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So verlief der Streik am Dienstag in Hannover

Keine Busse und Bahnen So verlief der Streik am Dienstag in Hannover

Verdi hatte am Dienstag in Hannover zum Warnstreik aufgerufen: Busse und Bahnen der Üstra fuhren nicht, die städtischen Kindergärten blieben zu, und der Müll wurde nicht abgeholt. Am Mittwoch wird am Flughafen gestreikt. Busse und Bahnen fahren wieder und die städtischen Kitas haben geöffnet.

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Vor verschlossenen Toren: Wegen des Verdi-Streiks fuhren die Bahnen der Üstra nicht.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Am zweiten Tag der Hannover Messe haben am Dienstag Warnstreiks im öffentlichen Dienst ein Verkehrschaos in der Landeshauptstadt ausgelöst. Wegen des Ausstandes bei der Üstra blieben in Hannover Busse und Bahnen stehen – die Folge waren morgens und abends kilometerlange Staus auf den Straßen. Großer Andrang herrschte auch an S-Bahn-Stationen der Deutschen Bahn, wo der Verkehr zwar wie gewohnt lief, die Züge aber brechend voll waren. Die Deutsche Messe setzte als Ersatz für die Üstra Shuttle-Busse ein, die zwischen Hauptbahnhof und Messegelände fuhren. In Hannover wurden zudem die 40 städtischen Kindertagesstätten und das Abfallunternehmen Aha bestreikt.

Im hannoverschen Umland traf der Streik vor allem die Städte mit Stadtbahnanschluss, etwa Laatzen. Im Gegensatz zur Üstra in Hannover fuhr Regiobus seine Touren durch die anderen Regionsstädte wie gewohnt. Vielerorts, etwa in Burgdorf, blieben allerdings städtische Kindertagesstätten zu.

Am frühen Vormittag versammelten sich rund 6000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus in Hannover zu einer Kundgebung. Die Gewerkschaft fordert 6 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten. Außerdem verlangt sie eine Sicherung der betrieblichen Altersvorsorge und eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro. Die Arbeitgeber haben bisher eine Lohnerhöhung um 3 Prozent angeboten, verteilt auf zwei Jahre. „Das ist schlichtweg eine Frechheit“, sagte Verdi-Bezirksgeschäftsführer Harald Memenga. 

Kitas geschlossen, der Müll wird nicht abgeholt, Busse und Bahnen bleiben in den Üstra-Depots: Mit einem Warnstreik trifft Verdi die Stadt während der Hannover Messe.

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Dafür gingen allein rund 2500 Beschäftigte der Stadt sowie Mitarbeiter des Regionsklinikums, der Stadtwerke und von Aha auf die Straße. Auch die meisten der etwa 2000 Üstra-Beschäftigten beteiligten sich an dem Warnstreik. Deshalb blieben alle Busse und Bahnen den ganzen Tag in den Depots – ein Notbetrieb ergebe wegen des hohen Organisationsgrads bei den Beschäftigten keinen Sinn, hatte das Unternehmen argumentiert. Nach Üstra-Berechnungen waren rund 500 000 Menschen betroffen, die an einem durchschnittlichen Tag mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Hinzu kämen 50 000 Messegäste.

"Das ist wirklich ein miserables Timing", sagte ein Messe-Mitarbeiter. "Das bereitet den Besuchern und den Mitarbeitern extreme Schwierigkeiten und schadet der ganzen Region." Ein amerikanischer Gast sah es gelassener: "Die meisten sagen sich wohl, Augen zu und durch. Aber die Streikankündigung war schon etwas beunruhigend." "Streik ist in Ordnung, aber nicht wenn Messe ist, das ist unverhältnismäßig und führt zur Katastrophe", reagierte Taxifahrer Rudolf Hasselmann. "Das wirft ein schlechtes Licht auf Hannover." Dabei gab es für den Fahrer einen eiligen Kunden nach dem nächsten. "Ich könnte arbeiten bis zum Umfallen."

Kita-Streik stellt Eltern vor Probleme

Dass außerdem die städtischen Kitas bestreikt wurden und die Müllabfuhr auch nicht kam, fiel da noch nicht so ins Gewicht, stellte aber besonders Eltern vor große Probleme. Andere hatten den Streik wohl schlichtweg vergessen, wie die große Zahl an Müllsäcken in den Straßen zeigte.

Viele vom Warnstreik Betroffene nutzten das Auto. Dies führte dazu, dass es auf den Hauptverkehrsstraßen im Stadtgebiet stundenlang nur im Schritttempo voranging. Polizeisprecher Holger Hilgenberg berichtete am Vormittag von „erheblichsten“ Verkehrsbehinderungen in der gesamten Innenstadt, vor allem auf Schnellwegen und Hauptstraßen. Der Messeverkehr sei dennoch „vergleichsweise geschmeidig“ abgelaufen, sagte Holger Heuer von der Verkehrsmanagementzentrale. Die Tarifverhandlungen für die mehr als 2,1 Millionen Beschäftigten sollen am 28. und 29. April in Potsdam fortgesetzt werden. Bis dahin soll es in Hannover zunächst keine weiteren Warnstreiks geben. 

Der Live-Ticker zum Nachlesen:

sbü/isc/kon

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