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Fahrgäste kritisieren Sitze der neuen Stadtbahn

Zu hart, zu schmal, zu rutschig Fahrgäste kritisieren Sitze der neuen Stadtbahn

Üstra-Kunden üben massive Kritik an den Sitzen im neuen Stadtbahnwagen TW 3000. Sie bemängeln harte und schmale Sitzflächen, die rutschig seien und harte Vorderkanten aufwiesen. Insbesondere die in Längsrichtung montierten Sitzreihen behagen vielen Fahrgästen nicht, weil sie mit niedrigen Lehnen bestückt sind.

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Eng und unbequem: Dagmar Jung und Songül Gürbüz trauern den alten Sitzen nach.

Quelle: Michael Zgoll

Hannover. „Wir hatten uns so auf die schicken neuen Züge gefreut, aber inzwischen bevorzugen wir wieder den Silberpfeil“, sagen etwa Elke und Friedrich Engel aus Weetzen. Die Üstra verspricht, Anregungen ihrer Kunden aufzunehmen und zu prüfen. „An der Lieferung der ersten 50 neuen Züge können wir nichts mehr ändern, aber bei der zweiten Charge könnten Modifikationen einfließen“, sagt Sprecherin Katja Raddatz.

Ein moderner TW-3000-Waggon hat 54 Sitzplätze und damit genauso viele wie ein Silberpfeil. Er bietet allerdings 121 Stehplätze statt 105. Den Raumgewinn verdanken die neuen Wagen bei etwa gleicher Außenlänge und -breite auch dem schmaleren Längsgestühl. Nur noch 46 Zentimeter breit sind die Sitze in den Reihen des TW 3000. Beim Silberpfeil waren es 54 bis 56 Zentimeter, außerdem gab es ausgeformte Sitzflächen und teils Armlehnen. In den neuen Zügen sind auch die Lehnen der Längssitze nur noch 34 Zentimeter hoch (Silberpfeil: 40 Zentimeter); bequemer sitzt man in beiden Modellen auf den Querbänken mit ihren 51 Zentimeter hohen Rückenstützen.

Die Üstra hatte zahlreiche Wünsche für ihre neuen Stadtbahnwagen. Höhere Sitze, mehr Platz im Innenbereich, größere Fenster – hier kommt der Überblick.

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„Eine füllige Person passt nicht auf einen Sitz“, kritisiert Fahrgast Eugen Flach aus Bothfeld. Als „viel zu eng“ empfindet auch Ilona Schulze aus Wettbergen das Gestühl der Längsreihen: „Wenn links und rechts von mir etwas korpulentere Leute sitzen, kriege ich Platzangst.“ „Beim Bremsen rutscht man immer auf den Nebenmann“, moniert Dagmar Jung aus Hainholz die glatte Oberfläche des behandelten Holzes. Und Irina Moser aus Groß-Buchholz meint pauschal: „Die Sitze im Silberpfeil sind bequemer.“

Üstra-Kundin Songül Gürbüz benennt präziser, was sie stört: „Die Sitzkuhle ist weggefallen.“ Und ein Rentner aus der List beklagt, dass er sich auf den Längssitzen mit den niedrigen Rückenelementen nicht mehr vernünftig anlehnen könne - was Hans-Dieter Weidemann aus Wettbergen ähnlich empfindet: „Bei längeren Fahrten tut einem hier der Rücken weh.“ Auch stören sich manche Kunden an den relativ harten Rändern der Sitzfläche: Wer kürzere Beine hat, spürt die Kanten an den Oberschenkeln.

Nur vereinzelt erntet die Üstra Lob fürs Gestühl. „Ich finde es gut, dass ich ein paar Zentimeter höher sitze und meine Beine auch mal unter den Sitz schieben kann“, meint etwa Andreas Schulz aus Herrenhausen. Gisela Eberhardt aus Mühlenberg gefällt zumindest die Optik: „Die klaren Linien sprechen mich an.“

Viele Fahrgäste glauben, dass die Üstra den TW 3000 in der Planungsphase nicht ausreichend getestet hat. Doch das bestreitet Sprecherin Raddatz: „In einem verkürzten 1:1-Modell haben viele Gruppen Platz genommen und ein Urteil abgegeben.“ So habe man die Kanten der Sitze auch schon ein wenig abgerundet. Die Lehnen des Längsgestühls seien so kurz, damit die Fenster nicht verdeckt werden und keine versteckten Räume zum Entsorgen von Müll entstehen. Auch sollten die Sitzmöbel robust und leicht zu reinigen sein sowie dem neuesten Stand des Designs entsprechen.

Derzeit rollen 15 TW-3000-Stadtbahnwaggons über Hannovers Gleise. Bis Ende 2015 sollen es 30 sein, bestellt hat die Üstra 100 Wagen. Langfristig werden als Ersatz für die veralteten grünen Züge 146 moderne Waggons gebraucht.

Wie ist Ihre Erfahrung mit der neuen Bahn? Schreiben Sie uns unter dem Stichwort Stadtbahn an hannover@haz.de oder per Brief: HAZ, 30559 Hannover.

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