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Desimo kürt die besten Spaßmacher

Theater am Aegi Desimo kürt die besten Spaßmacher

Drei Comedians können sich freuen: Hennes Bender, Ole Lehmann und Martin Zingsheim haben den Publikumspreis des Lindener "Spezial Clubs" erhalten - und auch Gastgeber Desimo freute sich über die Show, die erstmals im Theater am Aegi über die Bühne ging.

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Preisträger: Martin Zingsheim, Hennes Bender und Ole Lehmann (v. l.) sind die "Spezialisten des Abends".

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Es ist eine Terminplanung für Fortgeschrittene. Drei gut gebuchte Comedians, ein gefragter Laudator und ein vielbeschäftigter Conferencier müssen am gleichen Abend Zeit haben - obendrein muss das Schauspielhaus frei sein. Jedes Jahr hat es geklappt mit der Koordination. Doch dieses Mal ist es Hannovers Unterhaltungskünstler Desimo nicht gelungen, die drei Kollegen, die beim Publikum seines Lindener "Spezial Clubs" am besten angekommen sind, für eine Gala unter einen Hut beziehungsweise auf die Bühne des Staatsschauspiels zu bringen. So musste die große Lösung her: Umzug ins Theater am Aegi. Doppelt so viele Plätze. Eine doppelte Herausforderung? Kein Problem. Auf die Fans ist Verlass: Fast alle der 1168 Plätze waren am Dienstagabend besetzt.

"Wer von Ihnen hat die Karten denn zu Weihnachten bekommen?", will Desimo wissen. Ein paar Arme schnellen in die Höhe. Für diejenigen, die mit dem Geschenk vielleicht immer noch nichts anzufangen wissen, erklärt er - höflich wie er eben ist -, auf was sie sich da einlassen. Achtung, Comedy!

Natürlich ist es der volle Ernst von Hennes Bender, wenn er sagt: "Dieser Auftritt im Aegi - das ist wie Rosenmontag, Superbowl und Goldene Kamera auf einmal." Der Routinier der Comeybranche mit großer Fernseherfahrung und kleiner Statur ist der erste der Preisträger, die Desimos Terminkalender strapaziert haben. Ist es als Retourkusche gedacht, dass der Gastgeber das Mikrofon auf Zwergengröße einstellt?

Egal. Bender ist es gewohnt, lautstark auf sich aufmerksam zu machen, und bleibt seinem Ruf treu, stets auf 180 zu sein. Das gilt an diesem Abend für seine Versuche, einen Anrufbeantworter aus dem analogen Zeitalter abzuhören. Nichts für Ungeduldige. Doch ist es besser, heute sein Essen zu fotografieren und auf Facebook zu posten, so lange es noch warm ist? Benders Rat, um den Alltag zu überstehen: Einfach mal was Verrücktes tun. Zum Beispiel dem Helferteam am Umzugswagen "Ausziehen, ausziehen!" zurufen. Oder sich vorstellen, unter dem Türspalt des Bahnhofsklos tanzten winzige Limbotänzer hindurch. Wenn das kein Grund zum Lachen ist.

Deutlich vielschichtiger (und ruhiger!) widmet sich Martin Zingsheim dem Leben an und für sich. Der frisch Promovierte, der Philosophie, Musik-, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft studiert hat, beweist den Zuschauern, dass eine fundierte Ausbildung auch im komödiantischen Gewerbe von Vorteil sein kann. "Versuchen Sie mal eine Woche, vegan zu sprechen." Fortan stehen Worte wie "Katzenjammer" und "Gänsefüßchen" auf dem Index. Interessant auch die Erkenntnis, dass ein längeres Zusammenleben mit demselben Partner zum "Stockholm-Syndrom" führen kann - "die Intelligenzquotienten entsprechen dem eines Wasa-Knäckebrots". Für die These, dass jede Woche mehr Menschen in Museen als in Fußballstadien gehen, liefert Zingsheim den wissenschaftlichen Beweis: Die Hooligans verwechseln einfach Pizarro mit Picasso und van der Vaart mit van Gogh - dann läuft das schon.

Den Steilpass nimmt Desimo auf, um ein ganz und gar nicht lustiges Thema anzusprechen: die Krise von Hannover 96. "Der Berliner Großflughafen wird eröffnet, wenn die Roten nach dem Wiederaufstieg Deutscher Meister werden." Also - nie? Optimistischer geht der Laudator des Abends, der heimische Kabarettvertreter Matthias Brodowy, vor. Er stimmt am Klavier "96, alte Liebe an", und der Saal singt mit. Ach, ja, auch der dritte Preisträger Ole Lehmann singt. Eine gekonnte Coverversion von Elton Johns "I'm still standing". Warum er das macht, bleibt unklar. Auf jeden Fall ist das hörenswerter als die stetig tief unter der Gürtellinie ansetzenden Witze aus der Welt der Schwulen, Lesben, Heteros, Frauenärzte und Urologen.

Doch die Entscheidung ist ja schon gefallen: Jeder der drei "Spezialisten" kann sich über 2000 Euro, gestiftet von Sponsor htp, und die gewichtige Bronzetrophäe namens "bunte Tüte" freuen. Daran hat sich auch im Aegi-Theater nichts geändert.

Hennes Bender kommt am 12. April mit seinem Programm "Klein/Laut" in den "Spezial Club" im Lindener Apollokino, am 10. Mai ist Ole Lehmann mit "Geiz ist ungeil – So muß Leben!" zu Gast, und am 31. Mai folgt Martin Zingsheim mit "kopfkino".

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