Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hier wird das Oststadtkrankenhaus abgerissen 
Hannover Aus der Stadt Hier wird das Oststadtkrankenhaus abgerissen 
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 07.01.2018
Die Abrissarbeiten auf dem Grundstück des ehemaligen Oststadtkrankenhauses haben begonnen. Quelle: Alexander Körner
Hannover

 Erst Krankenhaus, dann Notunterkunft für Flüchtlinge, jetzt Abrissimmobilie: An der Podbielskistraße haben die Bagger begonnen, das Bettenhaus des ehemaligen Oststadtkrankenhauses zu zertrümmern. Vier Monate lang wird der Abbruch dauern, dann wird das Gelände aufwendig neu gestaltet: Auf dem etwa 60 000 Quadratmeter großen Areal entsteht ein Neubaugebiet mit etwa 360 Wohnungen und einer Kita. Wenn alles nach Plan läuft, können im Sommer 2020 die ersten Bewohner einziehen.

Dreistellige Millionenkosten

„Wenn draußen die Bagger an den Fassaden nagen, dann ist im Inneren schon wochenlang entkernt worden“, sagt Karsten Klaus, Chef des kommunalen Bauunternehmens Hanova, das das Gelände zum Bau vorbereitet und später selbst etwa 65 Wohnungen dort anbieten will. Der Rest soll über andere Wohnbaufirmen organisiert werden, derzeit läuft das Auswahlverfahren.

An der Podbi haben Bagger begonnen, das Bettenhaus des ehemaligen Oststadt-Krankenhauses abzureißen. Dort entsteht ein Neubaugebiet mit etwa 320 Wohnungen und einer Kita.

„Buchholzer Grün“ haben die Entwickler das Projekt getauft. Einen dreistelligen Millionenbetrag wird es insgesamt kosten, die städtische Hanova stemmt davon etwa 18 Millionen: So viel hat der Kauf des Geländes gekostet plus Abriss und Baufeldvorbereitung. „Wir machen mehr als in einem normalen Neubaugebiet“, sagt Projektleiter Helge-Michael Donnerstag. Die insgesamt 8 Baufelder werden fertig vorbereitet an die Bauunternehmen übergeben – mit vorbereiteter Kanalisation und Baustraße, auf Kampfmitteluntersucht und mit vorbereitetem Boden. Letzteres wird ein Großprojekt. „Wir verändern die Topografie“, sagt Donnerstag. Zur Podbi hin wird das Gelände flacher, Richtung Kanal steigt es an, durchschnittlich beträgt der Unterschied einen Meter – das sind 60 000 Kubikmeter Erde, die bewegt werden.

Etwa vier Monate wird der Abriss von Bettenhaus und dem vorgelagerten Forschungsgebäude dauern, das auf Betonpfählen steht. Parallel läuft der Konzeptwettbewerb: Noch bis zum 19. Januar können Bauträger Ideen für die acht Teilflächen ausarbeiten und einreichen. Allerdings bekommt den Zuschlag nicht, wer am meisten zahlt, sondern wer das beste Konzept vorlegt. „Das ist Bestandteil der hannoverschen Wohnbauinitiative“, sagt Hanova-Geschäftsführer Klaus: „Damit wollen wir erreichen, dass die Mieten später bezahlbar bleiben und nicht allein schon durch hohe Grundstückskosten in die Höhe getrieben werden.“ 25 Prozent der Wohnungen müssen zudem als geförderter Wohnraum errichtet werden. Sie entstehen in sechs Gebäuden, dort gibt es besonders niedrige Mietpreise.

Kapelle bleibt erhalten

Nicht zum Baugebiet „Buchholzer Grün“ gehört der Gebäuderiegel, der auf der Westseite des Geländes an der Ecke zur Pasteurallee entsteht: Dort baut die Strabag bis Ende dieses Jahres ein mehrgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, das auch als Schallschutz zur Podbi dient. Ein ähnlich hohes Gebäude wird daneben errichtet. Im rückwärtigen Bereich sind niedrigere Gebäude geplant, zudem ziehen sich zwei langgestreckte Grünzüge durch das Gelände. Und ein Zugeständnis gibt es für die Anwohner:Sie hatten sich für den Erhalt der kleinen Klinikkapelle stark gemacht, sie ist vom Abriss ausgenommen und steht künftig als Solitär im Neubaugebiet „Buchholzer Grün“.

Von Conrad von Meding

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schlitten warten auf ihren Einsatz, im Baumarkt sind Schneeschieber Ladenhüter und Räumfahrzeuge rosten langsam vor sich hin: Vom Winter mit Frost und Schnee ist in Hannover keine Spur. 

07.01.2018

Mahmud Haschemi Schahrudi, ehemals Vorsitzender der Justiz in Iran, ist offenbar zur Behandlung in Hannover. Er ließ unter anderem Minderjährige hinrichten. In einem offenen Brief an Ministerpräsident Weil wird kritisiert, dass Niedersachsen den Politiker beherbergt.

07.01.2018

Das Landgericht Hannover hat den Syrien-Heimkehrer Mark H. zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Der 25-Jährige hatte eine Spielhalle in Linden überfallen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt zudem wegen Terrorverdachts gegen ihn.

04.01.2018