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Warum Hannover Fury so liebt

Erfolgsgeschichte Warum Hannover Fury so liebt

Jetzt sind es also drei. Drei Shows in der Tui-Arena, am 10., 11. und jetzt zusätzlich am 12. März 2017. Somit 36 000 Leute. Die wollen Fury in the Slaughterhouse sehen, eine Band, die es eigentlich seit 2008 gar nicht mehr gibt. Warum? Da gibt’s nur eine Erklärung: Phänomen. Oder präziser: Hannover-Phänomen.

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Heimspiel mit Hit-Garantie: Die Fury-Musiker Christoph Stein-Schneider (v. l.), Rainer Schumann, Kai Wingenfelder, Gero Drnek, Thorsten Wingenfelder und Christian Decker vor dem Neuen Rathaus. 

Quelle: Archivfoto: Fender

Hannover. Kurzer Rundflug durch die Vergangenheit. 1985/86, Neue Deutsche Welle eben durch, Indie noch wirklich independent, also unabhängig, also (noch) nichts zum Geldverdienen. Die Fury-Bandgründung im UJZ Kornstraße, erste Gehversuche auf den Bühnen in der Uni-Pinte Labor, im Frosch in Limmer. Bands starten zu Hunderten wie Raketen, die meisten verglühen schon beim Start. Diese mit dem putzigen Namen fliegt. In Hannover kennt man die Truppe mit den Wingenfelder-Brüdern Kai (Sänger) und Thorsten (Gitarre); Christoph Stein-Schneider (Gitarre), Hannes Schäfer (Bass, später ersetzt von Christian Decker), Schlagzeuger Rainer Schumann und Keyboarder Gero Drnek. Anderswo stellen Veranstalter und Feuilletons fest, dass sich 500 Leute in 300-Leute-Clubs zwängen, schwitzen und textsicher „Won’t Forget These Days“ mitsingen, obwohl das Lied nicht in den Charts ist. Warum? „Der Spiegel“ schreibt mit Hannover-igitt-Attitüde von „Konsensrock“. Das ist ungerecht gegenüber der Band. Und gegenüber Hannover.

Vielleicht ist es so einfach: Hannover schlägt jetzt zurück – und zwar am Ticketschalter. Nehmt dies, ihr Hannover-Kritiker: unsere Stadt, unsere Band, unsere Party. Es ist das Größte, was je eine hannoversche Band in Hannover gerissen hat. „Das erste Konzert war binnen 48 Stunden restlos ausverkauft“, sagt Veranstalter Nico Röger von der Agentur Hannover Concerts. Auch der Vorverkauf gestaltet sich derart, dass es nun einen dritten Auftritt gibt. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Vielleicht mit einer vollen Tui Arena. Aber dreimal – das ist schon ein echtes Brett“, sagt Fury-Schlagzeuger Rainer Schumann. Das sind die Dimensionen eines Stadionkonzertes. Hätte man das geahnt ... Aber das konnte man wohl nicht.

Oder doch? „Won’t Forget These Days“: 1993 haben die Furys, auf Tournee mit den Songs vom Album „Mono“, das Capitol gebucht. Für einen Abend. Dann noch einen. Und noch einen. Und am Ende waren es vier Tage mit zusammen 10.000 Besuchern, die auch im Rock den „Konsens“ nicht als Katastrophe ansehen. 1995 spielten sie noch einmal doppelt auf, die Location hieß damals noch Stadionsporthalle.

1986: Die Wingenfelder-Brüder gründen die Band, Trommler Schumann und Gitarrist Stein-Schneider sind im Probenraum im UJZ Glocksee von Anfang an dabei. Erster Auftritt im Labor am Schneiderberg. Erstes Album 1988, darauf: „Time to Wonder“.

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Und immer feierte sich Hannover dabei auch ein bisschen selbst dafür, dass es etwas zu feiern gibt, nämlich eine Band aus Hannover, die Furys, auch wenn es die eigentlich mittlerweile schon gar nicht mehr gibt. Schluss war 2008, vorher hatte es unter den Musikern auch schon mal ordentlich gekracht.

Brauchen die nun diese Shows, um sich ihr Leben als Rockstars weiter leisten zu können? Immerhin haben die Musiker in früheren Jahren mit einigem Engagement an dem Ruf gearbeitet, auf der Bühne verdientes Geld noch am gleichen Abend an der Theke wieder zu versaufen. Aber jetzt?

Die Wingenfelder-Brüder waren  mit ihrem Projekt am Freitag im vollen Capitol. Auch die anderen sind in Studios und Projekten gut beschäftigt. „Jeder von uns ist in seinem eigenen kleinen Kosmos unterwegs. Aber wenn wir dann alle wieder zusammen sind, dann hebt die alte Maschine wieder ab. Das ist dann schon was anderes“, sagt Schumann. Lukrativ werden die drei Konzerte sein, überlebenswichtig aber nicht.

Restkarten für die erste sowie die Tickets für die zweite und dritte Fury-Show gibt es im Vorverkauf, in den HAZ-Geschäftsstellen sowie unter haz-ticketshop.de (Preise von 37,50 bis 47,95 Euro inkl. Gebühren sowie ein Fanpaket mit Stehplatz im Innenraum, Fan-Pass, T-Shirt und freier Download der neuen Fury-Single für 59,99 Euro).     

Von Volker Wiedersheim 
und Uwe Janssen

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