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Der Gentleman-Jazzer ist jetzt 101 Jahre alt

Jean van den Berg Der Gentleman-Jazzer ist jetzt 101 Jahre alt

Manches lief am 101. Geburtstag von Jean van den Berg gestern so, wie es an 101. Geburtstagen eben so läuft: Bürgermeister Thomas Hermann gratulierte, die stellvertretende Regionspräsidentin Angelika Walter auch. Anders als bei anderen Jubilaren gestaltete sich das Abendprogramm: Da traf sich Hannovers vermutlich ältester aktiver Musiker mit Freunden und Kollegen zum „Jammen“.

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Sinatras „My Way“ beherrscht er aus dem Effeff: Jean van den Berg. F

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Natürlich wird auch dieses Jahr zum Geburtstag wieder gejammt, auch wenn das Geburtstagskind schon 101 Jahre alt. Jean van den Berg ist zweifellos Hannovers ältester aktiver Musiker. Gestern Vormittag nahm der gebürtige Niederländer in seiner Wohnung in einem Seniorenstift in der List die Glückwünsche, Urkunden, Blumen und Präsentkörbe von Kommunalpoltitikern wie Bürgermeister Thomas Hermann und der stellvertretenden Regionspräsidentin, Angelika Walther (beide SPD), entgegen, abends wurde dann mit befreundeten Musikern, darunter Christof Stein-Schneider, der früher bei Fury in the Slaughterhouse gespielt hat, in einem Restaurant weitergefeiert. Ohne Singen geht es allerdings auch am Vormittag nicht. Van den Berg intoniert kurzerhand Frank Sinatras „My Way“, den Text kennt er noch genau.

Van den Berg ist Jazzgitarrist und -sänger. Und er ist immer perfekt gekleidet. Das Einstecktuch im Sakko darf nicht fehlen, auch die Jeans sitzt. 1963 lernte er während eines Gastspiels mit seiner Band in Hannover seine spätere Frau Hildegard kennen. Ihretwegen zog er hierher, hing das Musikerleben an den Nagel, wurde Lagerarbeiter, half im Büro aus, wurde später Kundenfahrer beim Herrenausstatter Erdmann.

2001 - nach dem Tod seiner Frau - zog es ihn wieder zur Musik. Beim Südstädter Gitarrenbauer Thomas Stratmann fand er eine leuchtend grüne Duesenberg-E-Gitarre und traf den Fury-Musiker Stein-Schneider. Die Freundschaft mündete in viele Auftritte mit „jungen Musikern“, wie van den Berg sie nennt, in Kneipen wie Offenbachs Keller, Irish Harp oder Marlene. Zu seinen Begleitern gehören auch Oliver Perau (Terry Hoax, Juliano Rossi) und Rainer Schumann (Fury in the Slaughterhouse).

Den Geburtstagsgästen demonstriert van den Berg seine Technik, er schlägt die Saiten einzeln an, anstatt sie zusammenzuziehen: „So kann man jeden Akkord hören.“ Welche Wünsche er zum 101. Geburtstag hat? Van den Berg zögert ein wenig. Noch einmal verlieben vielleicht? „Wenn man über 100 ist, dann findet man nicht mehr so leicht eine Frau, die mit einem zusammenleben will“, sagt er. Das Geburtstagskonzert für 2016 ist jedenfalls schon geplant.

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