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Aus der Stadt Bei Grohnde gerät Wenzel unter Druck
Hannover Aus der Stadt Bei Grohnde gerät Wenzel unter Druck
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00:15 17.06.2014
Rund 300 Demonstranten fordern in Hannover die Abschaltung des AKW Grohnde. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Hannover

Der Atomreaktor in Grohnde macht Landesumweltminister Stefan Wenzel (Grüne) zunehmend zu schaffen. Die Anti-Atom-Bewegung, aus der auch Wenzel stammt, stellt jetzt den weiteren Betrieb des Atomkraftwerkes an der Weser infrage, nachdem im Streit um das mögliche Endlager Gorleben ein wenig Entspannung eingekehrt ist. Hunderte Demonstranten (die Veranstalter sprechen von 600, die Polizei von 300) forderten am Sonnabend in Hannover, den seit 1985 tätigen Reaktor sofort stillzulegen.  Bei der jüngsten Revision waren defekte Bauteile im nuklearen Teil der Anlage gefunden worden. „Wir wollen Druck auf die niedersächsische Atomaufsicht machen, dass der seit Jahrzehnten umstrittene Reaktor nicht wieder ans Netz geht“, erklärte die „Regionalkonferenz AKW Grohnde abschalten“. Die Demonstration sei erst der Anfang.

Zumindest im Grundsatz sicherte Wenzel den Demonstranten seine volle Unterstützung zu – in Form von Interviews und einer längeren Pressemitteilung, in der Grohnde zumindest indirekt vorkommt. „In der Forderung nach einem möglichst schnellen, vollständigen und endgültigen Ausstieg bin ich mit den Demonstranten einig“, erklärte Wenzel. Die vereinbarten Restlaufzeiten seien die maximal möglichen Zeiträume. „Wie lange verbleibende Anlagen tatsächlich am Netz bleiben können“, hänge aber vom Zustand der Anlagen, von der Wartung, Instandsetzung und der Zuverlässigkeit der Betreiber ab, ergänzte der Minister.

Und darüber soll nun heute im Landesumweltministerium geredet werden. Der Betreiber (im Wesentlichen der Konzern e.on) möchte den Reaktor, der noch eine Restlaufzeit bis 2021 hat, jetzt wieder anfahren lassen. Die Tatsache, dass einige abgesprungene Druckfedern von Drosselkörpern im nuklearen Teil der Anlage gefunden worden sind, hält der AKW-Betreiber nicht für bedrohlich, da diese Teile nicht sicherheitsrelevant seien. Ant-Atom-Aktivist Jochen Stay widerspricht. Die kaputten Druckfedern stellten, anders als von e.on behauptet, „durchaus ein potenzielles Risiko“ dar.

Wenzel will sich nun heute erklären, wie die Atomaufsicht mit dem Reaktor umgehen will. Das Ministerium habe die Atomaufsicht verstärkt, erklärt der Minister. Allerdings gibt er schon vorab den Betreibern an einem wesentlichen Punkt recht: „Die Drosselkörper haben keine vergleichbar wichtige sicherheitstechnische Aufgabe wie die Steuerelemente.“

Entscheidend werde nun sein, was ein weiterer Gutachter zu den bereits vorgelegten Berichten von e.on und des TÜVs sage, erläuterte am Sonntag ein Sprecher des Umweltministeriums.   

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