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Deutsche Bank stellt Bilder von Hinrich Storch aus

Der Planer als Maler Deutsche Bank stellt Bilder von Hinrich Storch aus

Eigentlich wollte Hinrich Storch Maler werden. Doch dann lernte er Architektur und leitete später eins der bekanntesten Planerbüros der Stadt. Jetzt stellt die Deutsche Bank seine Bilder aus.

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Hinrich Storchs aktuelle Ausstellung ist noch bis zum 25. Januar in der Deutschen Bank zu sehen.

Quelle: anastassakis

Hannover. Seine Bauwerke sind meist hell, oft auch transparent, weil das heutzutage so sein soll. Seine Bilder sind vielfach düster. Nicht trostlos, nicht depressiv. „Ich benutze die Dunkelheit, um Helligkeit zu erzeugen“, sagt Hinrich Storch. Das ist einer dieser Sätze, die im Gedächtnis bleiben. So, wie seine Gebäude. In diesem Jahr hat er sich offiziell aus dem Architekturbüro Storch Ehlers verabschiedet, mit dem er über Jahrzehnte wichtige Teile Hannovers geprägt hat. Jetzt zeigt die Deutsche Bank eine Ausstellung mit mehr als 50 Bildern aus seinem anderen Arbeitsleben - als Maler.

„Schreiben Sie bloß nicht, dass ich jetzt als Rentner mehr Zeit zum Malen habe“, betont Storch mehrfach im Gespräch. Das ist ihm wichtig - und tatsächlich würde solch eine Bemerkung seinem Anspruch nicht gerecht. Denn ein Hobbymaler, das ist er ganz und gar nicht.

In feinem Strich ist der „Abend auf Bornholm“ in Acryl gefasst. „Alte Kräne“ drehen sich im Horizont, zu „Die schwarze Mühle“ gibt es ein Aquarell von 1985 und ein Acrylbild von 2012. Auch die Porträttechniken beherrscht Storch einwandfrei. Und natürlich zeigen sich etliche Bilder in der Ausstellung auch farbenfroh, etwa das Stillleben „Radieschen und Feder“ oder „Porträt einer jungen Frau“, seiner ältesten Enkelin. Doch dann wieder das Düstere.

Mächtig erhebt sich in „Das Mahnmal“ die Kuppel der Deutschen Bank über dem grafischen Element der Gedenkstelle am Opernplatz. Und im Titelbild seiner Ausstellung scheint die Ruine der Aegidienkirche fast schwebend in den dunklen Nachthimmel aufzusteigen. „Erkennen Sie, was fehlt?“, fragt Storch prüfend, fast streng. Natürlich ist es das Glockenspiel, das dem Kirchenbau anstelle des kriegszerstörten Turmhelms aufgesetzt wurde. An seinem Skizzenbuch zeigt Storch, wie er das Gebäude zuerst in seiner aktuellen Form porträtiert hat. „Aber eigentlich ging es mir in dem Bild ja um die Zerstörung“, sagt er. Da hätte die Nachkriegsspitze gestört, weshalb sie fehlt - künstlerische Freiheit. „Ich war bei Kriegsende zwölf Jahre alt“, sagt Storch bitter: „Ich weiß, wie der Staub nach einem Bombentreffer schmeckt.“ Diese Atmosphäre einzufangen, das ist in dem Bild tatsächlich gelungen.

Der heute 79-Jährige stammt aus einer alten Malerfamilie. Karl Storch der Ältere (wie sein Großvater zur besseren Unterscheidung von Hinrich Storchs Vater genannt wurde) brachte es zum Kunstprofessor an der einst berühmten Kunstakademie in Königsberg, heute Kaliningrad. Auch Karl Storch der Jüngere vollzog eine Malerkarriere, unterbrochen von der Kriegszeit bei der Marine, woher wohl Hinrich Storchs Leidenschaft fürs Wasser und das Segeln stammt. Wenn er nicht in Hannover ist, dann ist Storch meist mit Boot auf der Ostsee - oder eben irgendwo mit der Staffelei unterwegs.

„Als Maler sind Sie unabhängiger, als Architekt müssen Sie viel Rücksicht und Diplomatie üben“, sinniert Storch. Trotzdem hat er sich 1955 für das Studium der Architektur entschieden - und es nicht bereut, wie er beteuert. Das erste Großprojekt seines mit Walter Ehlers gegründeten Architekturbüros war 1974 das Olympiazentrum Kiel-Schilksee. In Hannover baute er etwa das opulente Rund des Convention Centers auf der Messe, gestaltete den Steintorplatz neu, verantwortete die Baggi-Disko am Raschplatz und das gläserne Torhaus am Aegi. In Dresden plante er das neue Tagungszentrum über der Elbe, zuletzt reüssierte sein Büro mit der preisgekrönten Uni-Architektur in Salzburg. „Aber inzwischen hat auch bei uns die nächste Generation Architekten übernommen“, sagt er ganz ohne Wehmut.

Storch, in zweiter Beziehung mit einer Landschaftsarchitektin liiert, lebt in Kirchrode. Er schreibt an einer Architekturtheorie und beschäftigt sich mit dem Malen. Man wird weiter von ihm hören. Im Kunstverein werden 2013 seine Skizzenbücher ausgestellt.

Conrad von Meding Die aktuelle Ausstellung in der Deutschen Bank, Georgsplatz20, ist bis 25. Januar zu den üblichen Geschäftszeiten kostenlos zu besichtigen.

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