Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Es wird voll auf den Gleisen
Hannover Aus der Stadt Es wird voll auf den Gleisen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 19.10.2013
Von Bernd Haase
Bessere Verbindung: Auch im Bahnhof Barsinghausen halten die „Sprinterzüge“, die bald aufs Gleis gesetzt werden. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Zum Fahrplanwechsel im Dezember dürfen sich Kunden der S-Bahn über zusätzliche Angebote freuen - unter anderem durch sogenannte Sprinterzüge, die die Situation in Stoßzeiten auf den stark frequentierten Verbindungen von Hannover nach Hameln und nach Barsinghausen entkrampfen sollen. Die Kehrseite der Medaille: Damit hat das Netz im Raum Hannover nach Einschätzung von Hans-Joachim Menn, Geschäftsführer der Nahverkehrsgesellschaft des Landes (LNVG), seine Kapazitätsgrenze erreicht. „Weitere Verbesserungen sind im derzeitigen Zustand nicht möglich. Wir werden sogar sehen müssen, dass es keine Einschränkungen gibt“, sagt er.

Die künftige Sprinterlinie zwischen Hannover und Hameln verkehrt als S 51 und hält nur an fünf der zehn Stationen, nämlich im Hauptbahnhof, im Bismarckbahnhof, in Linden/Fischerhof, Springe und in der Rattenfängerstadt. Die S 21 Richtung Barsinghausen stoppt unterwegs in der Bismarckstraße, in Linden/Fischerhof, Empelde, Weetzen und Wennigsen. Auf anderen Strecken will DB Regio künftig häufiger längere Züge einsetzen.

Die Zahlen bei der S-Bahn weisen stetig nach oben, 2012 kratzten sie erstmals an der Grenze von 100 000 Reisenden im Tagesdurchschnitt. Für 2013 rechnet die LNVG mit weiteren Zuwächsen. Nach Angaben von Menn könnten sich bestehende Engpässe noch verstärken: Der Fernverkehr wächst und erhält gegenüber dem Regional- und S-Bahn-Verkehr Vorrang. „Gleiches gilt von 2015 an für den Güterzugverkehr“, erklärt der Geschäftsführer. Entzerren könnte sich die Situation durch den Bau von zusätzlichen Gleisen, aber der zeichnet sich im Raum Hannover aktuell nicht ab. Zu einer Engstelle ist längst auch der Hauptbahnhof geworden.

Wirtschaftsministerium, LNVG, Region Hannover und Zweckverband Großraum Braunschweig wollen nun gemeinsam in einem Gutachten untersuchen lassen, wie sich die Situation von 2016 an verbessern lässt. „Letztlich könnte es darum gehen, S-Bahnen und Regionalzüge besser miteinander zu vertakten“, sagt Menn. Auch könne der Einbau von zusätzlichen Signalen, Weichen und Überholgleisen, im Bahnerjargon „kleinere Infrastruktur“ genannt, neue Kapazitäten schaffen. Wenn die Region Hannover und die LNVG ihre politischen Ziele erreichen wollen, ist das erforderlich. Die sehen vor, weitere Reisende und Pendler zum Umstieg vom Auto auf die Bahn zu bewegen.

Änderungen auch im Fernverkehr: Die Bahn verbessert die Verbindungen zwischen Hannover und der Nordseeküste. Zusätzlich zu den Regionalzügen werden ab Mitte Dezember künftig täglich neun statt bisher drei IC-Züge je Richtung zwischen Emden und der Landeshauptstadt unterwegs sein. Am Freitagnachmittag, immer einer der stärksten Reisetage, fährt ein zusätzlicher ICE über Göttingen und Frankfurt weiter Richtung Karlsruhe. Einschränkungen müssen dagegen ebenfalls von Mitte Dezember bis voraussichtlich Mitte April Reisende hinnehmen, die nach Bremen wollen. Wegen Bauarbeiten streicht die Bahn die ICE-Verbindungen am Nachmittag.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt Neues öffentliches WC am Raschplatz - Kostenlos Erleichterung verschaffen

Am Mittwoch hat die Stadt eine neue Toilette am Raschplatz eröffnet. Unterdessen geht der Streit um Hannovers umstrittenstes WC auf dem Opernplatz weiter.

19.10.2013
Aus der Stadt Enercity plant Erhöhung bis zu sieben Prozent - Strompreise ziehen kräftig an

Der Boom bei den erneuerbaren Energien treibt die Strompreise in die Höhe – auch für die Kunden der Stadtwerke in Hannover. Das Unternehmen komme an einer Erhöhung nicht vorbei, hieß es am Mittwoch bei Enercity.

Jens Heitmann 19.10.2013

Ein Facharzt aus Peine verspricht Übergewichtigen Geldprämien fürs Abnehmen. Mediziner und Patientenschützer begegnen dem Wettbewerbs-Konzept mit Besorgnis.

Sonja Fröhlich 18.10.2013