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„Die Nachrichten führen zu Verunsicherung“

MHH-Präsident im Interview „Die Nachrichten führen zu Verunsicherung“

Fehlplanungen, Budgetüberschreitungen - die Medizinische Hochschule Hannover steckt derzeit in einer Krise. Es sind Schlagzeilen, die sich auch auf die Belegschaft auswirken, sagt MHH-Leiter, Professor Christopher Baum, im Interview.

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"Wir müssen die Riesenchance, die sich der MHH mit der Aussicht auf einen Neubau der Klinik bietet, optimal nutzen."

Quelle: Collage/HAZ

Fehlplanungen, Budgetüberschreitungen – warum steht die MHH derzeit so schlecht da?
Hier häufen sich Dinge an, die sich über viele Jahre ereignet haben. Man muss sich jeden Fall und auch den Kontext anschauen, um die Ursachen zu ergründen, und das tun wir auch. Was die wirtschaftliche Situation angeht, steht die MHH derzeit sehr gut da. Wir hatten ein schweres Defizit zu überwinden, doch wir sind wieder in den schwarzen Zahlen. Das ist eine sehr positive Entwicklung.

Es ist eine Apotheke geplant und gebaut worden, die nur teilweise zu benutzen ist. Wie konnte es dazu kommen?
Bei der Apotheke muss man sehen, dass ein Bauen in fast 50 Jahre altem Bestand, wie wir es häufig machen müssen, immer zu Problemen und damit zu Mehrkosten führen kann. Zudem hat es Schnittstellenprobleme mit dem Staatlichen Baumanagement gegeben. Ich bin sehr dafür, dass man analysiert, warum der Kostenrahmen nicht eingehalten wurde, die Verantwortlichkeiten dafür benennt, um effektivere Strukturen zu schaffen.

Müssen Sie sich Führungsschwäche vorwerfen lassen?
Das ist ein sehr globaler Vorwurf, der mir so noch nicht gemacht wurde. Man muss nicht immer auf die Pauke hauen, um Notwendiges zu ändern. Wenn Sie die Entwicklung der letzten vier Jahre betrachten, dann wird man sehen, dass die Zahlen sehr positiv sind. Wir haben in einer wirtschaftlich schwierigen Lage Arbeitsplätze gesichert, ein leichtes Wachstum erzielt und die Leistungsfähigkeit der MHH ausgebaut.

Das läuft schief an der MHH

Durch chaotische Bauplanung und mangelnde Aufsicht hat sich die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) tief in die roten Zahlen manövriert. Der Misserfolg hat viele Ursachen. Jetzt soll die Hochschule für eine Milliarde Euro saniert und in Teilen neu gebaut werden. Stellt sich die Frage: Wie in aller Welt soll das gut gehen?

Welchen Effekt haben die Nachrichten für die MHH?
Es führt zu Verunsicherung in der Belegschaft. Wir sind ein Unternehmen, das maximal von den Kenntnissen und der Motivation der Mitarbeiter lebt. Wir brauchen in Forschung, Krankenversorgung und Lehre das bestmögliche Engagement der Mitarbeiter. Wir haben auch die Sorge, dass Patienten verunsichert werden könnten durch die Schlagzeilen, die aus dem Bereich Bau und Verwaltung kommen. Da können wir immer nur betonen: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Die Qualität der Krankenversorgung ist gewährleistet und davon überhaupt nicht berührt.

Wird die MHH Stellen abbauen?
Nein, wir sind stabil unterwegs. Wir haben in den letzten drei Jahren ein leichtes Personalwachstum von einem Prozent gehabt. Es stand im Raum, dass wir im Bereich der Forschung einige Hundert Stellen abbauen müssen, aber das ist hinfällig geworden.

Wie geht es nun weiter?
Wir müssen die Riesenchance, die sich der MHH mit der Aussicht auf einen Neubau der Klinik bietet, optimal nutzen. Das müssen wir mit strategischen Planungen verbinden, also der Frage, wie sich die MHH in den nächsten zehn Jahren entwickeln soll.

Wie wollen Sie verhindern, dass es wieder zu Fehlplanungen kommt?
Das ist die Kernfrage, die sich auch die Ministerien stellen. Hier läuft eine intensive Planung. Wir müssen uns auch fragen, in welcher Organisationsform man ein solches Großprojekt durchführt. Da haben wir noch kein finales Ergebnis, aber ich bin sicher, dass wir zusammen mit allen Partnern ein gutes Modell finden werden.

Interview: Heiko Randermann

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