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Aus der Stadt Derby-Verbot für 142 Fußballchaoten
Hannover Aus der Stadt Derby-Verbot für 142 Fußballchaoten
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00:15 29.10.2016
Von Tobias Morchner
Die Polizei erwartet Szenen wie hier bei der 96-Partie gegen Eintracht Braunschweig 2013 in der HDI-Arena. Quelle: Peter Steffen
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Hannover

Vor dem Spiel von Hannover 96 bei Eintracht Braunschweig am 6. November sind die Behörden in Alarmstimmung. Grund sind nicht zuletzt die Randale von 96-Chaoten am Sonntag in einem ICE und der Vorfall am Rand eines B-Juniorenspiels zwischen Hannover 96 II und Eintracht Braunschweig II am Sonnabend, bei dem Randalierer beider Vereine von der Polizei getrennt werden mussten. „Das Spiel wird für uns ein Großeinsatz“, sagt Andrea Haase, Sprecherin der Braunschweiger Polizei.

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Alles zum Derby zwischen 96 und Braunschweig

Die Behörde ist schon jetzt, knapp zwei Wochen vor dem Anpfiff des Hochrisikospiels, mit den Vorbereitungen und Planungen befasst. „Wir haben bislang 142 Personen für den Tag ein Aufenthaltsverbot für den Bereich der Innenstadt und des Stadions erteilt“, sagt Haase. Das Verbot betrifft bislang 53 Fußballchaoten aus Hannover. Ob nach den Ereignissen vom Wochenende noch weitere Aufenthaltsverbote gegen 96-Ultras ausgesprochen werden, ist noch offen. „Da laufen derzeit noch Ermittlungen, beispielsweise der Bundespolizei, die müssen wir abwarten“, sagt Haase.

Herausforderung für Polizei in Braunschweig

Eine besondere Herausforderung für die Braunschweiger Polizei stellt die Anreise der Fans aus Hannover dar. Anders als beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Vereine im Jahr 2014 müssen die 96-Fans nicht mit Sonderbussen nach Braunschweig fahren, sondern können eigenständig anreisen - mit dem Auto, der Bahn oder mit Bussen. „Wir werden für die Gästefans einen gesonderten Parkplatz zur Verfügung stellen, von dem es einen Busshuttle zum Stadion und zurück geben wird“, sagt Behördensprecherin Haase. Auch vom Bahnhof soll es einen Busshuttle zur Hamburger Straße geben. Ob die Angebote von den Fans am Spieltag auch angenommen werden, bleibt eine der vielen Unwägbarkeiten in den Vorbereitungen auf das Derby.

Ebenso ungewiss ist, ob sich die Fußballchaoten, die sich am 6. November nicht in der Stadt aufhalten dürfen, auch tatsächlich an die Verbote halten. Eine zweite Frage ist, was geschieht, wenn die Behörden die Verstöße ahnden.

Kind: "Wir müssen uns besser vorbereiten"

Auch bei der Bundespolizei sind die Vorbereitungen auf das Zweitliga-Derby bereits angelaufen. „Wir beobachten die Lage intensiv, insbesondere auch im Hinblick auf die Geschehnisse vom vergangenen Wochenende“, sagt Behördensprecher Martin Ackert. Die Bundespolizei ist am 6. November für die Sicherheit an den Bahnhöfen in Hannover und Braunschweig sowie für die Strecke zwischen den beiden Haltepunkten zuständig. Möglicherweise kommt nach der Verwüstung des ICE durch hannoversche Fans noch eine weitere Aufgabe auf die Bundespolizisten zu: „Es kann sein, dass wegen des Vorfalls am Wochenende noch Beförderungsverbote verhängt werden“, sagt Ackert. Die Bundespolizei müsste dann die Einhaltung dieser Auflagen kontrollieren. Fest steht bereits jetzt: Ein Szenario wie 2014, bei dem die Bundespolizei 96-Fußballchaoten ohne Karte in einen abgezäunten Bereich unmittelbar am Hauptbahnhof geleitete, wird es nicht wieder geben.

96-Chef Martin Kind ist sich ebenfalls der besonderen Bedeutung der Partie bewusst. „Das wird für alle eine Herausforderung. Für 96, für Braunschweig und die Polizei“, sagte er. Mit Blick auf die nur knapp verhinderte Auseinandersetzung zwischen hannoverschen und Braunschweiger Risikofans am Sonnabend am Eilenriedestadion gab sich Kind selbstkritisch: „Wir müssen uns mehr und besser vorbereiten und aus solchen Ereignissen lernen.“ Zunächst aber, sagt 96-Sprecher Christian Bönig, konzentriere man sich auf die kommenden zwei Heimspiele.

Rückblick: So lief das Derby 2014

Zuletzt trafen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 im April 2014 aufeinander. Die Erstliga-Partie im Stadion an der Hamburger Straße endete 3:0 für die Gastgeber. Auf der Anreise und in Braunschweig blieb es, abgesehen von vereinzelten Pyro-Zündeleien im Stadion, ruhig – ein Umstand, der dem enormen Aufgebot geschuldet war, das Landes- und Bundespolizei an jenem Tag eingesetzt hatten. Doch nach der Rückkehr der 96-Fans nach Hannover machten rund 500 Anhänger der „Roten“ ihrem Ärger Luft. Sie warteten an der HDI-Arena auf die Ankunft des Mannschaftsbusses und stellten das Team des damaligen Trainers Tayfun Korkut zur Rede. Es flogen Böller über den Stadionzaun, die Stimmung war aufgeheizt. Erst nachdem Spieler und Trainer mit ihren enttäuschten Anhängern gesprochen hatten, beruhigte sich die Lage.

Etwa 1000 Fans demonstrieren mit einem Marsch für die „Grundrechte von Fußballfans“, 96-Anhänger werden mit Bussen eskotiert und am Abend schlägt Enttäuschung in Wut um. Die Ereignisse des Derby-Tages in Bildern.
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