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Mordverdächtiger rechtfertigt sich bei Facebook

Jesidische Hochzeit in Vahrenheide Mordverdächtiger rechtfertigt sich bei Facebook

Gut viereinhalb Monate nach dem Mord an einer jungen Jesidin in Vahrenheide hat sich ihr mutmaßlicher Mörder auf seiner Facebook-Seite zu Wort gemeldet. Dort behauptet Sefin Nahmann Pesso, die Familie des Opfers habe davon gewusst, dass die 21-jährige Shilan H. ihm als Frau versprochen war, und will damit seine Tat begründen.

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Am 13. März wurde die 21-jährige Shilan H. auf ihrer Hochzeit erschossen. Seitdem ist der mutmaßliche Täter flüchtig.

Quelle: Uwe Dillenberg

Hannover. Von dem 22-Jährigen Pesso, nach dem die Polizei öffentlich fahndet, fehlt weiterhin jede Spur. Sein Cousin Hamid H., der ihm nach den Schüssen auf seine Cousine bei der Flucht half und gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Strafvereitelung ermittelte, ist wieder auf freiem Fuß.

Der 22 Jahre alte Sefin Nahmann Pesso, gegen den die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen Mordes erlassen hat, soll am 13. März seine Cousine Shilan H. auf einer Hochzeit in Vahrenheide erschossen haben, weil die 21-Jährige sich weigerte, ihn zu heiraten. „Viele haben geredet und mich einen erhrenlosen gennant doch nur Weil die nicht wussten was die Wahrheit war“, schreibt Nahmann Pesso (Fehler im Original, Anm. d. Red.) „Den jeder der die Wahrheit Kennt nennt mich einen ehrenmann.“

„Daran sieht man, wie gestört mein Cousin ist“, sagt Hassen H., der Bruder des Opfers. Sefin habe offenbar genug davon, sich zu verstecken und wolle seine Tat vor der Welt, vor allem aber vor sich selbst, rechtfertigen. „Doch das geht nicht, denn jemanden zu töten, ist unverzeihlich“, sagt Shilans Bruder. Besonders ärgert ihn und seine Familie das Ende des Posts in dem sozialen Netzwerk. „Und ich bin bereit für jede straffe die ich bekomme“, schreibt der mutmaßliche Mörder dort. „Wenn mich das sogar mein Leben kostet und bin dann immer noch gluecklich darueber.“

In Vahrenheide sind Schüsse auf einer Hochzeitsfeier gefallen, eine 21-Jährige starb.

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„Wenn das so ist, kann sich der Gesuchte gerne den Behörden stellen“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Nach Informationen der Staatsanwaltschaft wissen die Ermittler von dem Eintrag auf Facebook. „Wir haben das im Auge und sobald sich daraus Anhaltspunkte ergeben, die auf den Aufenthaltsort des Flüchtigen hinweisen, werden wir sie nutzen“, sagt Klinge. „Man muss nur auch beachten, dass nicht sicher ist, ob der Verdächtige den Beitrag selbst geschrieben hat.“ Und selbst wenn das der Fall sei, könne damit kaum der Aufenthaltsort des mutmaßlichen Mörders ermittelt werden. „Facebook ist in solchen Sachen nicht besonders kooperativ“, sagt Klinge.

Während die Familie des Opfers versteht, dass sich die Fahndung nach dem Mörder von Shilan schwierig gestaltet, hat sie für eine andere Entscheidung der Staatsanwaltschaft kein Verständnis. Hamid H., der gemeinsame Cousin von Shilan und Nahmann Pesso, soll dem 22-Jährigen nicht nur bei der Flucht aus dem Star Event Center an der Straße Alter Flughafen, wo sich der Mord ereignete, geholfen haben. Die beiden sollen auch gemeinsam in einem Auto vom Tatort geflüchtet sein. Das belegt offenbar ein Foto, das von einem Blitzer gemacht wurde, als die beiden über eine rote Ampel fuhren. „Obwohl es diesen eindeutigen Beweis gibt und Hamid nicht untergetaucht ist, ist er wieder auf freiem Fuß“, sagt Shilans Bruder Hassen H.. „Für meine Familie ist das ein Schlag ins Gesicht.“

„Das ist nicht so einfach“, sagt Klinge. Die Staatsanwaltschaft brauche driftige Gründe, um einen Verdächtigen in Untersuchungshaft zu nehmen. Selbst wenn Nahmann Pesso und Hamid H. nicht eng genug verwandt seien, dass H. nach Paragraph 258, Absatz 6, des Strafgesetzbuches straffrei bleibe, müsse es zunächst eine Haupttat geben, für die der Täter bestraft werden soll. „Diese steht zwar im Raum, doch der Verdächtige dafür ist weiterhin flüchtig“, sagt Klinge. „Ich gehe davon aus, dass der zuständige Sachbearbeiter in der Staatsanwaltschaft warten will, bis beide Fälle zusammen behandelt werden können.“

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