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Aus der Stadt Der Derby-Termin ist eine unsportliche Entscheidung
Hannover Aus der Stadt Der Derby-Termin ist eine unsportliche Entscheidung
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00:15 21.03.2017
Von Gunnar Menkens
Quelle: Archiv

Aus Gründen, die man nicht weiter verstehen muss, hassen etliche Menschen aus Hannover den Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 e.V. Umgekehrt mögen sehr viele Braunschweiger Hannover 96 nicht. Man provoziert sich, man schlägt sich und verträgt sich doch nicht. Die nächste Aufführung dieser ritualisierten Feindschaft ist für Karsonnabend geplant, Anpfiff 13 Uhr im Stadion am Maschsee. Wie befürchtet, hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) diesen Termin für das Hochrisikospiel jetzt bestätigt.

Hannover 96 und Eintracht Braunschweig trafen am 6. November zum Derby in Braunschweig aufeinander. Hier finden Sie die Bilder des Tages.

Die DFL ist die Interessenvertretung von 36 Profi-Fußballvereinen in erster und zweiter Bundesliga. Im jüngsten Geschäftsjahr erwirtschafteten ihre Clubs einen Umsatz von 3 Milliarden Euro. Der Verband organisiert unter anderem die Spielpläne der Ligen. Nach der Ansetzung des Derbys auf diesen Tag vor Ostern muss man aber den Eindruck haben, dass die DFL an Überlegungen abseits ihres Sports nicht sehr interessiert ist. 

Wie bei jedem vergangenen Nachbarschaftsduell sind am Karsonnabend Krawalle zu befürchten. Dass sich randalierende Anhänger in der City bewegen, inner- oder außerhalb von Polizeiketten, lässt Geschäftsinhaber schon um Umsätze fürchten. Unbeeindruckt zeigte sich die DFL auch von Argumenten aus Polizei und Innenministerium, die auf die Beanspruchung von Beamten zielten. Der Spielplan sieht drei Hochrisikospiele innerhalb einer Woche vor. Montag Braunschweig gegen Dresden, dann erwartet Karsonnabend Hannover Braunschweig, einen Tag später spielt Hamburg in Bremen. Das binde sämtliche norddeutsche Einsatzkräfte über Tage, mitten in den Ferien, hieß es.

Und der nötige Personaleinsatz ist enorm. Das jüngste Derby in Braunschweig im Herbst sicherten 2600 Polizisten, für immerhin 1,2 Millionen Euro öffentliches Geld. Der Gedanke, dass sich Klubs bei bekanntermaßen riskanten Spielen an solch horrenden Ausgaben beteiligen, um die öffentliche Sicherheit am Rande von 90 Minuten Fußball zu gewährleisten, bleibt naheliegend. Das Land Bremen versucht, diesen Weg zu gehen. 

Es gab Alternativen für das kommende Derby. Ostersonntag etwa, für diesen Tag setzte die DFL sechs Partien desselben Spieltages an. Die Polizei bat um Gründonnerstag, um Urlaube zu ermöglichen. Es nützte nichts. 

Einen Vorteil hat der umstrittene Sonnabendtermin auf jeden Fall. Der private Fernsehsender Sky, Vertragspartner der privatwirtschaftlichen DFL, kann nun wenigstens einen quotenträchtigen Kracher übertragen. Zahlen tun die anderen.

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