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Aus der Stadt Diakoniechef Künkel verlässt seinen Posten
Hannover Aus der Stadt Diakoniechef Künkel verlässt seinen Posten
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00:18 06.11.2017
Landesbischof Ralf Meister (links) und Christoph Künkel ziehen zu Beginn des Gottesdienstes in die Kirche ein. Quelle: Mathias Klein
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Hannover

Als es soweit ist, wischt er sich die Tränen aus dem Gesicht. Christoph Künkel hat sein Dienstkreuz auf den Altar der Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover gelegt, er hat seine Entlassungsurkunde erhalten, und Landesbischof Ralf Meister hat ihn entpflichtet. Seit Freitagmittag ist Künkel nicht mehr Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. Und jetzt, als er wieder auf seinem Platz in der Kirche sitzen, zwischen seiner Frau und den drei Kindern, kann er die Tränen nicht halten.

Der 59-Jährige hat aus gesundheitlichen Gründen sein Amt vorzeitig niedergelegt. Mehrere hundert Gäste aus Diakonie, Kirche und Politik sowie anderen Wohlfahrtsverbänden sind gekommen, um Künkel mit einem Festgottesdienst zu verabschieden.

Der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Christoph Künkel, ist am Freitag in Hannover mit einem festlichen Gottesdienst verabschiedet worden. 

Landessozialministerin Cornelia Rundt (SPD), die Künkel bereits aus ihrer Zeit als Vorstand des Paritätischen kennt, nennt ihn einen „Freund klarer Worte“, der sich mit Leib und Seele der Gerechtigkeit verschrieben habe. Immer habe er diejenigen im Blick gehabt, „die sonst wenig Lobby haben“. Er habe sich immer als Anwalt für Menschen in sozialen Notlagen verstanden.

Landesbischof Rolf Meister betont in dem Gottesdienst, Künkel habe der Diakonie in Niedersachsen „in prägender Weise ein neues Gesicht gegeben“. Meister hebt Künkels hohe Professionalität und seine Schärfung des evangelischen Profils der Diakonie hervor. Und er sorgt für freundliches Lachen in der Kirche als er sagt: „Diplomatisches Geschick war nicht gerade seine Stärke.“

In seiner Predigt ruft Künkel zu einem mutigeren sozialen Handeln auf. „Allein die Sehnsucht nach Gerechtigkeit reicht nicht aus“, sagt er auf der Kanzel. Es könne beispielsweise nicht sein, dass der Bildungsweg armer Kinder weiterhin ein Glücksspiel sei. Künkel rät, im sozialen Bereich mehr auf die Betroffenen zu hören. Allerdings stehe eher die Wirtschaft im Vordergrund, die derzeit goldene Zeiten erlebe. Zugleich arbeite aber ein Viertel der Beschäftigten im Niedriglohnsektor, Altersarmut sei die Folge. Indirekt kritisiert Künkel den CDU-Landesvorsitzenden Bernd Althusmann. Dieser hatte im Wahlkampf eine Atempause bei der Inklusion vorgeschlagen. Eine Pause bei der Integration dürfe es nicht geben, meint dagegen Künkel. Es sei Aufgabe der Kirche, Versöhnung in eine vielfach gnadenlose Welt zu bringen.

Der Theologe war rund zehn Jahre als Oberlandeskirchenrat Abteilungsleiter für Diakonie im Landeskirchenamt in Hannover. Anfang 2009 wurde er zusätzlich Direktor des Diakonischen Werks der Landeskirche. Im Jahr 2014 gründeten vier der fünf Landeskirchen in Niedersachsen ein gemeinsames Diakonisches Werk. Künkel führte den Verbund von Beginn an. Der Theologe, der mit seiner Familie in Hittfeld bei Hamburg lebt, war Chef eines Sozialverbandes mit 70.000 Beschäftigten und ebenso vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern.     

Von Mathias Klein

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