Herbert Schmalstieg hatte sich nach einer Lebensleistung von 40 aktiven Ausmärschen während seiner Politikerkarriere mal eine beschauliche Warte gegönnt.
Amtsnachfolger Stephan Weil (SPD) erwartete auch nach Marschende noch viel Arbeit: Immer wieder sprang er auf, um Blumen aus seinem unerschöpflichen Reservoir zu überreichen oder Küsschen zu verteilen. Und als einmal eine Lücke im Umzug war, animierte er die Zuschauer der Gegentribüne im Alleingang zu der aus Fußballstadien bekannten „Welle“. Die wurde auch ansonsten oft gegeben im Bereich der Ehrentribüne. Da vereinten sich die Politiker aller Couleur beim Aufstehen, Arme recken und erneut Platz nehmen. Schützenpräsident Paul-Eric Stolle konnte sich sagen, dass Begeisterung fürs Schützenwesen eine parteiübergreifende Angelegenheit ist.
Der scheidende SPD-Bundestagsabgeordnete Gerd Andres erlebte seine letzte „Welle“ als Mandatsträger. Seine potenzielle Nachfolgerin, Ratsfrau Kerstin Tack, saß daneben und freute sich über ihren ersten Schützenausmarsch. Die SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn hatte direkt neben ihrer Konkurrentin um den Wahlkreis 43 Platz genommen: Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), die gestern unter der persönlichen Betreuung von Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer zu stehen schien. Er hatte sie beim Ausmarsch zur Pferdekutsche und gegen 11.30 Uhr dann von der Tribüne weggeleitet – zweieinhalb Stunden vor Ausmarschende.
Den Platz auf der Tribüne ganz geschenkt hatten sich dieses Mal CDU-Bundestagsabgeordnete Rita Pawelski und Landeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). „Er wurde vorher von seinen drei Frauen abgeholt, die wollen ihn auch mal für sich“, berichtete die liberale Bundestagsabgeordnete Claudia Winterstein und meinte damit Röslers Ehefrau und die Zwillingstöchter. Die Politikerin fühlte sich wohl auf dem Platz neben ihrem Fraktionskollegen Patrick Döring. Während des Umzuges hatte sie sich damit hervorgetan, Polizisten mit Rosen aus ihrem Marschstrauß zu beglücken – in der Parteifarbe Gelb.
Bunt trieb es SPD-Landtagsfraktionschef Wolfgang Jüttner, der eine in allen Farben leuchtende Krawatte trug. „Es muss ja nicht immer Schützengrün sein.“ Jüttner hielt es ansonsten leger: Die Anzugjacke zog er wegen der Wärme aus. Landtagskollege Stefan Schostok dagegen war einer derjenigen, die eisern bei der kompletten Garderobe blieben. „Ich finde, das gehört sich so. Aber das muss jeder selbst wissen.“
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Kommentare
Schützenausmarsch Viedeo/Interview Heick, Dennis – 06.07.09
Ist es irgendwie möglich dieses Viedeo zu bekommen Herrunterladen oder vom Admin geschickt bekommen?dennis_heick@web.de
Falls ja wäre ich sehr dankbar!!
mfg
Dennis Heick
Politprominenz beim Ausmarsch Gerd Schmidt – 06.07.09
gehört sich wohl auch so, daß die sich da zeigen. Es fehlt noch ein Korb mit Wattebällchen und einer mit Tomaten bei den Zuschauern.Es muß sich wohl jeder Teilnehmer fragen lassen, was er mit dem Vereinsgemeier eigentlich zum Gemeinwohl beiträgt.
Und die sind teuer genug, extrem bindungsstark, die Ergebnisse sprechen für sich.