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Aus der Stadt Der Südlink kommt frühestens 2025
Hannover Aus der Stadt Der Südlink kommt frühestens 2025
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20:43 03.06.2016
„Wir müssen dann wieder dagegen vorgehen“: Die Bürgerinitiativen wären gerne früher über die Pläne von Tennet und Bundesnetzagentur informiert worden. Quelle: Jan Philipp Eberstein
Hannover

Als Grund für die Verzögerung nannte Thomas Wagner vom Netzbetreiber Tennet das politische Hin und Her um die Trasse. Bis zum Dezember 2015 hatte die Bundesregierung vorgegeben, dass die Trasse hauptsächlich aus sogenannten Freileitern, also Überlandstromkabeln, bestehen sollte. Dann gab sie dem Druck der Bürger nach und der Erdverkabelung Vorrang. „Dadurch haben wir drei Jahre verloren“, sagte Wagner, „es muss ein völliger Neuanfang her.“ Julia Eßer von der Bundesnetzagentur versprach, „dass die Stromversorgung trotzdem gewährleistet wird, notfalls bleiben Gas- und Kohlekraftwerke länger am Netz“.

Der Neuanfang bedeutet, dass bis zum Sommer neue Planungskriterien erarbeitet werden sollen. Danach werden mit ihrer Hilfe neue, je einen Kilometer breite Korridore festgelegt, durch die die Trasse laufen soll. Diese neuen Korridore werden Anfang 2017 der Bundesnetzagentur vorgeschlagen, die die Vorschläge prüft und gegebenenfalls neue entwickelt. Am Ende gibt die Agentur Tennet zwei oder drei Korridore vor, die wiederum das Unternehmen näher prüfen soll. Ab 2018 analysiert Tennet die Korridore dann genau Meter für Meter, um mögliche Trassenführungen zu erarbeiten. Die Bürgerinitiativen sind enttäuscht, dass sie nicht in die Entwicklung der Prüfkriterien eingebunden werden. „Wir dürfen erst wieder über Erarbeitetes entscheiden und müssen dann wieder dagegen vorgehen“, meint Kaj-Arne Hennig von der Bürgerinitiative Wülferode.

Immerhin: Bürger können eigene Vorschläge zum Trassenverlauf bei der Bundesnetzagentur einreichen. „Jeder Vorschlag wird geprüft, aber er muss fachlich fundiert sein“, versichert Eßer.

Doch ansonsten überwog die Zufriedenheit darüber, dass die Bürgerinitiativen die Verlegung von Erdkabeln durchgesetzt haben. Immerhin laufen ungefähr 50 Kilometer der Trasse durch Niedersachsen. Doch wo genau, wird erst in einigen Jahren feststehen. Nur, das betonten gestern alle Experten, durch Moore und Gebirge solle die Trasse nicht laufen. Deshalb ist etwa noch völlig offen, inwiefern der Deister berührt sein wird.

Für die unterirdische Trasse, die in 1,5 Meter Tiefe liegen soll, wird während der Bauphase ein maximal 40 Meter breiter Streifen gebraucht. Danach, so versprechen die Experten, kann die Fläche wieder genutzt werden. Nur Bäume oder anderes tiefwurzelndes Gewächs dürfen dort nicht mehr wachsen. Viel mehr ist heute noch nicht klar. Bezirksbürgermeister Bernd Rödel sagte es so: „Südlink ist für mich ein Riesenüberraschungsei.“

Von Hannah Nauerth

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