etwa der 26-jährige Mohammed. Zudem seien andere Bereiche viel mehr von Randale und Saufgelagen betroffen als der Raschplatz, befand eine 17-Jährige. So gebe es regelmäßig an Freitagen Ärger vor einer Diskothek in der Mehlstraße. Zudem sei der Maschpark bei schönem Wetter als Ort zum nicht immer ganz friedlichen Trinken und Feiern bei jungen Leuten beliebt.
Polizei und Politik haben es vor allem auf das sogenannte Vorglühen abgesehen, bei dem Jugendliche vor dem Diskobesuch unter freiem Himmel Alkohol trinken, um den hohen Preisen in den Tanztempeln aus dem Weg zu gehen. Dafür ist der Raschplatz zuletzt durch die Anlage der breiten Treppe vor der Diskothek Baggi attraktiver geworden. „Wenn sie hier so eine schöne Treppe hinbauen, sollen sie sich nicht wundern, wenn man sich draufsetzt“, sagt etwa der 24-jährige Dennis.
HAZ.de Anmeldung