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Aus der Stadt Netzwerk verleiht Integrationspreis
Hannover Aus der Stadt Netzwerk verleiht Integrationspreis
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00:16 29.03.2017
Von Simon Benne
Ausgezeichnet: Das Zahnmobil erhält die Auszeichnung vom Deutsch-Türkischen Netzwerk. Quelle: Von Ditfurth
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Hannover

Böhmermann-Verse, Nazi-Vergleiche, Auftrittsverbote: Seit Monaten ist das deutsch-türkische Verhältnis, wie Diplomaten vorsichtig sagen, angespannt. Da hätte so ein Preis im Grunde selbst einen Preis verdient: Rund 200 Gäste waren ins Forum der St.-Joseph-Gemeinde in Vahrenwald gekommen, wo das Deutsch-türkische Netzwerk zum fünften Mal seinen Gesellschaftspreis für Integration verlieh: "Wir wollen auch weiterhin am Ball bleiben, und zwar gerade jetzt", sagte Petra Rangen vom Vorstand des Vereins.

Zum fünften Mal hat das Deutsch-türkische Netzwerk Integrationsprojekte ausgezeichnet.

Dass die Gala wenig staatstragend und erfrischend frech ausfiel, lag vor allem an Moderatorin Senay Duzcu und ihren interkulturellen Lockerungsübungen, etwa wenn sie über ihre deutschen und türkischen Charakteranteile witzelte: "Mediziner sagen dazu Schüzophrönü", ulkte sie. Und: "Wenn ich einen Putschversuch vorhätte, würde ich ihn erst mal ordnungsgemäß anmelden."

Umflort von der Tanzgruppe Mofesi und dem A-cappella-Ensemble Sintonic, wurden vier integrative Projekte jeweils mit 1000 Euro bedacht. Die Integrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf, die als "Überraschungsgast" Innenminister Boris Pistorius mitgebracht hatte, hielt die Laudatio auf Abdul Abbasi und Allaa Faham. Die jungen Flüchtlinge aus Syrien haben den Youtube-Kanal GermanLife gegründet, der Flüchtlingen auf humorvolle Weise die deutsche Alltagskultur vermittelt: "Sie wollen aufklären, Verbindungen bauen", lobte Schröder-Köpf. Und Abbasi gestand, dass er selbst Vorurteile gehabt habe, als er vor zwei Jahren nach Deutschland kam: "Ich dachte, alle sehen hier aus wie Oliver Kahn."

In der Kategorie Soziales überreichte Erwin Jordan, Sozialdezernent der Region, den Preis an das Zahnmobil, das seit fünf Jahren Bedürftigen eine zahnärztliche Behandlung ermöglicht: "Wir konnten seither mehr als 2000 Menschen aus 26 Nationen helfen", sagt Initiator Werner Mannherz. Den Preis in der Kategorie Wirtschaft übergab IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage an das Internationale Informationsmanagement der Hochschule Hannover, das Flüchtlingen die Teilhabe am regulären Studium ermöglicht.

Georg May, Geschäftsführer von Radio LeineHertz, überreichte dem Rapper Spax den Preis in der Kategorie Musik: Dieser hatte im Rahmen des Projekts "I habe a Dream" Songs mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern in deren Landessprachen erarbeitet. "Wenn ich mir etwas wünschen  dürfte", sagte Spax, "dann, dass wir solche Preise gar nicht bräuchten."

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