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Aus der Stadt Der Musikbrunnen erstrahlt im alten Glanz
Hannover Aus der Stadt Der Musikbrunnen erstrahlt im alten Glanz
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00:18 07.10.2017
Noch ohne Werbung, dafür mit frisch restaurierten Fenstern: Der Musikbrunnen in der Grupenstraße.  Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Viele Passanten nehmen die kurze Anbindung zwischen dem Platz der Weltausstellung und der Marktkirche allerdings kaum wahr. Dabei ist sie eine der ältesten Fußgängerzonen Deutschlands und entwickelt sich seit einigen Jahren wieder zur Einkaufsmeile mit kleinen, inhabergeführten Geschäften.

Das traditionsreiche Musikhaus in der Grupenstraße wird in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz renoviert.

An ihren Ursprung erinnert vor allem Kurt Lehmanns Brunnenplastik von 1956, in der er seine eigenen beiden Kinder porträtierte. Der Junge, Hans-Peter Lehmann, sollte später Intendant der Staatsoper werden. Umso treffender, dass Emma Böhmeke ihre Musikalienhandlung, mit der sie im Jahr 1972 in die Grupenstraße umzog, Musikbrunnen nannte. Die ist seit vielen Jahren Anziehungspunkt für Musiker aller Art. In Zukunft wird sie wohl auch Architekturinteressierte anlocken. Denn Hauseigentümer Nemo Gleue arbeitete bei der Renovierung des Gebäudes aus dem Jahr 1953 eng mit der Denkmalschutzbehörde zusammen. Zwar ist der Musikbrunnen noch nicht als Baudenkmal gelistet. „Das ist aber nur eine Frage der Zeit“, sagt Innenarchitekt Jens Franke, der für das Büro Alfred Müller & Partner die Renovierungsarbeiten leitet.

Für die Grupenstraße bestehe bereits Ensembleschutz, auch wenn deren historisches Bild hinter den meisten modernen Fassaden nur schwer zu erkennen sei. Die großen, versetzten Schaufensterflächen, die den Musikbrunnen auf zwei Etagen prägen, sind so jedoch fast einmalig in Hannover. Also galt es, bei der gewünschten Verlegung des Haupteingangs sehr behutsam vorzugehen. Der alte, seitliche Eingang mit seinem von Vitrinen gesäumten Windfang und den schwarz-gelben Fliesen wurde ins Ladeninnere integriert und wird zur Zeit noch als neuer Kassenbereich gestaltet.

Auch der neue Werbeschriftzug in einer für die Fünfziger typischen Schriftart wird erst in den kommenden Wochen montiert. Auf die bläulichen Mosaikfliesen an der Fassade ist Franke aber bereits stolz: Er hat ein Jahr nach einem Hersteller gesucht, der in der Lage war, die unregelmäßigen Farbschattierungen der Originale zu treffen. „Damals hat man das nicht besser hinbekommen“, sagt Franke: „Heute müssen wir die Fehler mühsam nachahmen.“

Torsten Böhmeke, der den Musikbrunnen heute mit seinem Bruder Gernot führt, ist stolz auf das neue alte Erscheinungsbild. „Die ganze Straße profitiert von unserer historischen Fassade“, sagt er. Auch Karen Falkenhagen in der Filiale des Feinkosthändlers Vom Fass freut sich darüber. Sie versucht, alle Ladeninhaber in der Grupenstraße miteinander ins Gespräch zu bringen, um gemeinsam an einer besseren Wahrnehmung der Fußgängerzone zu arbeiten. „Wir müssen Synergien herstellen“, sagt sie. Das könne ein Whisky- und Zigarrenabend mit der benachbarten „Cohibar“ sein oder ein Straßenfest mit Livemusik vor dem Musikbrunnen: „Die Musiker gehen da doch ohnehin ein und aus.“

Von Thomas Kaestle

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