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Taktzeiten verringern, Fahrpreise anheben?

Defizit bei der Üstra Taktzeiten verringern, Fahrpreise anheben?

Das Defizit der Üstra wird im Vergleich zu den vergangenen Jahren in diesem Jahr einen hohen Sprung machen. Üstra-Vorstandschef André Neiß prognostiziert beim Verkehrsunternehmen für das laufende Jahr ein Minus von rund 33 Millionen Euro. Das sind rund 11 Millionen mehr als im vergangenen Jahr.

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Das Defizit der Üstra wird in diesem Jahr stark ansteigen.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Sowohl in den Jahren 2012, 2013 und 2014 hatte das Minus des Verkehrsunternehmens jeweils bei rund 18 Millionen Euro gelegen. 2011 hatte die Üstra ein Defizit von rund 14 Millionen Euro gemacht.

In der Regionspolitik stößt das große Defizit des Verkehrsunternehmens mit Verweis auf die anstehenden Investitionen auf wenig Kritik. Die Üstra kauft derzeit die neuen Stadtbahnwagen TW 3000, zudem müssen die Betriebshöfe Mittelfeld und Glocksee saniert werden.

„Die Üstra muss die laufenden Kosten abdecken“, sagt der Verkehrsexperte der CDU-Regionsfraktion, Eberhard Wicke. Jedes Jahr stiegen zum Beispiel die Löhne und die Sachkosten, auch das müsse berücksichtigt werden. „Aus Sicht der Fahrgäste ist es positiv, wenn zum Beispiel die kürzeren Taktzeiten immer weiter in den Abend ausgedehnt werden“, meint Wicke. Aber das erhöhe auch die Kosten, betont er. Daher müsse darüber geredet werden, wie viele Ausweitungen solcher Leistungen sich die Üstra und damit die Region noch leisten könnten. Wicke weist darauf hin, dass das Unternehmen bis zum Jahr 2022 noch zusätzliche Pensionsrückstellungen ansammeln muss. „In den vergangenen Jahren wurden nicht genügend Rückstellungen gebildet“, sagt er.

Der Verkehrsexperte der FDP, Bernhard Klockow, spricht auch von hohen Standards, die beim Nahverkehr in der Region gelten. Nicht immer und auf jeder Strecke seien die hohen Taktzeiten bei Stadtbahnen und Bussen nötig, betont er. Dennoch mache der Vorstand eine gute Arbeit. Er habe in den vergangenen Jahren an zahlreichen Ecken sparen können.

Auch der SPD-Verkehrsexperte Karlheinz Mönkeberg sieht das Sparpotenzial der Üstra weitgehend ausgeschöpft. „Das Nahverkehrsangebot in der Region ist richtig gut, aber das kostet natürlich auch Geld“, sagt er. Wolle man das Defizit verringern, müsse man die Fahrpreise kräftig erhöhen. „Aber das will natürlich niemand“, betont er.

Mit den umstrittenen Bonuszahlungen der Üstra an die Mitarbeiter hat das für dieses Jahr prognostizierte Defizit nichts zu tun. Das Geld – insgesamt rund 1,4 Millionen Euro – war den Mitarbeitern bereits im vergangenen Jahr ausgezahlt worden. Im Jahr 2014 war dafür eine Rückstellung gebildet worden. An der Regionsspitze heißt es, der Üstra-Vorstand habe sich über Vertragsklauseln hinweggesetzt.

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