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"Die anderen machen keine Schwierigkeiten"

Jetzt redet der Vater von Safia und Saleh S. "Die anderen machen keine Schwierigkeiten"

Noch bevor seine Tocher Safia S. als Terror-Verdächtige galt und sein Sohn Saleh als möglicher Werfer der Brandsätze von der Ernst-August-Galerie, war Familie S. vielen in Hannover bekannt. Vater Robin S. hat noch zwei weitere Kinder. Die machen keine Probleme, sagt er.

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Vater Robin S. spricht über seine Kinder Safia (links) und Saleh.

Quelle: Archiv

Hannover. Schon vor Beginn der Ermittlungen gegen Safia und Saleh war die Familie S. in vielen Stadtteilen Hannovers bekannt – im positiven Sinn. Denn Vater Robin S. hatte seinen insgesamt vier Kindern ein riesiges Piratenschiff gebaut, das er auf ein Lastenfahrrad montiert hatte. Dieses eindrucksvolle und bis ins kleinste Detail stimmige Stück stellte die Familie regelmäßig bei Kinderfesten und Kita-Feiern aus. Fernsehsender drehten Beiträge. Imposant war stets das Bild, wenn Robin S. mit dem Piratenschiff durch die Straßen der Stadt radelte.

Seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe gegen die Geschwister wird die Attraktion offenbar so gut wie nicht mehr gebucht. Das Piratenschifffahrrad steht auf einem Hinterhof vor der Wohnung von Vater Robin und Sohn Saleh und verrostet. Die Internetseite, über die das Schiff zu buchen war, ist abgemeldet. „Ich habe andere Sorgen“, sagt Vater Robin S.

Seine heute 16-jährige Tochter Safia sitzt seit fast genau einem halben Jahr in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Vechta. Am 26. Februar soll sie mit einem Küchenmesser im hannoverschen Hauptbahnhof einen Bundespolizisten schwer verletzt haben – im Auftrag der Terrororganisation IS. Die Generalbundesanwaltschaft, die den Fall übernommen hat, ist der Ansicht, sie habe eine „Märtyrer-Operation“ ausführen wollen. Gegen sie wird wegen versuchten Mordes und Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung ermittelt. Zuvor war Safia S. auf eigene Faust in die Türkei gereist, um von dort weiter nach Syrien zu gelangen. Ihre Mutter holte sie wieder nach Deutschland zurück.

Die Mutter der beiden, Hasna L., scheint eine entscheidende Rolle innerhalb der Familie zu spielen. Sie soll radikale Ansichten vertreten und Safia und Saleh regelmäßig in die umstrittene Moschee des Deutschsprachigen Islamkreises in der Kornstraße mitgenommen haben. Im Internet kursieren Videos, die die damals acht Jahre alte Safia gemeinsam mit dem bekannten Hassprediger Pierre Vogel in dem hannoverschen Gebetshaus zeigen. „Die beiden Kinder, die bei mir aufgewachsen sind, machen keine Schwierigkeiten“, sagt Robin S. Gemeint sind Safias und Salehs Geschwister Sumaya und Schouaib.

Safia und Saleh S. hatten zu mindestens einem weiteren Islamisten aus Hannover Kontakt. Der Misburger Mohammad Hassan K. steht im Verdacht, etwas mit dem wegen Terrorgefahr abgesagten Fußballländerspiel im November 2015 zu tun zu haben.

Nun wird gegen Saleh S. ermittelt: Er soll drei Wochen vor der Messerattacke seiner Schwester zwei mit einem Benzin-Öl-Gemisch gefüllte Flaschen angezündet und vom Parkdeck der Ernst-August-Galerie geworfen haben. Die Geschäfte hatten an dem Freitagabend noch geöffnet. Es grenzt an ein Wunder, dass nicht mehr passierte. Bei den Ermittlungen entdeckte die Polizei auf dem Parkdeck drei weitere Brandsätze.     

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Mehr als ein halbes Jahr nach der Messerattacke auf einen Bundespolizisten im Hauptbahnhof Hannover erhebt die Bundesanwaltschaft Anklage gegen die 16-jährige Safia S. wegen versuchten Mordes und Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Einen Prozesstermin gibt es allerdings noch nicht.

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