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Aus der Stadt Debatte um die D-Linie setzt sich fort
Hannover Aus der Stadt Debatte um die D-Linie setzt sich fort
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22:36 25.11.2009
Von Bernd Haase
Ob im Tunnel oder oberirdisch: Politiker in Stadt und Region wollen ihre Pläne nicht so einfach aufgeben. Quelle: Handout
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Das sagt Thomas Hermann, baupolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion.

Die Region hatte am Dienstag eine volkswirtschaftliche Studie zur sogenannten D-Linie präsentiert. Dabei war herausgekommen, dass sich sowohl eine oberirdische Strecke, die vor dem Ernst-August-Platz abknickt und unter der Bahnunterführung hindurch zum Raschplatz führt, als auch eine unterirdische Tunnelstrecke vom Goethe- zum Raschplatz wirtschaftlich betreiben ließen.

Allerdings lehnt die Stadt eine oberirdische Strecke auf eigenem, höher gelegtem Gleiskörper ab, weil es dadurch in der Kurt-Schumacher-Straße enger würde und sich niemand vorstellen kann, beispielsweise am Steintor Hochbahnsteige zu bauen. Der unterirdischen Strecke kann die Stadt etwas abgewinnen. Bereits seit den siebziger Jahren gibt es Pläne für ihren Bau, unter dem Steintor und am Raschplatz bestehen mit einer Geisterstation bereits bauliche Vorkehrungen. Die Regionsverwaltung ist jedoch gegen den Plan, weil sie die 32 Millionen Euro Anteil an den Baukosten nicht zahlen will. „Stadt und Region haben entschieden, die Pläne zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht weiterzuverfolgen“, hatte Hans-Georg Martensen, Verkehrsdezernent der Region erklärt.

Damit mag sich wiederum Üstra-Chef André Neiß nicht abfinden, der für die Tunnelstrecke kämpft. Er hat angeregt, dass Unternehmen wie die Üstra oder die Infra die Baukosten per Kredit finanzieren. „Wir werden die Studie genau prüfen, außerdem soll uns Neiß seine Vorstellungen erläutern“, sagt Hermann, der ebenfalls zu den Tunnelfreunden zählt. „Wir werden beraten und schließen derzeit nichts aus“, kündigt Petra Rudszuck, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion, an. Auch die Grünen wollen sich die Studie näher anschauen, bevor sie entscheiden. Nach Angaben von Maike Schümer, verkehrspolitische Sprecherin der Regionsfraktion, neigt man dort zur oberirdischen Strecke. Die befürworten auch der Verkehrsclub Deutschland und die Bürgerinitiative Umweltschutz, die die Tunnelstrecke als „nicht finanzierbare Illusion bezeichnen.“ Das bürgerliche Lager sieht die Sache anders: „Wir wollen den Tunnel, aber nicht zu jedem Preis“, sagt Wolfgang Neubauer, der für die CDU-Regionsfraktion im Verkehrsausschuss sitzt. Die FDP in Stadt und Region hat eine gemeinsame Erklärung verfasst: Die Tunnelstrecke soll demnach gebaut werden, wenn genug Geld da ist.

Im HAZ-Leserforum sind rund 50 Beiträge zum Thema eingegangen. Die Mehrheit plädiert für den Tunnel.

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