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Aus der Stadt Klüger als Knopp
Hannover Aus der Stadt Klüger als Knopp
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00:15 05.12.2013
Von Felix Harbart
In Jubelpose: Thorsten Zirkel beim Gewinn der 500 000 Euro. Quelle: ZDF
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Hannover

Wenn Thorsten Zirkel im Internet surft, ausgehend von seinem Lieblingsthema Sport, dann kann es schon mal sein, dass er vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt, wie man so sagt. „Dann klickt man sich so durch, bleibt wo hängen, liest es und merkt es sich“, sagt Zirkel. Zum Beispiel, wie die sieben UN-Generalsekretäre seit dem Zweiten Weltkrieg hießen. Oder in welchen Städten die „Schwäbsche Eisebahne“ hält. Auf was man eben so stößt.
Diese Art des Internetsurfens hat Thorsten Zirkel aus der hannoverschen Südstadt zunächst den Deutschen Vizemeistertitel im „Buzzer-Quizzen“ eingebracht. Und dann, bei der Aufzeichnung der ZDF-Sendung „Der Quiz-Champion“ mit Johannes B. Kerner im Oktober, 500 000 Euro. Am Sonnabendabend sendete das ZDF die Folge mit Zirkels Triumph, seither darf der 36-Jährige auch endlich darüber sprechen. „Ich musste natürlich unterschreiben, dass ich vorher nicht darüber rede“, sagt er.

Das Reglement der Sendung ist kaum weniger schwierig als die Fragen, die Kandidaten und prominente Gegenspieler in der 20.15-Uhr-Show beantworten müssen. Kurz gesagt muss, wer die halbe Million gewinnen will, fünf aus Funk und Fernsehen bekannte Gegner auf ihren jeweiligen Wissensgebieten schlagen. Der studierte Bankbetriebswirt Zirkel, der im Rechnungswesen der Nord/LB arbeitet, bekam es mit Sportreporter Marcel Reif (Sport), TV-Historiker Guido Knopp (Geschichte), Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens (Natur), Komponist Ralph Siegel (Musik) und Schauspielerin Katharina Thalbach (Literatur) zu tun. Speziell mit Knopp lieferte sich Zirkel ein spannendes Duell. Am Ende hatte er als einziger Kandidat aus zwei Sendungen alle besiegt – und 500 000 Euro gewonnen.

Dass Zirkel ein guter Quizzer ist, ist Freunden der Materie nicht neu. „Er ist einer der vier besten in Deutschland“, sagt Sebastian Stoll, Sprecher des Deutschen Quizvereins. Natürlich habe Zirkel, der seit einem Jahr Mitglied des Vereins ist, gute Gegner gehabt, etwa den mit einem besonders hohen IQ gesegneten Thomas Wolf. „Aber sein Vorteil war sicher, dass er an Quizsituationen gewöhnt ist“, sagt Stoll. Mit Zirkel hat zum dritten Mal ein Vereinsmitglied die halbe Million abgeräumt, zuletzt der bis vor Kurzem in Hannover wohnende Manuel Hobiger. Auch deshalb hatte eine Castingagentur Zirkel zu der Sendung eingeladen.
Probleme mit der Nervosität hatte der gebürtige Celler in der Show offenkundig nicht. „Ich habe mir bei der Aufzeichnung nie Gedanken darüber gemacht, dass das mal gesendet wird und Millionen Menschen es sehen“, sagt er. „Ich habe mich aufs Quizspielen konzentriert.“

Die Ausstrahlung der Show zelebrierte Zirkel dann mit Genuss. Er lud 60 Gäste in sein Stammlokal „La Bohème“ in Groß-Buchholz, um seinen Geburtstag nachzufeiern. Dort lief die Sendung, mit großem Jubel am Ende. „Aber die Leute aus meiner Doppelkopfrunde haben mich gleich beruhigt“, sagt Zirkel. „Ich muss jetzt nicht alle Runden ausgeben.“ Vor allem soll das Geld helfen, „sich das Leben ein bisschen einfacher zu machen“.

Gestern jedenfalls ging alles seinen Gang. Dauerkarteninhaber Zirkel saß bei 96 auf der Tribüne und sah „endlich mal wieder einen Sieg“. Das miese 1:4 im Heimspiel gegen Hoffenheim hatte Zirkel verpasst. Er hatte Besseres vor: „An dem Tag war die Aufzeichnung der Sendung.“

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