Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hier entsteht das neue Breitensportzentrum von 96
Hannover Aus der Stadt Hier entsteht das neue Breitensportzentrum von 96
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:49 31.08.2017
Von Mathias Klein
Oberbürgermeister Stefan Schostok (Mitte), 96-Chef-Martin Kind und Vereinsaufsichtsratschef Valentin Schmidt (rechts) bei der Grundsteinlegung. Der Entwurf: SPA Architekten, Claus Schulze, und mm Architekten, Martin Müller; Simulation: Michael Dazko Quelle: dpa
Hannover

Hannover 96 bekommt ein neues Trainingszentrum für die Freizeitsportler des Vereins. Am Mittwoch legte Oberbürgermeister Stefan Schostok gemeinsam mit Vereinsboss Martin Kind und Aufsichtsratschef Valentin Schmidt den Grundstein für das neue Vereinssportzentrum von 96. Der Verein baut an der Ecke Stadionbrücke/Stammestraße ein Gebäude mit zwei Sporthallen, einem Fitnesszentrum, Gastronomiebereich und Geschäftsstelle. Hinzu kommen Außenanlagen, unter anderem mit Feldern für Beachvolleyball, sowie ein kleines Fußballfeld.

Hannover 96 hat den Grundstein für das neue Breitensportzentrum an der Stadionbrücke gelegt.Entwurf: SPA Architekten, Claus Schulze, und mm Architekten, Martin Müller; Simulation: Michael Dazko

Der Verein setze mit dem Klinkerbau, entworfen von zwei hannoverschen Architekturbüros, einen städtebaulichen Akzent, sagte der Oberbürgermeister. Schostok betonte, dass Breitensport die Grundlage von Sportvereinen sei. „Ohne Breitensport kann es keinen Spitzensport geben“, sagte der Oberbürgermeister, der Mitglied Nummer 83 bei Hannover 96 ist.
Der Verein investiert auf dem Gelände zunächst zehn Millionen Euro, erläuterte Vereinschef Kind, im November 2018 soll die Anlage fertig sein. Fünf Millionen Euro kommen aus Rücklagen des Vereins. Unter anderem haben dazu auch die 17 000 Fördermitglieder beigetragen. „Die Überschüsse haben wir für den Bau zurückgelegt“, berichtete Vereinsgeschäftsführer Frank Feldmann. Zudem hatte der Verein den Erlös aus dem Verkauf der letzten Anteile an der Profiabteilung an Kind in Höhe von 3,25 Millionen Euro für das Projekt zurückgelegt. Die andere Hälfte wird über Kredite finanziert.     

Die Mitgliederzahl von Hannover 96 ist zuletzt rasant gewachsen – die der aktiven Mitglieder hat sich in den vergangen sieben Jahren nahezu verdoppelt, auf derzeit knapp 4000 Aktive. Der Bau sei dringend nötig, weil die Vereinsgebäude in der Clausewitzstraße baufällig seien, betonte Kind. Außerdem gebe es dort lediglich die Infrastruktur für Fußball und Tennis, Hannover 96 bietet aber Sport in 15 unterschiedlichen Sparten an. Neben Fußball, Basketball und Tischtennis gibt es unter anderem auch Tanzen, Dart und Schach.

Neubau als Familienzentrum

Bisher bietet 96 sein Sportprogramm in unterschiedlichen Turnhallen in den Stadtteilen an. Dort will der Verein auch nach Fertigstellung des neuen Zentrums weiterhin Angebote machen. Dennoch fehlten in Hannover Hallenzeiten für 96, sagte ein Sprecher. Der Neubau soll eine Art Familienzentrum werden: Eltern und Großeltern sollen zeitgleich mit den Kindern und Enkelkindern unterschiedlichen Sport treiben können. Geplant ist unter anderem auch eine „Kindersportschule“ für Mädchen und Jungen zwischen fünf und neun Jahren.

Kind stellte am Mittwoch eine mögliche spätere Erweiterung des Vereinssportzentrums in Aussicht. Dafür sei hinter dem jetzt im Bau befindlichen Gebäude viel Platz vorhanden. Das gesamte Areal wurde von der Stadt gepachtet, der Vertrag läuft bis zum Jahr 2096.     

Zwei Sporthallen im Angebot

Die zwei Sporthallen mit jeweils 450 und 160 Quadratmetern liegen im Erdgeschoss des Gebäudes. Darüber ist unter anderem auf einer Fläche von 560 Quadratmetern ein Fitnessstudio geplant. Der Schwerpunkt dort soll auf Prävention und Rehabilitation gelegt werden, auch Kraft- und Ausdauertraining ist möglich. Zwei Sporträume stehen für Fitness- und Reha-Kurse zur Verfügung. Der Verein wolle auch beim Breitensport die Nummer 1 in Hannover werden, sagte Kind. Unter anderem will er das mit der Anstellung von hauptamtlichen Trainern in dem neuen Zentrum erreichen.

Valentin Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender des für Breitensport zuständigen e.V. von 96, verlangte bei der Grundsteinlegung mehr Rückendeckung für Vereinschef Martin Kind, der bei Fans in die Kritik geraten ist. „Ohne seinen Einsatz wäre Hannover 96 nicht der Verein, der er heute ist“, sagte Schmidt. Es sei zudem „dummes Zeug“, dass der Verein verkauft werde. „96 bleibt in der Hand der Mitglieder“ sagte Schmidt. Hannover 96 sei nicht nur ein Sportverein, sondern trage „gesellschaftliche und soziale Verantwortung in der ganzen Stadt.“    

Hannover 96: Profis und Breitensportverein

Wie viele andere Vereine der Bundesliga hat Hannover 96 schon vor 18 Jahren seine Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert. Für die Profiabteilung hat das unter anderem den Vorteil der einfacheren Geldbeschaffung – zum Beispiel durch den Verkauf von Anteilen. Vorteil für den Verein: Er wäre von einer Insolvenz der Lizenzspielerabteilung nicht betroffen.
Erhebliche Unruhe gibt es derzeit im Verein und bei den Fans, weil Vereinsboss Martin Kind seine Macht vergrößern will. Vor einem Monat hat der Aufsichtsrat von Hannover 96 beschlossen, 51 Prozent der Management-GmbH an Kind zu verkaufen. Damit gibt der Club seinen letzten Einfluss auf die Profiabteilung ab. Denn die Management-GmbH, an der der Verein bisher 100 Prozent der Anteile besaß, bestellt den Geschäftsführer für die Profiabteilung. Allerdings besagt die 50+1-Regel der Deutschen Fußball-Liga, dass der Verein über mindestens 50 Prozent der Stimmanteile plus einem weiteren Stimmanteil in der Profiabteilung verfügen muss. Allerdings könnte für Kind eine Ausnahmeregel greifen, da er den Verein seit 20 Jahren unterstützt.
Viele Fans meinen, dass Kind nun einen zu großen Einfluss hat, einige fürchten sogar den Verkauf der Lizenzspielerabteilung an Investoren. Unter anderem deshalb gibt es derzeit einen Stimmungsboykott der Ultras.    

Erneut droht der Region Hannover ein weiteres schweres Gewitter: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine amtliche Warnung vor schwerem Gewitter herausgegeben. Zwischen 21.30 und 23 Uhr soll es in der Landeshauptstadt blitzen und donnern.

30.08.2017

Wenn man am frühen Morgen so einen Himmel sieht, dann kann der Tag nur gut werden. Auch am Mittwochmorgen haben viele HAZ-Leser und Fotografen zu Handy und Kamera gegriffen, um den roten Himmel über Hannover zu fotografieren. Wir haben die schönsten Fotos von Sonnenuntergängen in diesem August in einer Bildergalerie gesammelt. 

30.08.2017

Das Staatstheater will seine Werkstätten und Magazine am alten Tengelmann-Areal in Bornum konzentrieren - jetzt sind Verträge für den Ankauf des Grundstücks unterschriftsreif. Insgesamt zahlt das Land rund 11 Millionen Euro an den Vorbesitzer.

Conrad von Meding 30.08.2017