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Aus der Stadt Der Vollblut-Physiker
Hannover Aus der Stadt Der Vollblut-Physiker
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11:19 12.10.2009
Von Nicola Zellmer
Laserpionier Prof. Herbert Welling Quelle: Martin Steiner

Dass er Naturwissenschaftler werden würde, stand für Herbert Welling früh fest. Nur zwischen Biologie und Physik konnte sich der 1929 in Hannover geborene Leibnizschüler nach dem Abitur zunächst nicht entscheiden. Dann gab er aber doch der Physik den Vorzug und schrieb sich an der Universität in Hannover ein - zu seinem Leidwesen. „Der Physikadel saß damals in Göttingen“, berichtet der Professor für Quantenoptik und Laserspezialist, der heute seinen 80. Geburtstag feiert.
Inzwischen hat Hannover die Göttinger in Sachen Physik übertrumpft. Das ist vor allem Wellings Verdienst. Der frühere Direktor des Instituts für Quantenoptik an der Leibniz Universität ist nicht nur einer der Gründer des erfolgreichen Laserzentrums Hannover (LZH) in Garbsen. Er hat auch seinem Quantenoptikinstitut zu hohem internationalen Ansehen verholfen. So ist es Wellings Initiative zu verdanken, dass das Gravitationswellenobservatorium GEO 600 nach Hannover kam, das wiederum die Grundlage für das heutige Max-Planck-Institut für Gravitationswellenphysik und den Exzellenzcluster „Quest“ zur Erforschung der Raum-Zeit bildet.
Auch heute noch ist Welling ein Vollblutphysiker, der hellwach das aktuelle Forschungsgeschehen verfolgt. Viele der herausragenden Physiker dieser Zeit - vom Gravitationsphysiker Prof. Karsten Danzmann über den Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), Gerd Litfin, bis zu Prof. Jürgen Mlynek, dem Präsidenten der Helmholtz-Gesellschaft - entstammen der „Laserfamilie Welling“ und haben in seinem Institut ihre Karriere begonnen. Zum 80. Geburtstag haben die ehemaligen Schüler ihrem Mentor im traditionsreichen Magnus-Haus der DPG in Berlin ein Symposium ausgerichtet. Thema: die Laserphysik.
Denn dieses energiereiche, gebündelte Licht stand im Mittelpunkt von Wellings Forschungsleben. Erste Bekanntschaft mit dem Laser machte er in den USA, wo er als junger Physiker für die Raketenforschungsgruppe des Deutschen Wernher von Braun in Fort Monmouth Atomuhren baute. „Für die Raketensteuerung war es wichtig, dass man sehr genaue Uhren hatte“, erklärt Welling. Damals waren sogenannte Maser der Standard, energiereiche Mikrowellen. Doch kurz darauf entwickelte Theodore Maiman den ersten Laser auf der Basis von sichtbarem Licht - und der junge Herbert Welling hatte sein Forschungsgebiet gefunden.
Zurück in Hannover entwickelte der Physiker Laser für medizinische Anwendungen. Beispielsweise baute er mit dem Chirurgen Rudolf Pichlmayr von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ein „bluttrockenes“ Laserskalpell, mit dem man auch stark blutende Organe operieren konnte. Damit gelang Pichlmayr Anfang der siebziger Jahre die erste Leberteiltransplantation. Der Medizin ist Welling übrigens immer noch verbunden. So kann er aus dem Stegreif einen Vortrag über die Funktion von Ohr oder Auge halten. „Gerade das Ohr hat auch viele physikalische Aspekte“, sagt er.
Überhaupt hat sich der 80-Jährige neben seiner physikalischen Forschung, die oft von acht Uhr morgens bis Mitternacht dauerte, auch noch anderen Fachbereichen wie der Philosophie oder Geschichte gewidmet. Eine zentrale Rolle spielte und spielt für ihn der Sport: Noch im letzten Jahr sauste Welling mit seiner Tochter in Österreich Skipisten hinab, er spielt regelmäßig Tennis und lässt sich keine Gelegenheit zum Bergsteigen entgehen. Der Region Hannover blieb der Physiker trotz vieler Reisen stets verbunden: Er wohnt seit vielen Jahren mit seiner Frau in Isernhagen.

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