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Aus der Stadt Wenn die Drohne im Büro vorbeischaut
Hannover Aus der Stadt Wenn die Drohne im Büro vorbeischaut
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07:50 31.03.2014
Teamarbeit: Designstudenten um Sara Ibendahl, PR-Frau Anja Thunert, Christo Czichy und Yuanfan Cheng holen mit einem Quadrocopter Mitarbeiter virtuell ins Büro. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Zugegeben, das Ding sieht aus wie eine aufblasbare Duschhaube mit Mundschutz, kaum vorstellbar, dass jemand es freiwillig in der Öffentlichkeit trägt. Als Tim Rademacher von der Firma Wissenswerft die „Handyhaube“ vor Wirtschaftsleuten und Studenten in der Hochschule Hannover vorführt, reagiert das Publikum amüsiert. Doch die Idee besticht schnell: All die nervigen Handyplauderer, die ganze Zugabteile mit privaten Banalitäten oder Detailwissen aus ihrem Betrieb unterhalten, könnten ihre Gespräche mit einem mobilen Schallschutz zum Vorteil aller diskret führen.

Die schnell zusammengebastelte „Handyhaube“ ist bisher nicht mehr als eine Ideenskizze. Sie entstand wie eine ganze Reihe weiterer Vorschläge beim zweiten Zukunftsgestaltungscamp Hanno-Lab, das von Freitagmorgen bis Sonnabendabend im Designcenter der Hochschule an der Expo-Plaza stattfand. 45 Designstudenten und 45 Profis aus Kreativberufen entwickelten in zwölf Gruppen Ideen zur Zukunft der Büroarbeitswelt, die im Idealfall mithilfe von Preisgeldern bis zur Marktreife gebracht werden. Der Kontakt mit Fachleuten aus der Wirtschaft im Workshop soll dabei helfen.

Mit dem Problem der Zusammenarbeit trotz räumlich getrennter Arbeitsplätze hat sich eine Gruppe um die Designstudenten Sara Ibendahl und Christo Czichy beschäftigt. Wenn ein Mitarbeiter zu Hause arbeitet oder ein Spezialist in einer anderen Stadt sitzt, gerät die Kommunikation per Telefon oder E-Mail leicht an Grenzen. „Wir wollen dennoch persönlichen Kontakt schaffen“, sagt Ibendahl. Die Vision: Kleine Quadrocopter mit Bildschirm stehen in einer Flugstation im Büro bereit; externe Mitarbeiter wählen und blenden sich dort ein, können das Fluggerät nach Belieben in die Teeküche oder den Konferenzraum steuern, dort mit Kollegen sprechen oder einen dreidimensionalen Prototyp in der Modellwerkstatt von allen Seiten betrachten. „Mit diesen Geräten könnte man für wenig Geld die Interaktion sehr verbessern“, sagt Czichy. „Außerdem sprechen sie den Spieltrieb an und machen einfach Spaß.“

Die Gruppe „Artgerechtes Arbeiten“ stellte als Büroarbeitsplätze der Zukunft mobile Container vor, die naturnah an wechselnden Standorten mehr Licht, Luft und Bewegung für die Mitarbeiter versprechen. Für die schöne, eher utopische Idee gab es viel Applaus. Der erste Platz inklusive 2500 Euro Preisgeld ging an ein Team, das Arbeitgebern dabei helfen will, die Attraktivität ihres Unternehmens zu erhöhen. Wenn Arbeitskräfte knapp werden, könnte ein solches Konzept Unternehmern entscheidende Vorteile bringen. Die Studenten schlagen vor, Mitarbeitern je nach Typ unterschiedliche Arbeitsmodelle anzubieten. Voran geht eine Analyse: Läuft der Angestellte eher nachts zu Höchstformen auf? Braucht er einen Heimarbeitsplatz? Ist er im Team besonders gut?

Die Jury gibt diesem Vorschlag besonders große Chancen, realisiert zu werden. Das Preisgeld soll bei der Weiterentwicklung helfen. „In dem Modell wird versucht, die Bedürfnisse von Arbeitnehmern zu verstehen und passende Pakete für sie zu schneidern“, sagt Gunnar Spellmeyer, Designprofessor und Mitinitiator des Hanno-Lab, das jetzt zum zweiten Mal stattfand. Der erste Workshop vor rund einem Jahr beschäftigte sich mit Gesundheitsfragen, die Produktvorschläge fanden in einschlägigen Betrieben großes Interesse.
„Wir wollen Studenten beim Einstieg in den Beruf unterstützen und zeigen, wie die Kreativwirtschaft anderen Unternehmen in Hannover nützen kann“, sagt Kai Schirmeyer, Projektleiter für Kreativwirtschaft bei Hannoverimpuls. Der Wirtschaftsförderer ist mit seinem Kreativ-Netzwerk Hannover neben der Hochschule Mitveranstalter des Hanno-Lab. Das Camp soll einmal jährlich stattfinden.

Für den Quadrocopter vergab die Jury den zweiten Platz und 1000 Euro. Die „Handyhaube“ bekam den dritten Preis mit 500 Euro Fördergeld. Rademacher und ein weiterer Profi legten je 500 Euro dazu, damit ein Student die Idee weiter ausarbeiten kann. Und wer weiß: Wenn das Design stimmt, entwickelt sich die mobile Telefonzelle am Ende noch zu einem Must-have für modebewusste Dauertelefonierer.

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