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Aus der Stadt Der Kapitän der Maschseeflotte bleibt an Bord
Hannover Aus der Stadt Der Kapitän der Maschseeflotte bleibt an Bord
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00:15 02.04.2016
„Ich gebe das Ruder nicht aus der Hand“: Üstra-Kapitän Rolf Lange. Quelle: Dröse
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Hannover

Die goldenen Knöpfe an der blauen Uniform sind frisch poliert. Mit kerzengerader Haltung steht Rolf Lange hinterm Steuerrad, wie es sich für einen echten Kapitän gehört. Lange ist seit 14 Jahren Chef der Maschseeflotte der Üstra. Tausende Hannoveraner und Touristen haben mit dem 65-Jährigen die Runde gedreht - vorbei am Fackelträger, am Strandbad und am Stadion.

Doch Lange hat schon lange vor seiner Zeit als Kapitän für die Üstra gearbeitet. Bereits 1966 begann er eine Ausbildung als Kfz-Schlosser. Für dieses 50-jährige Jubiläum ist er gestern von Üstra-Reisen-Chef Gerrit Preckel und Üstra-Geschäftsführer Wilhelm Lindenberg, selbst schon 40 Jahre im Unternehmen, ausgezeichnet worden. „Ich kann mich an keinen Mitarbeiter erinnern, der der Üstra so lange treu geblieben ist“, sagte Lindenberg.

Dabei hatte sich schon zu Zeiten von Langes Ausbildung angedeutet, dass das Unternehmen mit seiner Arbeit zufrieden war. Im Abschlusszeugnis heißt es, Lange sei ein „williger, intelligenter, strebsamer und ordentlicher Lehrling“ gewesen. Die Noten für Fleiß, Führung und Leistung: jeweils sehr gut. „Vieles, was ich damals gelernt habe, kommt mir heute noch zugute“, sagte Lange. Denn die Rundfahrten mit den Booten der Üstra-Flotte sind nur ein Teil seines Jobs. Fast noch wichtiger sind die Wartungs- und Reperaturarbeiten, die der 65-Jährige mit seinem Team selbst erledigt.

„Partymusik kommt am besten an“

Den Wechsel von der Straße aufs Wasser bezeichnete Lange, der immer ein Lächeln auf den Lippen hat, im Rückblick als „richtige Entscheidung“. So sei sein Arbeitsleben nie langweilig geworden. Wenn Gruppen eines der Boote für eine Feier mieten, legt der Kapitän höchstpersönlich die Musik auf: „Ich feiere selbst gern. Und Partymusik kommt am besten an“, lautet sein Rezept für gute Laune. Aber wenn es sein muss, kann Lange auch streng werden: Als ein übermütiger Partygast vom Steg aufs Boot und weiter ins Wasser sprang, „war die Fahrt für den jungen Mann sofort zu Ende“.

Weitaus besser hat sich der damalige Ministerpräsident Christian Wulff benommen. Der Politiker habe kurz das Steuer übernommen, weil er an sein Handy gehen musste, berichtete Lange. Eine von vielen Anekdoten. Ein Klassiker, den alle Passagiere zu hören bekommen, ist die über das Seeungeheuer Maschi. Es lebt angeblich auf der Nordseite des Maschsees und soll die Schwester von Nessie sein, dem Ungeheuer von Loch Ness.

Auf solche Geschichten müssen die Gäste der Üstra-Flotte auch künftig nicht verzichten. Ans Aufhören denkt Lange noch nicht. Ein Nachfolger, der seine handwerklichen Fähigkeiten mitbringt, ist nicht in Sicht. Und so bleibt der Kapitän an Bord: „So schnell gebe ich das Ruder nicht aus der Hand!“

Von Gerko Naumann

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