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Erhebung

Der Region fehlen Krippenplätze

Von Andreas Schinkel

Den Kommunen rund um die Stadt Hannover mangelt es an Betreuungsplätzen für Kleinkinder im Alter von bis zu zwei Jahren. Das geht aus einer Erhebung hervor, die Sozialdezernent Erwin Jordan (Grüne) am Donnerstag vorstellte.

„Wir sehen die Notwendigkeit, weiter zu investieren“, sagte Jordan. Wie viel Geld die Region aber in die Hand nehmen muss, um den Bedarf zu decken, ließ er offen. „Wir müssen in den kommenden zwei Jahren herausfinden, wo neue Plätze entstehen sollten“, sagte Jordan. Immerhin habe man in den vergangenen Jahren das Angebot für die unter Dreijährigen erheblich steigern können.

Wie ein Damoklesschwert hängt die Zahl über den Köpfen der Sozialplaner: 35 Prozent der Kleinkinder, so empfiehlt der Bund, müssen spätestens in zweieinhalb Jahren in Krippengruppen oder bei Tagesmüttern untergebracht werden können. Denn ab 2013 tritt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder im Alter von ein bis zwei Jahren in Kraft. Im Umland gibt es Kommunen, die noch meilenweit von dieser Zielmarke entfernt sind. So hat Pattensen eine Versorgungsquote von 8,8 Prozent, während Gehrden schon jetzt für 27 Prozent seiner Kleinkinder einen Betreuungsplatz anbieten kann.

Dennoch standen in Gehrden am Stichtag der Erhebung 32 Kinder auf der Warteliste für einen Krippenplatz. In Pattensen dagegen gibt es keine Warteliste seit dort eine neue Kindertagesstätte eröffnet hat. Der Sozialdezernent schließt daraus, dass nicht in allen Kommunen die Quote von 35 Prozent erreicht werden muss, um die Nachfrage zu befriedigen. „In ländlichen Gegenden wollen Eltern ihre Kinder eher zu Hause betreuen“, sagt er. Dennoch plant die Region, 540 Krippenplätze bis Ende 2011 in den 15 Umlandkommunen zu schaffen, dann wäre eine Versorgungsquote von 20,6 Prozent erreicht.

Die Stadt Hannover hat dagegen 40 Prozent angepeilt. Doch wie berichtet, wird sie dieses Ziel verfehlen, falls sie sich nur auf das bisherige Krippenausbauprogramm verlässt. Aus der Ratspolitik kommt jetzt die Forderung, das Programm aufzustocken. „Wir brauchen noch 300 Plätze“, sagt Anne Hindersmann, jugendpolitische Sprecherin der SPD. Auch ihre Kollegin von den Grünen, Ingrid Wagemann, plädiert für einen weiteren Ausbau. „Wir müssen Prioritäten setzen, wenn wir junge, gut ausgebildete Eltern in der Stadt halten wollen“, argumentiert sie. Auch Brigitte Ike, Familienexpertin der Rats-CDU, fordert eine Erweiterung des Krippenprogramms. Auf die Bremse tritt die FDP. „Finanziell kann sich die Stadt mehr Krippenplätze nicht leisten“, sagt der jugendpolitische Experte Nils Tilsen.

Auch der Elternverein Immerda reagiert auf den drohenden Engpass in der Kinderbetreuung. „Viele Elterninitiativen sind bereit, Zeit und Arbeit zu investieren, um den Krippenausbau voranzutreiben“, sagt Vereinssprecherin Ilka Sommer. Jetzt sei die Stadt gefragt, dieses Engagement zu unterstützen. Immerda wollte in diesem Sommer eine Krippengruppe eröffnen, war aber von der Stadt gestoppt worden. Alle Mittel für den Krippenausbau seien bereits verplant, hieß es damals.

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  • Puh Muss das sein? – 06.06.10
    Anstatt sich gegenseitig zu zerfleischen, was für ein (fremdes)Kind das beste ist, sollten man sich hier wieder auf das Thema besinnen! Beide Seiten nehmen sich hier raus die Weisheit für jedes Kind zu haben - das ist Blödsinn!
    Es schadet einem Kind weder frühkindlich "auswärts" betreut zu werden, noch alleinig bei der Mutter - und falls es noch nicht bemerkt wurde: das stellen auch kaum noch Menschen in Frage!
    Ich habe die Erfahrung gemacht, womit sich die Eltern wohl fühlen, damit fühlen sich auch die Kinder wohl! So kann ein Kind mit Tagespflege oder Krippe genauso behütet aufwachsen wie unter Mutters Flügel!
    Die Frage ist doch: Tut man genug und gibt die Stadt/der Staat sich bei der Problemlösung für jede Lebensplanung die Infrastrutktur zu liefern genug Mühe?

    Dem Artikel nach, werden mit absurden Zahlenbeispielen Realitäten dargestellt, die vllt. gar keine sind!?

    Oder wie kommt man zu der Einschätzung, dass man in ländlichen Gegenden grds. andere Lebensmodelle pflegt als in städtischen? Müsste man sich nicht die Frage stellen, ob das mangelnde Angebot im ländlichen angesichts der viel zu kurzen Zeit (2 Jahre)die Nachfrage deckelt?

    In diesem Sinne.. der andere(oder sein Modell) kann einem egal sein, wenn man mit sich selbst im Reinen ist!
  • @ Mitbetroffener Gerhard – 28.05.10
    Es ist eine Unart, anderen Unwissen vorzuwerfen und sich selbst offensichtlich in keiner Weise mit der Thematik beschäftigt zu haben.

    Die neueste und größte Studie (NICHD) besagt, daß es Hinweise darauf gibt, daß sich eine Unterbrechung der primären Bindung an die Mutter im Alter bis zu drei Jahren negativ auf die Entwicklung und das Verhalten der Kinder auswirkt. Es gibt keine einzige relevante Studie, die das Gegenteil besagt. Also verbreiten sie hier doch bitte nicht ihre ideologischen Phantasien.

    Polemisch sind sie, wenn sie behaupten, ich hätte gesagt, ein Vater liebe nicht sein Kind. Jedoch ist die Bindung des Kindes an die Mutter in der ersten Lebensphase naturgemäß aufgrund des Wunders der Geburt intensiver.

    Auch der Vergleich mit Skandinavien ist nicht durchdacht. Dort gibt es eine gänzlich anderes Verhältnis zwischen Betreuern und Betreuten, so daß die Kinder idR feste Bezugspersonen haben. Zudem müssen die Betreuer ein Hochschulstudium absolvieren und sind weitaus besser qualifiziert als dies hier der Fall sein wird. Daher ist es Fakt, daß hierzulande eine kinderfeindlich Verwahranstalt nach sozialistischem Muster geplant ist, um junge Mütter dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen.
  • @Der Alte Georg Weil – 28.05.10
    "Krabbelgruppen Der Alte – 28.05.10
    Kinder sollten wenigstens die ersten drei Jahre ihres Lebens zu Hause von der Mutter beaufsichtigt werden. Dieses sozialistische-einheits-gerede (Alle müssen und Alle sind gleich) ist
    überflüssig."

    Es ist mir ein Rätsel, dass immer wieder im Zusammenhang mit Krippenbetreuung vom "sozialistischen Einheitsgerede" und der gleichen gesprochen wird.

    Kitas, dazu gehören auch die Krippen, werden in Hannover und andernorts von Organisationen ganz unterschiedlicher Weltanschauungen getragen. Es gibt Krippenplätze in katholischen und evangelischen Kitas, in Kitas der Arbeiterwohlfahrt, in städtischen Kitas, in der Trägerschaft von Elterniniativen und viele mehr. Hier ist eine große Pluralität gewährleistet, was die Träger angeht. Der Begriff "sozalistisches Einheitsgerede" ist jedenfalls völlig deplaziert!
  • @ ein Betroffener R.S. – 28.05.10
    Wieso schreiben Sie "danach kommen natürlich Hartz IV - Empfänger usw."?
    Wieso natürlich?

    Wenn Sie damit sagen wollen, daß diese (auch Aufstocker!!)natürlich dann kommen, weil sie von ARGE-Mitarbeitern MASSIVST genötigt werden, schon kurz nach Ende des 6-wöchigen Mutterschutzes ihr Baby in Betreuung zu geben, damit sie sich als 1-Euro-Jobber in KITAs und Krippen ect. verdingen können, haben Sie natürlich recht.

    Allerdings haben die SBs auch andere "gloreiche" Tipps auf Lager, wie man eine Betreuung für sein Kind finden kann.
    So wurde jüngst einer Mutter einer knapp 2jährigen gesagt, sie solle bei den Nachbarn die Straße rauf und runter klingeln, irgendwer würde das Kind schon nehmen.
  • @ Gerhard Ein Betroffener – 28.05.10
    "Anstatt also die DDR-Praxis zu übernehmen, Kinder bereits frühstmöglich in staatliche Obhut zu geben, der liebenden Mutter zu entreißen und damit dem Kind enorm zu schaden, sollte die Qualität der Betreuung ab einem Alter des Kindes verbessert werden, in dem ihm der Kindergartenbesuch wirklich gut tut, also ab dem Alter von 3 Jahren."

    1. Die Behauptung, dass Kindern unter 3 Jahren eine Betreuung durch eine andere Person schadet ist reine Polemik, der Gegenteil ist wissenschaftlich fundiert.
    2. Was haben Sie für ein Rollenverständnis, wenn nur die Mutter das Kind betreut ? Ist der Vater nicht auch liebend ?
    3. Ein Wettern gegen die angebliche DDR-Praxis zeugt von Ihrem Unwissen, da diese sogenannte "DDR-Praxis" auch die Praxis vieler skandinavischer Staaten ist, bei denen es um die frühkindliche Bildung und Förderung nachweislich weitaus besser bestellt ist.
    Setzen Sie sich mit dem Thema auseinander und argumentieren Sie nicht mit "Stammtischargumenten".
  • Fremdbetreuung ist erst ab 3 Jahren mit dem Kindeswohl vereinbar Gerhard – 28.05.10
    Anstatt es zu fördern, daß Kinder möglichst früh in die Fremdbetreuung abgeschoben werden, sollte die Stadt sich darum kümmern, daß es genügend Kindergartenplätze für Kinder ab 3 Jahre gibt.
    Mein Sohn wird im Juli 3 und bis heute gibt es keine Zusage für einen Platz. Wie man hört, bekommen Eltern teilweise erst einen Tag vorher Bescheid, welchen Kindergarten ihr Kind besuchen wird.

    Anstatt also die DDR-Praxis zu übernehmen, Kinder bereits frühstmöglich in staatliche Obhut zu geben, der liebenden Mutter zu entreißen und damit dem Kind enorm zu schaden, sollte die Qualität der Betreuung ab einem Alter des Kindes verbessert werden, in dem ihm der Kindergartenbesuch wirklich gut tut, also ab dem Alter von 3 Jahren.
  • Hannover eines der Schlusslichter in Deutschland Ein Betroffener – 28.05.10
    Dass Hannover die Entwicklung verschlafen oder ignoriert hat, dass auch in Familien mit Kindern beide Elternteile einem Beruf nachgehen möchten oder müssen, zeigen Vergleiche mit anderen Großstädten bzgl. neu geschaffener Krippenplätze. Was jedoch noch hinzukommt ist ein vollends intransparentes Vergabeverfahren in der Hand der einzelnen Betreuungseinrichtungen. Wir hatten unsere Tochter in 17 (!) Krippen angemeldet. Dafür muss mit jeder Krippe Kontakt aufgenommen, Termine vereinbart werden und die Eltern müssen müssen mit ihrem wenige Wochen alten Baby persönlich als eine Art "Bittsteller" zum Vorstellungsgespräch antreten. Vergeben wird dann natürlich zuerst an sämtliche Bekannte und Freunde der Krippenleitungen und Mitarbeiter (ist uns persönlich bestätigt worden!) danach kommen natürlich Hartz IV - Empfänger usw. Diese Stadt und dieses Land tut nichts für Familien. Im Vordergrund stehen Prestigebauten für Politiker.
    Weiterhin ist eine Krippe oder ein Kindergarten nicht alleinig für die Eltern da, vielmehr unterstützt er die frühkindliche Bildung, deren Bedeutung gerade in Deutschland immernoch unterschätzt wird. Um zu einem späteren Zeitpunkt die Versäumnisse in der frühkindlichen Bildung wieder aufzuholen, Bedarf es weitaus größerer Investitionen. Diese Förderung, gerade auch zur Erlangung von Sozialkompetenz kann durch Kontakt zu anderen Kindern ist durch eine Krippe besser gewährleistet, als durch 3 Jahre Isolation bei der Mutter. Es gibt weiterhin zahlreiche Studien, dass auch die motorische Entwicklung, die in diesem Alter viel auf Nachahmung basiert, in einer Gruppe von Kindern schneller von statten geht. Die Phrase, dass es sich um ein überholtes sozialistisches Modell handelt ist sachlich falsch.
  • Krabbelgruppen Der Alte – 28.05.10
    Kinder sollten wenigstens die ersten drei Jahre ihres Lebens zu Hause von der Mutter beaufsichtigt werden. Dieses sozialistische-einheits-gerede (Alle müssen und Alle sind gleich) ist
    überflüssig.
  • Kita-Plätze für alle Kinder! Georg Weil – 28.05.10
    "Auch ihre Kollegin von den Grünen, Ingrid Wagemann, plädiert für einen weiteren Ausbau. „Wir müssen Prioritäten setzen, wenn wir junge, gut ausgebildete Eltern in der Stadt halten wollen“, argumentiert sie."

    Krippenplätze sind wie andere Kita-Plätze in allererster Linie für die Kinder da, nicht für die Eltern. (Die sind für eine Kita bereits viel zu alt.)

    Die Kindertagesstätte gewährleistet eine angemessene Frühförderung für alle Kinder und das Erleben von Gemeinschaft mit anderen gleichaltrigen Kindern.

    Daher sollte auch der Ausbau des Krippenangebotes wie des gesamten Kita-Angebotes nicht von einem undurchsichtigen Zahlenwerk abhängig gemacht werden, das mit Bedarfen argumentiert, sondern sich ganz einfach an der Zahl der vorhandenen bzw. zu erwartenden Kinder orientieren und zwar ohne davon auf undurchsichtigen Wegen prozentuelle Abschläge zu ermitteln.

    Die richtige Formel ist: So viele Kinder im Krippenalter wie es sie gibt, so viele Krippenplätze braucht es.

    Andernfalls setzt sich die Stadt dem Verdacht aus, dass gerade mal so viele Krippenplätze geschaffen werden sollen, wie man junge, gut ausgebildete Eltern in der Stadt zu halten wünscht. Die Kita ist aber gerade auch für die Kinder da, deren Eltern weniger gut ausgebildet sind!
  • Qualität darf nicht der Quantität geopfert werden Georg Weil – 28.05.10
    Leider geht auch aus diesem Artikel nicht hervor, wie ein individuell einklagbarer Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz in Einklang gebracht werden soll mit der Vorgabe für ein Drittel der Kinder sind Krippenplätze einzurichten.
    Jeder in Hannover, der in diesem Bereich arbeitet weiß genau, dass auch die Zielsetzung 40% bei weitem nicht ausreichen wird, all jenen Eltern und ihren Kindern einen Krippenplatz zu gewähren, die dies wünschen und bereits jetzt auf zig Wartelisten stehen und Absage um Absage einheimsen.
    Eine "Bedarfsrechnung" müsste offen legen, wie der Bedarf ermittelt wurde. Leider ist davon auszugehen, dass wie bereits in der Vergangenheit solche Bedarfsberechnungen sich in erster Linie daran orientierten, wie viele Krippenplätze vorhanden sind.

    Wenn 2013 Hunderte von Eltern Ernst machen und den Krippenplatz, den die Stadt ihnen verwehrt, einklagen, dann gilt es ganau hinzuschauen.

    Es darf nicht zu einem Qualitätsabbau kommen, der einen Quantitätszuwachs ermöglichen soll. Die personelle, aber auch die räumliche Ausstattung in den Kitas ist bereits jetzt auf "äußerste Kante genäht".

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