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Flughafen Hannover Schöner warten

Alles glänzt - so schön neu: Der Flughafen hat seinen Terminal A aufpoliert – und erhofft sich davon auch eine schnellere Abfertigung der Passagiere.

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Früher hatte der Terminal A getönte Scheiben. Jetzt wirkt  alles heller und freundlicher –  man kann die Dinge bei Tageslicht besehen.

Quelle: Treblin

Hannover. Kleine Spötteleien in Richtung Dauerbaustelle Hauptstadtflughafen Berlin sind beliebt – gerade auch in der Luftfahrtbranche. Hannovers Flughafenchef Raoul Hille konnte sich gestern bei der Eröffnung des umgebauten Terminals A in Langenhagen so etwas nicht verkneifen: „Die neuen Einrichtungen für die Sicherheitskontrollen waren eigentlich für Schönefeld vorgesehen, aber da werden sie ja noch nicht gebraucht“, sagte er. Dafür haben die Langenhagener ausgediente Sitzgelegenheiten aus den Wartebereichen nach Berlin geschickt. Man findet sie demnächst im Flughafen Tegel.

Mehr als acht Millionen Euro hat der Flughafen Hannover für den Umbau des 40 Jahre alten Terminals A investiert. Acht Monate hat er gedauert; während dieser Zeit war die Abflugebene gesperrt. „Wir sind pünktlich fertig geworden und haben das veranschlagte Budget gehalten“, betonte Hille. Am Dienstag wird der Terminal, den die Lufthansa und ihre Partner wie Germanwings, Swiss oder Brussels Airlines nutzen, für die Öffentlichkeit freigegeben.

Anlass für den Umbau waren neue Anforderungen in Sachen Sicherheit. „Das betrifft insbesondere die Prüfung von Flüssigkeiten“, sagt Andreas Jung, Vizepräsident der Bundespolizei in Hannover. Der Einbau der dafür erforderlichen Gerätschaften wurde genutzt, um die gesamte Sicherheitsabfertigung neu zu ordnen. Statt der dezentralen Kontrollen an den einzelnen Schaltern gibt es jetzt eine zentrale. „Dadurch werden wir effizienter, vielleicht auch schneller“, sagt Jung. Die vieldiskutierten Körperscanner gibt es in Langenhagen noch nicht, aber sie können ohne Probleme eingefügt werden. „Das müssten wir tun, wenn beispielsweise ein Direktflug zu einem US-amerikanischen Flughafen eingerichtet würde“, erklärt Jung.

Das Terminal A des Flughafens Hannover-Langenhagen ist renoviert und modernisiert.

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Der Umbau für die Sicherheit war nicht ohne, denn die Statik musste mithilfe von 60 Tonnen Stahlelementen angepasst werden. „Wir haben die Gelegenheit genutzt, den gesamten, in die Jahre gekommenen Terminal aufzupolieren“, sagt der für die Immobilien zuständige Flughafen-Prokurist Michael Hesse.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Insgesamt wirkt das Gebäude jetzt heller und freundlicher, wozu der neue Bodenbelag beiträgt. Es verfügt über einen großen Warteraum für die Passagiere, der nicht mehr in einzelne Zonen unterteilt ist. Die bisher drei kleineren Duty-free-Shops der Heinemann-Gruppe sind zu einem größeren zusammengefasst worden. Vorhandene abgetönte Scheiben haben die Handwerker ersetzt, sodass mehr Tageslicht in die Räume gelangt. Auf der anderen Seite geben Glaselemente den Blick auf technische Einrichtungen wie etwa die Förderbänder für die Koffer frei. Die alten Stühle sind durch modernere und bequemere ersetzt worden, sogenannte Freischwinger. Sie heißen so, weil man beim Sitzen ein wenig wippen kann, wenn man möchte.

Damit verfügt der Flughafen jetzt mit dem Terminal A über ein grundrenoviertes und mit dem zu Expo-Zeiten gebauten Terminal C über ein relativ neues Gebäude. Bleibt Terminal B, der nach wie vor den Charme der siebziger Jahre ausstrahlt. „Wir haben erste Planungen für einen Umbau angeschoben. Wann es damit losgehen wird, lässt sich aber noch nicht sagen“, sagt Geschäftsführer Hille. Fest steht dagegen, dass der Flughafen bald ein flächendeckendes Netz für drahtlosen Internetzugang haben wird.

Am Flughafen beginnt die heiße Zeit des Jahres

70 Direktziele stehen im Flugplan – das Mittelmeer liegt in der Beliebtheit vorne

Die kommenden Wochen werden für den Flughafen Hannover in Langenhagen spannend – dann entscheidet sich maßgeblich, wie sich die Passagierstatistik für dieses Jahr entwickeln wird. Auf jeden Fall dürfte sie Zacken aufweisen: Mit dem Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen an diesem Wochenende wird der erste Andrang der Touristen erwartet, die es in Richtung Süden ans Mittelmeer zieht. Das Ganze steigert sich in drei Wochen, wenn in Niedersachsen das Schuljahr zu Ende ist. Dann werden in Langenhagen an Spitzentagen 20 000 Passagiere gezählt, an normalen Tagen sind es zwischen 12 000 und 14 000.

„Der Tourismus macht rund 60 Prozent unseres gesamten Verkehrsaufkommens aus, er ist unser Hauptstandbein“, sagt Sönke Jacobsen, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Insgesamt können 70 Ziele direkt angesteuert werden. Die Hitliste ist seit Jahren konstant. Ganz vorne liegt Palma de Mallorca, dann folgt Antalya an der türkischen Riviera. „Das ist inzwischen eine richtige Rennstrecke geworden. Überhaupt legt die Türkei zu“, sagt Jacobsen. Griechenland holt nach weniger guten Jahren wieder auf; das zwischendurch sehr angesagte Ägypten mit seinen Badeorten am Roten Meer schwächelt wegen der politischen Lage in der Gegend. Weil es nach wie vor keine direkte Überseeverbindung von Langenhagen aus gibt, sind die beiden Flughäfen Boa Vista und Sal auf den Kapverdischen Inseln vor der Westküste Afrikas mit 5400 Flugkilometern Entfernung die am weitesten entfernten Ziele, die von Langenhagen aus angesteuert werden. Die kürzeste Strecke ist die nach Frankfurt.

Im vergangenen Jahr hatte der Flughafen einen leichten Rückgang der Passagierzahlen hinnehmen müssen, sie lagen bei 5,23 Millionen. Grund dafür waren vor allem die Turbulenzen bei der ehemaligen Nummer eins unter den Fluggesellschaften am Standort, der Airberlin. Dafür rechnet Flughafenchef Raoul Hille für das laufende Jahr mit Wachstum. Der Grund: In den vergangenen Monaten hat der Flughafen in Langenhagen so viele neue Verbindungen akquiriert wie seit langen Jahren nicht mehr. Zu den 14 neuen Zielen gehören unter anderem die Städte Dublin und Lissabon, Sonnenziele wie Luxor und Malta, aber auch Flüge Richtung Osten nach Jekaterinburg und Nowosibirsk. Bulgariens erste private Airline, Air Via, fliegt die Badeorte des Landes an der Schwarzmeerküste an.

Dazu kommt, dass einige ansässige Gesellschaften auf bestehenden Strecken weitere Kapazitäten schaffen. Dies trifft beispielsweise auf Sunexpress mit Flügen zu den Badestränden am Mittelmeer zu, aber auch auf Flybe, dass die Zahl der Flüge zwischen Hannover und Birmingham glatt verdoppelt hat. Wer schon immer nach Sibirien wollte: Auch nach Omsk geht es jetzt häufiger.

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