Der Einbau einer Videoanlagen stelle einen besseren Schutz der Fahrer vor Pöbeleien oder gewalttätigen Übergriffen durch Fahrgäste dar, sagt der Vorsitzende des Allgemeinen Taxifahrervereins, Farshad Bahadory: „Die Hemmschwelle der Gäste ist in letzter Zeit spürbar gesunken.“ Aus dem Datenschutz gibt es aber Bedenken.
Das Beispiel Bremens zeige, wie gut die Überwachung funktioniere, heißt es bei den Taxifahrern. Dort seien bereits fast alle Fahrzeuge mit Kameras ausgestattet – die Zahl der Übergriffe sei deutlich rückläufig. In Hannover aber würden Kollegen immer häufiger von zumeist betrunkenen oder unter Drogeneinfluss stehenden Fahrgästen angegangen. „Wir diskutieren schon lange darüber, wie wir unsere Kollegen vor derartigen Angriffen schützen können. Die Videoüberwachung in den Wagen halten wir für eine gute Lösung“, sagt Bahadory.
Zwischen 200 und 600 Euro pro Anlage müssten Taxiunternehmer nach Vereinsschätzungen für die Umrüstung investieren. Trotz der hohen Kosten unterstützt „Hallo Taxi“-Chef Wolfgang Pettau den Vorschlag der Vereinigung: „Eine Kamera kann abschreckend wirken, sie ist aber auch kein Allheilmittel gegen Übergriffe.“ Zusätzlich regt Pettau an, dass alle Fahrer regelmäßig an Deeskalationstrainings teilnehmen, um kritische Lagen während der Fahrt besser zu beherrschen.
Niedersachsens Landesdatenschutzbeauftragter zeigte sich dagegen skeptisch. „Eine Videoüberwachung im öffentlichen Raum beschneidet in jedem Fall die Persönlichkeitsrechte deutlich und muss daher im Einzelfall sehr genau geprüft werden“, sagt eine Mitarbeiterin. Auf jeden Fall müssten die Taxigäste vor dem Einsteigen in den Wagen deutlich darüber informiert sein, dass Videoaufzeichnungen gemacht werden. „Das Material darf maximal 72 Stunden lang gespeichert werden“, hieß es weiter. Denkbar sei, dass die Kameras nicht permanent eingeschaltet seinen, sondern nur auf Betätigung des Notfallknopfes das Geschehen auf der Rückbank filmten.
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Kommentare
@GMzF der Commander – 04.08.10
Dass wir uns nicht missverstehen! Kein Mensch (oder vielleicht doch?) will den Überwachungsstaat! Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass ich damals 90% aller Straftaten, anhand von Video-Beweisen, aufklären konnte und dass diese, weil in der Szene bekannt, danach nicht mehr stattgefunden haben. Toi, toi, toi! Ich wünsche mir auch eine Gesellschaft, in der alles gerecht und gewaltfrei zugeht! Dies ist aber leider eine Illusion! Menschen sind nicht so! Es reicht einer unter Vielen, diesen Traum vom Zusammensein zu zerstören! Egoismus und Lügnerei hat die Geschichte der Menschheit seit Anbeginn bestimmt. Ich sehe deswegen die Möglichkeit der TV- oder Video-Aufzeichnung als ein Mittel des kleinen Mannes an, in dieser Welt für ein bisschen mehr Gerechtigkeit zu sorgen! Stell' dir vor, es gäbe keine visuellen Dokumente über den Holocaust, Vietnamkrieg, Ground Zero und tausend anderer schlimmer Ereignisse! Wir wären noch immer Gefangene der Meinung der Mächtigen, der Sieger oder Leugner, wie in der Vergangenheit! Natürlich gibt es auch Manipulation, aber diese wird umso schwieriger, desto mehr wir wissen. 'Wer nichts weiß, muss alles glauben!' --- Wir (hier) sind auf einem guten Weg. Augen auf und nicht abweichen!@GzMF paulchen – 03.08.10
Ich bin bis jetzt zwei Mal beruflich Opfer eine Straftat (gewaltätiger Angrif) geworden. Beim ersten Mal gab es eine Kamera und der zuvor leugnende Täter gab plötzlich alles zu als ihm bewusst wurde, des es aufgezeichnet wurde. Beim zweiten Mal wurde ich sogar noch der Nötigung beschuldigt und musste, obwohl wie inzwischen festgestellt unschuldig, mit viel eigenem Geld mir einen Rechtsanwalt nehmen. Ob ich meine Auslagen jemals wieder bekomme darf bezweifelt werden. Die Rechtschutzversicherungen haben häufig eine Klausel, egal ob man es war oder nicht dass im Falle einer Tat (Beschuldigung reicht auch) die nur vorsätzlich begangen werden kann, die Zahlung verweigert wird. So werde ich also doppelt bestraft, erst durch die Tat und zweitens finanziel durch falsche Anschuldigungen. Was glauben sie wie egal mir die Kameraüberwachung ist, Hauptsache ich bin geschützt bzw. ich habe gute Beweise.Das mildere Mittel einsetzen Taxifahrer – 03.08.10
Zzunächst sollte man als Taxifahrer ernsthaft überlegen, anstatt teure Kameraeinbauten vorzunehmen, zumeist betrunkene oder unter Drogeneinfluss stehende Fahrgäste einfach nicht mehr mitzunehmen.Schon sinkt die Anzahl der Übergriffe, wetten?
@ LJA Gerhard Meier zu Felde – 03.08.10
Es geht nicht darum, Straftäter in jedem Fall laufen zu lassen, das haben Sie missverstanden, sondern z.B. nur dann, wenn die Tat nicht nachgewiesen werden kann.Komisch, aus meiner Sicht wenden sich mehr und mehr Leute von Rechtsstaat und Demokratie ab, weil es einfach nicht gelebt wird und ständig Leute wie armselig Krämerseelen lieber nach Schadenersatz betteln.
Wer die Freiheit für die Sicherheit aufgibt, wird beides verlieren. (Benjamin Franklin, immerhin schon vor über 250 Jahren...)
@ Meier zu Felde LJA – 03.08.10
In der Tat. Und genau dieser immer mehr um sich greifende Grundsatz ist es, der viele Menschen an Rechtsstaat und Demokratie zweifeln lässt. Wenn ich nämlich selbst Opfer dieses einen Täters geworden bin, dann interessiert es mich einen Sch... wieviele Bürger dadurch evt. von freiheitlichen Nachteilen entlastet wurden. Kommen die dann etwa und entschädigen mich ? Wohl kaum.@ Jens Böning - WfH Gerhard Meier zu Felde – 03.08.10
Schön, dass Sie sich hier als Gegner des Rechtsstaates entlarven.Dieser Kameraunsinn verdreht den Rechtsstaat. In viele Gesetze ist der Grundsatz eingeflossen, lieber eine Straftäter laufen zu lassen anstatt 1000 Bürger mit freiheitlichen Nachteilen zu belasten.
Das scheinen weder Sie noch andere zu kennen...
@Böhning SJ – 03.08.10
"Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass in videoüberwachten Kriminalitätsschwerpunkten die Kriminalität, Gewalt und Vandalismus wirklich teilweise deutlich zurückgegangen sind."Sorry, aber das ist unbelegt und einfach falsch. Wenn das so wäre, dann müsste die Kriminalitätsrate im total-überwachten England ja auf 0 sein. Ist es aber nicht denn: Kameras verhindern nicht ein einziges Verbrechen. Sie liefern nur die Bilder für die mediengeile Kundschaft der Medien.
Datenschutz cab – 03.08.10
Beim Datenschutz sehe ich keine Probleme.Die Bewegungsprofile sämtlicher 3811-Taxen werden ohnehin per GPS verfolgt und bei der Firma Seibt & Straub, dem Hersteller und Servicedienstleister der Funkgeräte, gespeichert.
teilweise unnötig taxifahrer – 03.08.10
ich möchte nicht bei der arbeit die gesamte zeit gefilmt werden... und was passiert mit dem video-material. wer darf es sich anschauen, unter welchen umständen?darf schon jm. der sein handy, schirm usw. im taxi behauptet vergessen zu haben das video durchsehen(lassen) oder erst wenn ein richter das genehmigt.
haben die kameras auch ton und nehmen private gespräche mit auf?
und welcher unternehmer kann sich schon so hohe investitionen leisten. vor kurzem wurden schon diese neuen gps-taxameter eingebaut, mein alter chef konnte sich das nicht leisten und musste verkaufen.
das geschäft lohnt wg. der benzin und autopreise (vor allem, weil die chefs die fahrzeuge wg. der elektronik kaum noch selbst warten und reparieren können) eh kaum noch.
für ne notfallkamera wäre ich auch zu haben, aber ich glaube nicht, dass es die gibt (kosten!)
abgesehen davon bin ich noch nie überfallen worden und ich fahre seit 23jahren taxi.
wer mehrere jugendliche, die sich in "fremder sprache" unterhalten nach vahrenheide mitnimmt (oder ähnliches.. z.b in abgelegene gebiete fahren...) der hat selber schuld. beförderungspflicht sollte nicht zu lasten der eigenen sicherheit gehen.
@ Commander Wildkatze – 03.08.10
Sehr treffend formuliert.Des weiteren, ist mir nicht klar warum in Taxis andere Regeln gelten sollten als in Bus u Bahn?
Aufkleber an die Tür und los!
Gitter etc. der Commander – 03.08.10
Ich glaube, es war Ende der 60er, als nach Kapitalverbrechen an Taxifahrern, diese, durch den Einbau von Panzerglasscheiben (Gitter nutzen bei Schusswaffen nichts), von den Fond-Passagieren getrennt wurden. Des Weiteren gab es vor ein paar Jahren die Londontaxis. Beides hat sich nicht durchgesetzt und wurde schnell wieder abgeschafft, die Gründe dafür sind mir nicht bekannt. Ich persönlich empfand die Atmosphäre bei beiden Lösungen als eher unangenehm, weil natürlich die Türen bis zur Bezahlung verriegelt waren. Auch blieb das manchmal nette Gespräch mit dem Fahrer aus. Nee, nee, ... nicht mit dem Commander! Ob es Herrn Schäuble als Bundesfinanzminister noch interessiert, wann und wohin ich fahre, sei dahingestellt, aber dann müsste ich ja auch mein Handy jedesmal abschalten, wenn der Datenschutz nicht mehr gewährleistet ist! Das heißt, Videosichtung nur nach richterlicher Anordnung! Wer will denn schon die Bilder von irgendwelchen (angetrunkenen) Promis in den Medien sehen, die sich vorher ein Taxiunternehmer teuer hat bezahlen lassen? Ich befürchte, die Hälfte der Bevölkerung, aber nicht ... der Commander@ Fahim LJA – 03.08.10
Nein, dass weiß Herr Schäuble auch dann normalerweise nicht, denn Sie müssen sich ja beim Einsteigen in das Taxi nicht ausweisen. Eine Einschränkung gäbe es natürlich, wenn Sie steckbrieflich gesucht würden. Dann wäre ein Datenabgleich mit dem LKA/BKA Computer auf Dauer denkbar.Wie wäre es mit... . – 02.08.10
... einem Gitter zwischen Fahrer und Beifahrer/Rückbank.Günstiger, kein Datenschutzproblem und dazu noch sicherer - wer besoffen oder unter Drogen randaliert, dem wird die Kamera in dem Moment nämlich recht egal sein.
Zudem kann das Taxi in so einer Situation auch gleich die Fahrtrichtung ändern; zur nächsten Ausnüchterungszelle.
Überwachungsstaat Fahim – 02.08.10
jetzt weiß sogar Herr Schäuble wann ich wohin fahre -.-Man lernt ja nie aus... J. Böning – 02.08.10
Passt jetzt nicht so ganz 100%ig zum Thema, aber trotzdem:Ich hab´mich gerade mal im Internet schlau gemacht, ob es "Taxis" oder "Taxen" heisst.
Für alle, die es interessiert (und für alle anderen notgedrungen auch...):
Es heisst tatsächlich Taxis!
Tschüs!
Kameras in Taxis der Commander – 02.08.10
Ich würde vorschlagen, die Video-Aufzeichnungen direkt verschlüsselt an die Taxi-Zentrale zu überspielen und dort zu speichern. Ich befürchte, dass sonst, bei entsprechenden Verbrechen, die Fahrzeuge demoliert oder in Flammen aufgehen werden, um Beweismittel zu vernichten. Der Datenschutz wäre an einer zentralen Stelle auch leichter durchzusetzen. Ansonsten, im Namen der Sicherheit, eine gute Idee. Grüße an alle Taxifahrer und 'Freie Fahrt' ... vom CommanderWo ist das Problem? Jens Böning - WfH – 02.08.10
Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass in videoüberwachten Kriminalitätsschwerpunkten die Kriminalität, Gewalt und Vandalismus wirklich teilweise deutlich zurückgegangen sind.Es handelt sich also nicht nur um eine gefühlte Sicherheit, sondern um eine tatsächliche.
Warum sollte also ein ähnlich gutes Ergebnis nicht auch zu erzielen sein, wenn man die Innenräume der Taxis überwacht?
Natürlich müssen die Fahrgäste darüber informiert sein.
Ich weiss nicht, wo da ein Problem liegen soll?
Sobald es um das Thema Videoüberwachung geht, werden sofort die mahndenden Stimmen laut, die vor zuviel Überwachung, etc warnen.
Man sollte bei dieser ganzen Diskussion mal etwas mehr an die (möglichen) Opfer denken!
Die U-Bahn Attentäter aus München z.B. würden ohne die Überwachungskameras wohl heute immer noch frei herumlaufen.
So sieht´s aus...
Ihnen Allen einen schönen Abend!