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Aus der Stadt Der Kronleuchter hat ein Schaukel-Verbot
Hannover Aus der Stadt Der Kronleuchter hat ein Schaukel-Verbot
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00:16 07.01.2016
Von Ronald Meyer-Arlt
Leuchterprobleme: Da hängt etwas, was da nicht hängen soll. Quelle: Meyer-Arlt
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Hannover

Seine Strahlkraft ist zwar ungebrochen, aber er kann sich nicht mehr bewegen. Der Kronleuchter, den der Künstler Stephan Huber 2006 vor dem Kunstverein in der Sophienstraße installieren ließ, ist defekt. Eine Kette mit Glasperlen hat sich vom Leuchter gelöst und hängt herunter. Weil sich die Kette beim Hin- und Herschwenken des Leuchters lösen könnte, darf der Mechanismus, der für die Bewegung des Leuchters sorgt, vorerst nicht eingeschaltet werden. Der Schalter, mit dem das Leuchterschwenken in Betrieb gesetzt wird, ist mit einem Schild überklebt: „Läutwerk nicht benutzen, Leuchter defekt“, ist darauf in roter Schrift zu lesen.

Läutwerk klingt nach Kirche - und das soll es auch. Schließlich wird der Leuchter auf der Sophienstraße wie eine Kirchenglocke hin und her geschwenkt. Und wie bei Kirchenglocken geschieht das auch nur zu besonderen Anlässen. Etwa zu Ausstellungseröffnungen im Kunstverein oder zu Beginn von Führungen, die ja auch - kleine Gemeinde, große Andacht - ein bisschen wie Gottesdienste sind.

Schon mehrfach musste der Kronleuchter, der die Sophienstraße wie Hannovers gute Stube erscheinen lässt, seinen Schwenkbetrieb einstellen. „Leider passiert es immer wieder, dass starke Böen kleinere Schäden an Stephan Hubers Kunstobjekt verursachen“, sagte Anja Menge, Pressesprecherin der Stadt. Jedes Mal, wenn sich wieder Glas vom Lüster gelockert hat, muss ein Hubwagen anrücken, und den Schaden beheben. Das kostet etwa 500 Euro pro Reparatur.

Der nächste Reparatureinsatz an Hubers Kunstwerk, das den Titel „Das große Leuchten“ trägt, ist bereits in Auftrag gegeben. Beim nächsten Einsatz am Kunstwerk soll auch geprüft werden, ob die Beleuchtung auch auf energiesparende LED-Lampen umgestellt werden könne. Stephan Huber, der von der Stadt bisher nicht über die Reparaturbedürftigkeit seines Leuchters informiert wurde, hätte nichts dagegen einzuwenden. „Alles ist möglich“, sagte er auf Anfrage und betonte, dass er bei Arbeiten im öffentlichen Raum stets zu Kompromissen bereit sei.

Ein Termin für die Leuchterreparatur steht noch nicht fest. Aber einen Termin fürs nächste Leuchterschwenken gibt es schon. Am Mittwoch, 6. Januar, will Kunstvereinschefin Kathleen Rahn interessierte Besucher durch die aktuelle Ausstellung von Michael E. Smith füh ren. Sie wird die mysteriösen Planen erklären, die der amerikanische Künstler in den Räumen ausgelegt hat. Und die Wasserboiler mit den Taucheranzügen. Dazu sollte der Leuchter eigentlich munter hin und her schaukeln.

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