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Der Sommer kommt nur auf Stippvisite nach Hannover

Wetter Der Sommer kommt nur auf Stippvisite nach Hannover

Kaum ist der Sommer zurück, verabschiedet er sich auch schon wieder. Wer Hoch „Janet" nicht aussnutzen konnte, hat seine Chance vertan: Schon am Mittwoch ziehen Gewitterwolken auf - und nach dem Donnerwetter wird es kühler.

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Zwei Frauen genießen die Sonne am Opernplatz in Hannover - ab Mittwoch wird es jedoch wieder kühler.

Quelle: Christian Behrens

Hannover. Hoch „Janet", das sommerliche Temperaturen und viel Sonnenschein bescherte, ist schon wieder auf dem Weg nach Russland und das hat Folgen: „Der Samstag sieht schlecht aus", sagte der Klimatologe Gerhard Müller-Westermeier vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Dienstag.

Keine 20 Grad prognostiziert der DWD. Danach deute sich eine Besserung an, und die Hoffnung auf mehr Sonne sollte man nicht aufgeben: „Der August kann noch alles werden."

In Baden-Württemberg rechnen die Experten schon an Freitag wieder mit Schauern und Gewittern. „Das ist bloß ein Sommer-Intermezzo", sagte die Meteorologin Mona Vetter vom Deutschen Wetterdienst in Stuttgart. Nach dem vorläufigen Höhepunkt am Dienstag bleibe es am Mittwoch und Donnerstag zwar noch warm mit bis zu 30 Grad im Rheintal. „Aber es ziehen von Westen her Wolken auf." Die „feucht-labile Luft" mache dann Regen und kräftige Gewitter wahrscheinlich. Zum Wochenende kühle es dann auf maximal 26 Grad ab - bei weiteren Unwettern.

Auch in Bayern gibt Hoch „Janet" nur ein kurzes Gastspiel. Am Mittwoch soll das Wetter wieder schlechter werden - wenn auch bei Temperaturen zwischen 24 und 29 Grad. Der Rest der Woche kommt mit weiter wechselhaftem Wetter und schwülwarmen Temperaturen. In Sachsen-Anhalt können sich die Menschen ebenfalls nur kurz vom Dauerregen erholen. „Im Moment haben wir ein ganz schwaches Zwischenhoch", erklärte DWD-Meteorologe Christian Schmidt. Das macht zum Wochenende schlapp, und die Prognose für nächste Woche vertreibt vor allem Eisdielenbesitzern und Schwimmbadbetreibern die gute Laune: „Wenn wir da die 20 Grad schaffen, sind wir noch gut", sagte Schmidt.

Das wechselnde Wetter macht einigen schwer zu schaffen

Vor allem ältere und kranke Menschen leiden derzeit unter den schnellen Wetterwechseln. Menschen, die zum Beispiel Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System haben, hätten es nicht leicht, sagte der Freiburger Medizin-Meteorologe des DWD, Werner Schätzle, der dpa. „Kopfweh und Migräne sind die häufigsten Anzeichen bei Erwärmung." Man könne dann schlechter schlafen und es könne einem schwindelig werden. Wenn es wieder kalt wird, „leiden vor allem Menschen mit hohem Blutdruck". Schmerzen im Brustkorb oder Atemprobleme seien die Folge. Letztlich mache aber das Wetter selbst nicht krank. „Das Wetter kann kein Kopfweh machen. Es kann nur verstärkend wirken."

Nach Beobachtungen der Klimatologen bietet der Sommer 2011 einiges an Ungewöhnlichem: Total verregnet war der Juli im Nordosten, wo eigentlich zu dieser Jahreszeit eher Trockenheit herrscht. In einigen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs sei im Juli mehr Regen gefallen als sonst in einem halben Jahr, sagte Müller-Westermeier. Dort sei der nasseste Juli seit 130 Jahren verzeichnet worden. Der Westen dagegen, sonst eher feucht, bekam in diesem Jahr nur wenig Juli-Regen ab. Nach sechs zu warmen Monaten war es im Juli in Deutschland erstmals kühler als im langjährigen Mittel.

Müller-Westermeier: „Mit Klimawandel hat das erstmal direkt nichts zu tun"

Warum das Wetter so untypisch ist - schon das Frühjahr bot mit großer Trockenheit Außergewöhnliches -, lässt sich aus Sicht der Klimatologen nicht erklären. „Mit Klimawandel hat das erstmal direkt nichts zu tun", sagte Klimatologe Müller-Westermeier. Auch der sommerliche Dauerregen passe nicht in dieses Bild, denn die Klimawandel-Szenarien sagten eher weniger Niederschlag im Sommer voraus.

Müller-Westermeier sieht den bisherigen Jahresverlauf deshalb innerhalb der natürlichen Schwankungsbreite. Über das gesamte Jahr lasse sich noch gar nichts sagen: Das Jahr 2000, das in Deutschland als bisher wärmstes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen in die Geschichtsbücher einging, habe auch einen zu kühlen Juli gehabt.

dpa

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